1. Navigation
  2. Inhalt
  3. Herausgeber
Inhalt

Strahlenbelastung in der Medizin

Röntgendiagnostik

Die Zahl der Röntgenuntersuchungen in Deutschland ist mit 125 Millionen Untersuchungen pro Jahr im internationalen Vergleich sehr hoch. Die daraus resultierende durchschnittliche Strahlenbelastung liegt etwa bei 2,0 Millisievert (mSv) pro Kopf und ist damit etwa so hoch wie die natürliche Strahlenbelastung der Bevölkerung in Deutschland. Im Einzelfall kann die Belastung natürlich wesentlich niedriger oder höher sein.

Nuklearmedizin

Durch den Einsatz immer weiter verbesserter Radiopharmazeutika konnte die Strahlenbelastung durch nuklearmedizinische Untersuchungsverfahren in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesenkt werden.
Bei der Bewertung der Daten zur Strahlenbelastung muss man vor allem beachten, dass jeder Patient einen individuellen Nutzen aus der nuklearmedizinischen Untersuchung oder Behandlung zieht. Das am häufigsten angewendete diagnostische nuklearmedizinische Verfahren zur Untersuchung von Organen, die Schilddrüsenszintigraphie, weist eine Strahlenbelastung von 0,7 mSv auf; bei der sehr häufig bei Kindern eingesetzten Nierenuntersuchung liegt die Belastung bei 0,5 mSv.
Eine weitere Dosisreduktion ist durch die Einführung diagnostischer Referenzwerte und die Entwicklung neuer Radiopharmazeutika möglich.

Untersuchungsart mittlere effektive Dosis
Schilddrüsenszintigraphie 0,7 mSv
Tumorszintigraphie 6,5 mSv
Herzszintigraphie 7,4 mSv
Untersuchung von Entzündungen 8,2 mSv

Tabelle: Strahlenbelastung in der Nuklearmedizin

Strahlentherapie

In Deutschland werden derzeit ca. 200.000 Patienten pro Jahr strahlentherapeutisch behandelt, vorwiegend mit medizinischen Linearbeschleunigern. Um eine optimale Schonung des gesunden Gewebes zu erreichen, werden zunehmend moderne Verfahren eingesetzt, die den Strahl optimal an das zu bestrahlende Gewebe anpassen. Eine umfassende Bestrahlungsplanung nach dem neuesten Stand von Wissenschaft und Technik ist dafür zwingende Voraussetzung.

Auch beim therapeutischen Einsatz offener radioaktiver Stoffe zur Anreicherung in Organen und Geweben kommen hohe Strahlendosen zur Anwendung. Ziel ist auch hier, die Schädigung des umgebenden gesunden Gewebes so niedrig wie möglich zu halten.

Radontherapie

Die Strahlenexposition bei Radonkuren hängt von der Art der Anwendung, von der Radonkonzentration im Heilmittel und weiteren physikalischen Eigenschaften der eingeatmeten Luft ab. Radon entfaltet jedoch seine schmerzlindernde Wirkung schon bei relativ geringen Strahlendosen, so dass die Nebenwirkungen auf die Atemwege gegenüber der Heilwirkung als gering einzuschätzen sind. Die Strahlendosen durch Radonkuren liegen im Bereich der natürlichen Strahlenexposition. Offizielle Angaben über die Dosisbelastung wie bei den anderen medizinischen Anwendungsgebieten liegen für die Radontherapie nicht vor. Nach Literaturangaben beträgt die Strahlenbelastung 0,2 bis 0,5 mSv bei der Badekur (Balneologie) und 2 mSv bei der Inhalationskur.