1. Navigation
  2. Inhalt
  3. Herausgeber
Inhalt

Radioaktive Stoffe

Radioaktive Stoffe im Sinne des Strahlenschutzrechtes sind alle Stoffe, die ein oder mehrere Radionuklide enthalten und deren Aktivität oder spezifische Aktivität nach den Regelungen des Atomgesetzes (AtG) oder einer aufgrund dieses Gesetzes erlassenen Rechtsverordnung nicht außer Acht gelassen werden können.

Jeder Rechtsbereich verwendet eigene Begriffe, um die Art der radioaktiven Kontaminationen zu beschreiben:

Nach VOAS sind radioaktive Stoffe in Abhängigkeit von der Verkehrsart definiert.

  • Für Maßnahmen, die Gegenstand dieses Internetauftritts sind, werden die Begriffe radioaktives Material bzw. radioaktiv kontaminiertes Material verwendet.

 

Nach StrlSchV gliedern sich radioaktive Stoffe in:

  • Materialien sind Stoffe, die natürlich vorkommende Radionuklide enthalten oder mit solchen Stoffen kontaminiert sind.
  • Rückstände sind Materialien, die in einer Liste (Anlage XII, Teil A StrlSchV) abschließend aufgeführt sind, in den dort genannten industriellen und bergbaulich Prozessen anfallen und die dort genannten Voraussetzungen erfüllen.
  • Überwachungsbedürftige Rückstände sind Rückstände, die die Überwachungsgrenzen für die Entsorgungswege nach Anlage XII, Teil B StrlSchV überschreiten.

Der Internetauftritt „Radioaktive Stoffe bei Baumaßnahmen“ verwendet i. d. R. den in beiden Rechtssystemen gültigen Oberbegriff radioaktive Stoffe. Informationen und Erläuterungen, die sich ausschließlich auf die strahlenschutzrechtliche Überwachung nach Teil 3 StrlSchV beziehen, verwenden den Begriff Rückstände.

Bei Baumaßnahmen relevante Rückstände sind hauptsächlich:

  • Nebengesteine, Sande, Schlacken und Stäube aus der Gewinnung, Aufbereitung und Weiterverarbeitung von Konzentraten und Rückstände von Bauxit, Kupferschiefer-, Zinn-, Seltene Erden- und Uranerzen (vgl. Anlage XII, Teil A, Nr. 3 a StrlSchV)
  • den o. g. Erzen entsprechende Mineralien, die bei der Gewinnung und Aufbereitung anderer Rohstoffe anfallen (vgl. Anlage XII, Teil A, Nr. 3 b StrlSchV)
  • Stäube und Schlämme aus der Rauchgasreinigung bei der Primärverhüttung in der Roheisen- und Nichteisenmetallurgie (vgl. Anlage XII, Teil A, Nr. 4 StrlSchV)
  • ausgehobener oder abgetragener Boden und Bauschutt aus dem Abbruch von Gebäuden oder sonstigen baulichen Anlagen, wenn diese o. g. Rückstände enthalten und gemäß § 101 StrlSchV nach Beendigung von Arbeiten oder gemäß § 118 Absatz 5 StrlSchV von Grundstücken entfernt und bei der Sanierung von früheren Hinterlassenschaften des Uranerzbergbaus verwendet werden (vgl. Anlage XII, Teil A, Nr. 4 c StrlSchV).