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Tiefe Geothermie

Die Tiefe Geothermie gliedert sich in:

  • hydrothermale Geothermie, die warme Grundwässer aus Aquiferen direkt nutzt und
  • petrothermale Geothermie, die dem Gestein Wärme über einen künstlichen Wasserkreislauf entzieht.

In Sachsen treten für hydrothermale Geothermie geeignete tiefliegende wasserführende Sedimentschichten nur in Tiefen bis ca. 2 000 m im Nordosten des Freistaates auf. Die dort angetroffenen Wässer besitzen mit ca. 60°C eine relativ geringe Austrittstemperatur und kommen für eine Stromerzeugung nicht infrage.

Eine Stromgenerierung im sächsischen Grundgebirge ist nur über petrothermale Systeme denkbar. Diese Systeme sind in größeren Teufenbereichen durch die Erschließung von natürlichen Kluftsystemen oder als stimulierte geothermische Reservoire in geeigneten Gesteinskomplexen zu schaffen. Im unterirdischen Reservoir wird das über eine Tiefbohrung zugeführte kühle Wasser auf über 130°C aufgeheizt und mittels einer Produktionsbohrung einer Kraftwerksanlage zur Stromgenerierung und/oder einer Wärmenutzung zugeführt.

 

Petrothermale Tiefengeothermie

Prinzip der petrothermalen Tiefengeothermie - schematische Darstellung einer sog. Dublette, Quelle: LfULG

Unter Berücksichtigung der geologischen Bedingungen in Sachsen ist vorgesehen, einen innovativen Beitrag zur Entwicklung der petrothermalen Geothermie zu leisten. Dazu ist eine Forschungsbohrung zur grundlegenden Erforschung tiefer störungsgebundener petrothermaler Systeme geplant. Die Durchführung eines solchen Projektes bedarf der gesamten internationalen Erfahrung auf diesem Gebiet und bietet gleichzeitig die Chance, den technischen und technologischen Entwicklungsstand auf diesem Gebiet voranzutreiben.

Auf der Basis einer Sachstandsanalyse (Boeck et al. 2005) wurde das Potenzial der tiefen Geothermie im Freistaat Sachsen beschrieben und unter Ergänzung von Ergebnissen der TU Bergakademie Freiberg (Wagner 2007 und 2008) eine Problem- und Standortanalyse für geeignete Untersuchungsgebiete zur petrothermalen Geothermie aus geowissenschaftlicher Sicht durchgeführt.

Für die Erschließung der tiefen Geothermie im Freistaat Sachsen stellt das »Rahmenkonzept Tiefengeothermie« die Grundlage für weitere vertiefte Untersuchungen und die Ausweisung von Vorzugsgebieten für ein mögliches sächsisches Tiefengeothermieprojekt dar.

In Umsetzung des »Rahmenkonzeptes Tiefengeothermie« wurde 2009/2010 ein Verbundprojekt zur Geowissenschaftlichen Modellierung von drei Vorzugsgebieten zur Errichtung eines petrothermalen Geothermiekraftwerkes in Sachsen durchgeführt. Unter anderem wurden für drei sächsische Vorzugsgebiete geologisch-tektonische 3D-Modelle erarbeitet. Dabei kamen die erprobten 3D-Modellierungs-Methoden der Fachgruppe »3D-Geomodelle« zum Einsatz.

Die Ergebnisse der Arbeiten wurden im Forschungsbericht Tiefengeothermie Sachsen zusammengefasst. Diesen Forschungsbericht (»Schriftenreihe Heft 9/2011 - Tiefengeothermie Sachsen«) inklusive des Anlagenbandes können Sie in der Publikationsdatenbank des Freistaates Sachsen kostenlos herunterladen.

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Bild: Themenillustration Tiefe Geothermie

Ansprechpartner

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Sascha Görne

  • TelefonTelefon: (03731) 294-1207
  • TelefaxTelefax: (03731) 294-1099
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