Wolf (Canis lupus)
FFH-Art 1352
Der Wolf (Canis lupus) ist das bekannteste heimische Raubtier. Sein Aussehen gleicht dem eines großen, kräftigen Schäferhundes mit hellgrau-ockernem Fell und buschigen, dicht behaarten Schwanz.
Wölfe haben ein hochentwickeltes Sozialverhalten. Sie leben in Rudeln (Familienverbänden) mit ausgeprägter Rangordnung, die relativ große Reviere beanspruchen. Einzeltiere unternehmen zum Teil weite Wanderungen von mehreren hundert Kilometern.
An seinen Lebensraum stellt der Wolf eher geringe Ansprüche. Er kann durchaus - z. B. in den Vororten Roms - in enger Nachbarschaft des Menschen leben und ist nicht auf Wildnisgebiete angewiesen (Reinhardt & Kluth 2007, 17).
In Sachsen hält er sich in relativ störungsarmen Gebieten mit überdurchschnittlich hohem Waldanteil auf. Dort jagen die vorwiegend nachtaktiven Tiere im Rudel größeres Wild (Reh, Rothirsch, Wildschwein). In Notzeiten fressen sie auch kleinere Wirbeltiere, Aas und pflanzliche Nahrung.
Der Wolf war ursprünglich in ganz Europa verbreitet, bevor der Mensch ihn im 18. und 19. Jahrhundert in weiten Teilen Mitteleuropas ausrottete. Überlebt hat die Art nicht dort, wo sie die besten Lebensbedingungen vorfand, sondern dort, wo man ihr mit einer gewissen Toleranz oder Gleichgültigkeit begegnete und ihre Ausrottung dementsprechend nachlässiger betrieb (Boitani 1995 zit. n. Reinhardt & Kluth 2007).
In Sachsen verschwanden die letzten bodenständigen Wölfe im Laufe des 18. Jahrhunderts. Vereinzelt wurden danach wandernde, vermutlich aus Polen stammende, Tiere beobachtet. Erst um die Jahrtausendwende erfolgte die Rückkehr der Art nach Ostsachsen in die Muskauer Heide (Truppenübungsplatz). Seitdem haben sich in Sachsen fünf Wolfsrudel angesiedelt.
Vor allem im Herbst und im Winter ist dort nun wieder das nächtliche Heulen der Wölfe zu vernehmen - ein weiteres Charakteristikum der Art, das dem Zusammenhalt des Rudels sowie der territorialen Besitzanzeige dient. Für Wölfe ist in den Wintermonaten Paarungszeit. Im Frühjahr (März bis Mai) bringen die weiblichen Tiere 3-8 Junge zur Welt, welche nach zwei bis drei Jahren geschlechtsreif werden.
Der Wolf gehört zu den prioritären Arten der FFH-Richtlinie, für deren Erhalt die Europäische Gemeinschaft - und namentlich Sachsen - in besonderem Maß verantwortlich ist. Um sein Vorkommen in Sachsen zu schützen, sind vor allem große Waldbereiche und jagdfreie Gebiete zu erhalten und wiederherzustellen sowie Konflikte mit Landnutzern zu vermeiden.







