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Braunkohlefolgeseen

Die Flutung der verbliebenen Hohlformen (Massendefizit durch Entnahme der Kohle) mit Grundwasser, Oberflächenwässern oder Sümpfungswasser lässt neue Seenlandschaften in Mitteldeutschland und in der Lausitz entstehen. In Sachsen gibt es 58 Braunkohlefolgeseen, 29 in Westsachsen und 29 in Ostsachsen. Die Gesamtfläche der Seen wird nach dem Abschluss der Flutungsarbeiten etwa 16.644 ha betragen. Der rein sächsische Flächenanteil liegt bei etwa 15.862 ha.

In Westsachsen erfolgt die Flutung der Braunkohlefolgeseen fast ausschließlich durch GW-Wiederanstieg und über aufbereitetes Sümpfungswasser, da die Wasserqualität der oberirdischen Fließgewässer nur bedingt geeignet ist. Die Flutung der Braunkohlefolgeseen in Ostsachsen erfolgt neben GW-Wiederanstieg und aufbereitetem Sümpfungswasser vor allem mit Wasser aus in der Nähe befindlichen Fließgewässern. Insofern ist die Geschwindigkeit der Flutung der Braunkohlefolgeseen in Ostsachsen durch die Wasserentnahme aus dem Fließgewässernetz auch von den klimatischen Verhältnissen und hier insbesondere von der Niederschlagssituation abhängig.

In den ursprünglichen Planungen ist man davon ausgegangen, dass das wesentliche Flutungsgeschehen in den Jahren 2012/2013 abgeschlossen sein wird. Aktuell sehen die Prognosen ein Flutungsende für 2015/2018 vor. Ursachen für die Verzögerung sind z.B. der Anlagenbau (Ein-, Aus-, Überleiter, Marinas), Rutschungen, Grundbrüche, Sanierungsarbeiten, Witterungsbedingungen, etc.

Für 53 der 58 Braunkohlefolgeseen liegen chemische Untersuchungsergebnisse vor. Dabei lagen im Jahr 2010 29 Seen im neutralen, drei Seen im schwach sauren, 11 Seen im stark sauren und weitere 10 Seen im extrem sauren pH-Bereich. Die Belastung durch Sulfat liegt mit Ausnahme von jeweils einem See je Region, generell über dem Trinkwassergrenzwert von 240 mg/l.

Eine Tendenz zur Entwicklung von besseren Seewasserqualitäten sowohl für pH-Wert, Sulfat als auch Eisen  ist vorhanden. Dies ist die Folge der Flutung der Bergbaufolgeseen mit Fremdwasser aus der Sümpfung und den Fließgewässern sowie Maßnahmen zur Neutralisation. Braunkohlefolgeseen, die sich nur über Grundwasserwiederanstieg mit Wasser gefüllt haben, weisen häufig nach wie vor stark saure pH-Werte und hohe Sulfat- und Eisengehalte auf. Gegenwärtig ist davon auszugehen, dass in Westsachen fünf und in Ostsachsen acht Braunkohlefolgeseen langfristig einen sauren pH-Wert aufweisen werden.

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Bild: Ostufer des Neuhauser Sees, Foto: Gernot Viehweger, LfULG

Ansprechpartner

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 44: Oberflächenwasser, Wasserrahmenrichtlinie (Braunkohlefolgen)

Dr. Frank Herbst

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 46: Bergbaufolgen (Wassermenge, Flutung)

Udo Mellentin