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Flächenbezogene Naturschutzmaßnahmen

Beschreibung des Indikators

Der Indikator beschreibt den Umfang der Flächen, die auf der Grundlage von Förderzuwendungen (oder bis zum Jahr 2014 vertraglicher Vereinbarungen) naturschutzgerecht bewirtschaftet oder gepflegt werden.
Mit Beginn der Förderperiode 2015 löste die neue Förderrichtlinie »Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen« (AUK/2015) die bisherige flächenbezogene Förderung nach der Richtlinie »Agrarumweltmaßnahmen und Waldmehrung« (AuW/2007) ab. Damit verbunden war auch die Aufnahme der bisherigen landesmittelfinanzierten flächenbezogenen Förderung nach Richtlinie »Natürliches Erbe« (NE/2007) in die Richtlinie AUK/2015.

Grafik: Flächenbezogene Naturschutzmaßnahmen in Sachsen

Grafik: Flächenbezogene Naturschutzmaßnahmen (Quelle: Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie)

Aussage des Indikators

Ziel internationaler und nationaler Bestrebungen ist es, den Rückgang der biologischen Vielfalt zu stoppen. Für viele Tier- und Pflanzenarten sind extensiv bewirtschaftete oder gepflegte Flächen Lebensraum oder sie erfüllen eine bestimmte wichtige Teilfunktion in deren Leben. Werden Flächen entsprechend den Art- oder Lebensraumansprüchen bewirtschaftet oder gepflegt, dann kann die biologische Vielfalt erhalten bzw. deren Rückgang verlangsamt oder verhindert werden. Seit dem Jahr 1992 erfolgt in Sachsen die Förderung naturschutzkonformer Bewirtschaftungsweisen und Pflegeformen über verschiedene EU- und/oder landesfinanzierte Richtlinien. Die geförderten Maßnahmen/Vorhaben stellen den Kern der aktiven Schutzbemühungen zur Erhaltung der biologischen Vielfalt dar. Ohne diese Förderung könnten die Ziele, die u. a. mit dem Natura 2000 Prozess verbunden sind, nicht erreicht werden.

Bewertung für Sachsen

In der neuen Förderperiode haben insbesondere die Grünlandvorhaben nach Richtlinie AUK/2015 eine Neuausrichtung erfahren. Zum Beispiel ersetzt die ergebnisorientierte Honorierung (EOH) artenreichen Grünlandes (GL.1a-c), die in drei Stufen (mit 4, 6 und 8 Kennarten) angeboten wird, u. a. die bisherige Förderung der extensiven Grünlandnutzung (ehemalige Maßnahme G.1 der Richtlinie AuW/2007).
Mit Beginn der neuen Förderperiode werden nunmehr auch die Flächen, die im Rahmen der EOH gefördert werden, der sog. naturschutzgerechten Grünlandnutzung zugeordnet, was bis zum Jahr 2014 nicht der Fall war. Der damit im Jahr 2015 verbundene hohe Flächenzuwachs (siehe Diagramm) ist demzufolge dieser geänderten Verfahrensweise bei der Zuordnung der Flächen geschuldet. Auch im 3. Jahr der neuen Förderperiode nahm diese Fläche um weitere 615 ha zu und stieg auf 56.530 ha an. Auf 5,4 % dieser Flächen (= 3.051 ha) werden Biotoppflegemaßnahmen durchgeführt.
Die Inanspruchnahme von Flächen zur naturschutzgerechten Ackernutzung übertraf die Erwartungen deutlich. U. a. werden die ein- und mehrjährigen Brachen sowie die ein- und mehrjährigen Blühflächen von den Landwirten sehr gut angenommen. Eine naturschutzgerechte Ackernutzung wurde im Jahr 2015 auf nahezu 10.600 ha gefördert. In 2016 hat sich diese Fläche mehr als verdoppelt und erreicht einen Wert von 23.034 ha. Mit Bezug auf die Förderung nach Richtlinie AUK/2015 erfolgte ab dem Antragsjahr 2017 eine Begrenzung der Antragstellung sowie des Vorhabens- und Flächenzugangs. Aus diesem Grund nahm die Fläche für die naturschutzbezogene Ackernutzung nur geringfügig zu (von 23.034 ha im Jahr 2016 auf 23.256 ha im Jahr 2017).

Marginalspalte

Bild: Illustration für Umweltindikator

Umweltindikatoren von A bis Z

A–E | F–M | N–S | T–Z

Navigator Umweltstatus

Trendbewertung

flächenbezogene Naturschutzmaßnahmen

Bewertung

Tendenz: leicht steigend

Datenaktualität

letzte Aktualisierung:
15.06.2018

verfügbare Wertebasis:
2017

Indikator-Anwendung

Dieser Indikator wird angewendet bei der Bewertung von:

Schutzgut

Nutzer

weiterführende Informationen

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