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Morphologische Beeinträchtigungen der Fließgewässer in den Braunkohleregionen

Die bergbaulich beeinflussten Fließgewässer-Wasserkörper weisen eine Reihe von Besonderheiten in der morphologischen Veränderung auf, die bei den natürlichen Fließgewässer-Wasserkörpern so nur selten vorhanden sind. So ist der überwiegende Teil der braunkohlebergbaulich beeinflussten Fließgewässer verlegt worden und zwar so deutlich, dass sie zumeist nicht mehr in der eigentlichen Gewässeraue verlaufen.Nicht selten ist eine so deutliche Verlegung des Fließgewässers mit starken Einschnitttiefen, teilweise auch Dammlagen und einem sehr technischen, naturfernen Ausbau von Gewässerbett und angrenzendem Gelände verbunden.

Zumeist befindet sich der Verlauf der verlegten Fließgewässerabschnitte in nicht weiter Entfernung zum Tagebaurand, so dass je nach Substratbeschaffenheit und flächiger Ausprägung von geologischen Schichten eine Dichtung des Fließgewässers erfolgen musste, um Versickerungsverluste zu unterbinden. Einerseits wäre ohne Abdichtung nach gewisser Lauflänge kein Wasser mehr im Fließgewässer vorhanden gewesen und andererseits hätte man die versickerten Wassermengen über die Grundwasserhebung des Tagebaus wieder zutage fördern müssen, um den Braunkohlenabbau weiterhin zu gewährleisten. Hinzu kommen bei den bergbaulich beeinflussten Fließgewässern teilweise deutliche Veränderungen des Einzugsgebietes und nicht selten ist auch die Durchgängigkeit nicht vorhanden.

Insgesamt sind in Sachsen aufgrund des Braunkohlenbergbaus ca. 259 km Fließgewässerstrecke verlegt und ca. 87 km mit Folien oder Lehm gedichtet.

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Bild: Große Spree zwischen Uhyst und Bärwalde (verlegt, gedichtet), Foto: Frank Herbst, LfULG

Ansprechpartner

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 44: Oberflächenwasser, Wasserrahmenrichtlinie (Braunkohlefolgen)

Dr. Frank Herbst