1. Navigation
  2. Inhalt
  3. Herausgeber
Inhalt

Flutungsstrategie

Die Strategie spielt bei der Flutung der Restlöcher und bei der Nachsorge der Bergbaufolgeseen eine entscheidende Rolle. Nicht nur das schnelle Erreichen der vorgesehenen Wasserspiegellagen, Standsicherheit, usw. sondern auch die Versauerungssituation in den Bergbaufolgeseen wird vor allem durch die Flutungsstrategie bestimmt. Die Seewasserqualität ist nach Abschluss der Flutung umso besser, je geringer der Anteil an belastetem Grundwasser im Seewasserkörper ist. Das heißt, je schneller die Restlöcher mit neutralem, gut gepuffertem Wasser aus den Fließgewässern oder aus der Grundwasserhebung des aktiven Bergbaus geflutet werden, desto besser sind die Chancen für die Herstellung guter Wasserqualitäten in den Bergbaufolgeseen.

Da in Westsachsen die Wasserqualität der Fließgewässer nicht ausreicht, wurde extra eine 73 km lange Flutungsleitung (DN 800/DN 600) mit einer Kapazität von 0,75 m³/s bzw. 0,5 m³/s für die Verteilung des aufbereiteten Grubenwassers der aktiven Tagebaue Schleenhain und Profen angelegt. In Ostsachsen erfolgt die gesteuerte Flutung der Bergbaufolgeseen mit aufbereitetem Grubenwasser und Wasser aus der Vorflut. Die Entnahme erfolgt in der Regel über Einlassbauwerke und Überleiter. Abhängig vom aktuellen Durchfluss der Fließgewässer und von Vorhersageprognosen darf die Flutungszentrale der LMBV (FZL) bestimmte Wassermengen entnehmen. Es muss jedoch sichergestellt sein, dass der ökologische Mindestabfluss gewährleistet wird und ausreichend Wasser für die unterliegenden Nutzungen zur Verfügung steht. Daher ist es erforderlich, die Flutung nach festgelegten Zielen, Parametern und wasserwirtschaftlichen Kenngrößen zu koordinieren, zu steuern und immer wieder den aktuellen Bedingungen anzupassen.

Eine grundlegende Voraussetzung für eine solche Steuerung ist eine wasserwirtschaftliche Steuerzentrale. Mit der Einrichtung der Flutungszentrale der LMBV im Jahr 2000 ist diese Voraussetzung in Ostsachsen bereits erfüllt. In Abstimmung mit der Landesdirektion Dresden, der Landestalsperrenverwaltung, dem LfULG und dem Umweltamt Brandenburg wird im Arbeitskreis Wassermenge der »AG Flussgebietsbewirtschaftung Spree/Schwarze Elster« halbjährlich die Rangliste zur Steuerung Flutung/Nachsorge aktualisiert. Die Steuerung selber erfolgt über modellgestütztes Verfahren zur Flussgebietsbewirtschaftung (Flutungs- und Steuerungsmodell »GRMSTEU«) mit automatischem Monitoring und steuerbaren Ein- und Ausleitungsbauwerken. In Westsachsen wird die Einrichtung einer entsprechenden Zentrale momentan im Rahmen mehrerer Gutachten geprüft.

Marginalspalte

Bild: Mündung des Sornoer Kanals (Überleiter 10) in den Sedlitzer See, Foto: Gernot Viehweger, LfULG

Ansprechpartner

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 46: Bergbaufolgen (Wassermenge, Flutung)

Udo Mellentin

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 44: Oberflächenwasser, Wasserrahmenrichtlinie

Katrin Kettner

Weiterführende Informationen