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Stickstoff-Bilanz

Beschreibung des Indikators

Der Indikator beschreibt den Stickstoffüberschuss auf landwirtschaftlich genutzter Fläche und berechnet sich aus der Differenz zwischen Stickstoff-Zufuhr und Stickstoff-Abfuhr mit den Ernteprodukten. Nicht berücksichtigt sind atmosphärische Stickstoffeinträge und Denitrifikationsverluste (Abgabe von umgewandelten Stickoxiden oder Stickstoff aus dem Boden). Berechnungsmethode entsprechend der Düngeverordnung: Gasförmige Stickstoffverluste im Stallbereich und beim Ausbringen von Wirtschaftsdüngern wurden mit 30 % angerechnet.

Diagramm: Stickstoff-Bilanz in Sachsen in den Jahren 1992 bis 2014

Diagramm: Jährliche Stickstoff-Bilanz nach Düngeverordnung auf ackerbaulich genutzten Dauertestflächen außerhalb von Wasserschutzgebieten (ohne ökologisch bewirtschaftete Flächen) in den Jahren 1992 bis 2014 (Quelle: Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, Referat 72 Pflanzenbau)

Jahr 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999
Stickstoff (in kg/ha) 56 25 24 24 0 4 13 25
Anzahl Dauertestflächen 519 534 535 569 556 785 771 788
Jahr 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007
Stickstoff (in kg/ha) 27 18 32 46 -1 22 35 24
Anzahl Dauertestflächen 786 761 836 819 856 856 846 711
Jahr 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
Stickstoff (in kg/ha) 29 28 43 33 18 25 4
Anzahl Dauertestflächen 716 727 690 729 757 752 664
Tabelle: Stickstoff-Bilanz in Sachsen in den Jahren 1992 bis 2014 [kg/ha]

Aussage des Indikators

Stickstoff ist der wichtigste Pflanzennährstoff. In Abhängigkeit von den Standortbedingungen (Boden, Witterung), der angebauten Kulturart, den eingesetzten Düngemitteln (Menge, Art, Applikationstechnik) und weiterer Produktionsfaktoren wird der Stickstoff nicht vollständig von den Nutzpflanzen aufgenommen. Dieser überschüssige Stickstoff gelangt auf verschiedenen Wegen in die Umwelt (Luft, Boden, Wasser). Dort kann dieser Stickstoffeintrag weit reichende negative Auswirkungen haben, so z.B. Versauerung, Eutrophierung, Nitratbelastung des Grundwassers, Belastung der Oberflächengewässer und Meere oder Beeinträchtigung der biologischen Vielfalt. Der Stickstoffüberschuss ist daher ein wichtiger Gradmesser für die Nachhaltigkeit der landwirtschaftlichen Produktion.

Bewertung für Sachsen

Die Höhe der N-Salden wird vom jeweiligen Ertragsniveau und den witterungsbedingten Ertragsschwankungen beeinflusst. In Jahren mit hohen Erträgen werden regelmäßig niedrige Salden verzeichnet (z.B. 2004, 2014), in Jahren mit unterdurchschnittlichen Erträgen hingegen höhere Salden (Trockenjahr 2003). Seit 1960 stieg der Stickstoffbilanzüberschuss bis in die 70er und 80er Jahre stark an und erreichte ein hohes Niveau. Nach 1990 ist ein deutlicher Rückgang nachzuweisen, der vor allem auf den Abbau der Tierbestände und einen umweltgerechten Düngereinsatz zurückzuführen ist. Nach einer Stagnation ist seit 2010 ein positiver Trend mit abnehmenden N-Salden zu verzeichnen.

Die in der Abbildung dargestellten Daten wurden auf landwirtschaftlichen Praxisflächen erfasst, deren Bewirtschaftungsdaten jährlich erfasst und ausgewertet werden (Dauertestflächen). Dabei handelt es sich ausschließlich um Ackerflächen, die über ganz Sachsen verteilt sind. Flächen in Wasserschutzgebieten und ökologisch bewirtschaftete Flächen wurden für diese Auswertung ausgeschlossen.

Anwendungsempfehlungen

Der Indikator wird im Umweltstatus Sachsen verwendet.

Marginalspalte

Bild: Illustration für Umweltindikator

Umweltindikatoren von A bis Z

A–E | F–M | N–S | T–Z

Navigator Umweltstatus

Trendbewertung

Bewertung

Tendenz: leicht fallend

Datenaktualität

letzte Aktualisierung: 03.08.2016

verfügbare Wertebasis:               1 Jahr zurückliegend

 

Indikator-Anwendung

Dieser Indikator wird angewendet bei der Bewertung von:

Schutzgut

Nutzer

weiterführende Informationen

Fachauskunft

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Abteilung 7, Referat 72 Pflanzenbau

Dr. Michael Grunert

  • TelefonTelefon: (035242) 631-7201
  • E-MailE-Mail
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