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Wirkung des Radons auf die Gesundheit

In Deutschland macht die Inhalation von Radon circa 30 Prozent der gesamten Belastung der Bevölkerung durch ionisierende Strahlung aus. Sie liefert damit neben den Anwendungen von Radionukliden und Röntenstrahlung in der Medizin einen bedeutenden Anteil zur Strahlenbelastung.

Beim Zerfall des Radons entsteht ionisierende Strahlung. Trifft diese auf menschliche Zellen, können je nach Strahlenart, Strahlungsenergie und Intensität verschiedene physikalische, chemische und biologischen Effekte hervorgerufen werden. Der Mensch verfügt jedoch über eine Vielzahl von Reparaturmechanismen, die schädliche Veränderungen in den Zellen beheben. Nur wenn dieses Abwehr- oder Reparatursystem versagt oder überfordert wird, kommt es zu Veränderungen, die auch Krankheiten verursachen können.

Radon-222 und seine Zerfallsprodukte werden mit der Atemluft eingeatmet. Das Radon selbst wird zum größten Teil wieder ausgeatmet und verbleibt nicht im Körper. Schädliche Wirkungen haben vor allem seine Zerfallsprodukte, welche in der Luft als freie Teilchen oder an Staubteilchen angelagert vorhanden sind. Diese lagern sich nach dem Einatmen in der Lunge ab. Dort zerfallen sie weiter unter Aussendung von Alpha- und Beta-Strahlung. Vor allem die Teilchen der Alphastrahlung durchdringen zwar nur die obersten Zellschichten des Lungengewebes, geben jedoch auf diesem kurzen Weg ihre gesamte Energie an diese Zellen ab. Alpha-Teilchen haben eine hohe Teilchenenergie. Die biologische Strahlenwirkung von Alpha-Strahlen ist gegenüber Beta- und Gammastrahlung erheblich größer (etwa 20fach), so dass lokal erhebliche Zellschädigungen verursacht werden, die letztendlich zu Lungenkrebs führen können.

Die Strahlenbelastung der Lunge wird somit nicht direkt durch das Radon verursacht, sondern durch dessen Zerfallsprodukte. Es gilt jedoch: Je mehr Radon-222 vorhanden ist, desto mehr Zerfallsprodukte sind in der Luft enthalten.

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Bild: Thematische Illustration: Radon

Ansprechpartner

Staatliche Betriebsgesellschaft für Umwelt und Landwirtschaft

Mandy Alisch-Mark

Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft

Dr. Stephanie Hurst