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Palmenwedel Hirtstein

Mit einer Höhe von 889,8 m ü. NN zählt der Hirtstein zu den höchsten Erhebungen im mittleren Erzgebirge. Bei gutem Wetter eröffnet sich dem Besucher von dem beliebten Ausflugsziel ein Blick über das obere Erzgebirge mit Fichtelberg (1214 m ü. NN) und Klinovec (Keilberg, 1244 m ü. NN) im Südwesten und den Basaltbergen Scheibenberg (807 m ü. NN), Bärenstein (898 m ü. NN) und Pöhlberg (832 m ü. NN) im Westen.

Nutzungsgeschichte

Bereits 1845 beschrieb der Geologe C.F. Naumann das an der Nordost-Seite der Bergkuppe anstehenden Basaltvorkommen mit der eigentümlichen Säulenstellung.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde der Basalt in einem Steinbruch für die lokale Schottergewinnung freigelegt und abgebaut.
Heute bezeichnet der Geotop »Hirtstein« den aufgelassenen Basaltsteinbruch, der begehbar und durch Geländer gesichert ist. Eine Schautafel erklärt die geologische Situation.

Entstehung des Hirtsteins

Die Besonderheit am Basaltvorkommen vom Hirtstein liegt in seiner Entstehung und der daraus resultierenden Säulenstellung.

Über Bruchspalten im Gneis stieg Gesteinschmelze mit ca. 1100°C auf. Durch die Abkühlung der Schmelze zog sich diese so stark zusammen, dass senkrecht zur Abkühlungsfläche Spannungsrisse entstanden, die zur Säulenbildung führten.

Entgegen anderer vulkanischen Vorkommen im Erzgebirge trat die Gesteinschmelze des Palmenwedels nicht bis an die Erdoberfläche, sondern blieb unterirdisch im umgebenden Gneis pfropfenartig stecken. Das ist die Ursache für seine Kuppelform.

Erst durch natürliche Abtragungsprozesse und durch den Steinbruchbetrieb wurden die strahlenförmig angeordneten Säulen freigelegt.
Fotograf zeigt  den Palmenwedel Hirtstein, ein Beispiel für strahlenförmig angeordnete Basaltsäulen.

Palmenwedel Hirtstein, Quelle: LfULG

Der zweite Aufschluss im Steinbruch trägt die Bezeichnung »Riesentreppe«. Mit sechseckigem Querschnitt und Durchmessern von 30 – 70 cm sind hier die Basaltsäulen an der Westseite des Steinbruches aufgeschlossen. Oberhalb der Riesentreppe laufen die Säulen zopfartig ineinander. Die horizontale Anordnung der Säulen spricht für eine gangförmige Erstarrung der Gesteinsschmelze.

Wie auch am Scheibenberg, Pöhlberg und Bärenstein handelt es sich beim Basalt des Hirtsteins um einen homogen erscheinenden, grau bis schwarzgrauen Augit-Nephelinit. Sein Alter wurde mit Hilfe der Kalium-Argon-Methode auf 24,4 ± 2,7 Millionen Jahren datiert.

Während des Tertiärs war die Region des Erzgebirges, das nördliche Vorland und der Erzgebirgsabbruch mit anschließendem Egertalgraben in Nordböhmen ein tektonisch sehr aktives Gebiet. Durch die einseitige Anhebung der Erzgebirgsscholle im Süden und den Einbruch des Egergrabens entstanden tief reichende Verwerfungen in der Erdkruste. Den Gesteinsschmelzen dienten sie als Aufstiegsweg.

Marginalspalte

Bild: Thematische Illustration: Geotope

Ansprechpartner

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Dr. Kurt Goth

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