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Wirkung: Gewerbe – Boden

Der Anteil an Siedlungs-, Gewerbe- und Industrieflächen an der Landesfläche stieg im Freistaat Sachsen über die Jahre hinweg stetig an. Im Jahr 2001 betrug er rund 6,7 % der Landesfläche. Auch in den vergangenen Jahren hat sich diese Entwicklung fortgesetzt. Die Flächenneuinanspruchnahme in Sachsen insgesamt ist von einem hohen Niveau in den 1990er Jahren bis 2004 deutlich gesunken, steigt aber seitdem wieder erheblich an.

Versiegeln des Bodens, Bodenaushub und Verdichten von Bodenmaterial beim Ein- und Aufbringen fremder Baumaterialien führen oft zu irreparablen Schäden. Versiegelte Flächen sind meist wasser- und luftundurchlässig, sie bieten Bodenorganismen und Pflanzen keinen ausreichenden Lebensraum. Verminderung der Grundwasserneubildung, Veränderung des Klein- und Regionalklimas und Förderung von Hochwassergefahren sind weitere negative Folgewirkungen der Flächenneuinanspruchnahme.

Die Reduzierung des Flächenverbrauchs besitzt für den Bodenschutz eine hohe Priorität. Gerade bei der Ausweisung von Industrie- und Gewerbegebieten sollte großflächig vorhandenen, bereits vorgenutzten Flächen (z. B. ehemalige Kasernen und Industriebrachen) der Vorzug gegenüber Neuausweisungen »auf der grünen Wiese« gegeben werden.

Vor allem viele historische Industrieflächen sind allerdings über Jahrzehnte hinweg auch großflächig mit Schadstoffen verunreinigt worden. Dies führte teilweise zu flächenhaften schädlichen Bodenveränderungen. Hinzu kommen in Sachsen sehr viele altlastverdächtige Flächen sowie Altlasten, aktuell um die 30.000 entsprechende Teilflächen.

Ursachen für diese hohe Anzahl sind

  • das ungestörte Verbringen des Abfalls bis zur Wende in zahlreichen kleinen Deponien wie Tagebaurestlöchern,
  • das Fehlen technischer Schutzsysteme wie Abdichtungen, Gas- und Sickerwassererfassung beim Ablagern oder
  • das Vorhandensein zahlreicher industrieller Kontaminationen durch unsachgemäße Produktions-, Lagerungs-, Transportprozesse und Abfallbeseitigung.

In den letzten Jahren ist es gelungen, durch Altlastensanierung auf der einen Seite und durch den Ausschluss des Gefahrenverdachts auf der anderen Seite, immer mehr Flächen dem Flächenkreislauf für eine Wiedernutzung zur Verfügung zu stellen.

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Bild: Illustration zur Nutzungsauswirkung von Gewerbe auf Boden

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