Erhaltung der Leistungsfähigkeit des Bodengefüges
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Erhaltung der Leistungsfähigkeit des Bodengefüges

Das Bundes-Bodenschutzgesetz (BBodSchG) verlangt, dass die Leistungsfähigkeit und die natürlichen Funktionen des Bodens erhalten bleiben. Das verpflichtet denjenigen, der auf den Boden einwirkt, zur Vorsorge und gegebenenfalls auch zur Gefahrenabwehr, um schädliche Bodenveränderungen abzuwenden und die Bodenfunktionen nachhaltig zu sichern oder wiederherzustellen.

Das Bundes-Bodenschutzgesetz unterscheidet zwischen verschiedenen Gruppen von Bodenfunktionen:

Produktionsfunktion

Hier ist vor allem die Erhaltung des Bodens als fruchtbarer Pflanzenstandort gemeint.

Gefährdung durch Bodenverdichtung:

  • Durch Verfestigung des Bodens wird das Wurzelwachstum gehemmt.
  • Die Abnahme des Porenvolumens oder eine Porenumverteilung führen zu einer Abnahme der Leitfähigkeit für Wasser und Luft. Stark eingeschränkte Leitfähigkeiten verursachen Sauerstoffmangel und Vernässung. Die Folge sind Ertragseinbußen.
  • Durch Vernässung des Bodens wird auch seine Befahrbarkeit stark eingeschränkt.
  • Pflanzennährstoffe können dem Boden nicht ausreichend entzogen werden, die Folge sind Nährstoffverluste.
Foto: Verdichtung mit Stauwasser (Quelle: Sächsische Landesanstalt für Landwirtschaft)

Foto: Verdichtung mit Stauwasser (Quelle: Sächsische Landesanstalt für Landwirtschaft)

Lebensraumfunktion

Boden ist Lebensraum für zahlreiche Organismen. Diesen Lebensraum gilt es zu erhalten.

Gefährdung durch Bodenverdichtung:

  • Sauerstoffmangel aufgrund Bodenverdichtung ist lebensfeindlich für Bodenlebewesen und schädlich für viele Pflanzen!

Regelungsfunktion für Stoff- und Wasserkreislauf

Böden regeln den Wasserkreislauf, wandeln Stoffe um und filtern und puffern Schadstoffe.

Gefährdung durch Bodenverdichtung:
  • Durch Sauerstoffmangel nimmt die biologische Aktivität im Boden stark ab. Nährstoffe werden dadurch schlechter fixiert oder nicht mehr pflanzenverfügbar umgesetzt. Es kommt zu Nährstoffauswaschung und damit zur Schädigung von Grund- und Oberflächengewässern.
  • Sauerstoffmangel führt zu Denitrifikation (Umwandlung des im Nitrat gebundenen Stickstoffs zu molekularem Stickstoff, der von den meisten Lebewesen nicht mehr als Nährstoff genutzt werden kann) und Fäulnis. Ausgasung von Stickstoff und Fäulnisgasen trägt zur Luftverschlechterung bei.
  • Verringerte Wasserleitfähigkeit des Bodens erhöht den Oberflächenabfluss (Erosionsgefahr) und vermindert die Grundwasserneubildung.