Erosionsminderung
Beschreibung des Indikators
Die pfluglose Bearbeitung von Ackerflächen stellt eine wirksame Maßnahme zur Erosionsminderung dar. Der Indikator geht vom Umfang der geförderten Ackerfläche mit pflugloser Bodenbearbeitung aus. Dabei liegen die Förderflächen der Jahre 1995-2008 des Förderprogramms „Umweltgerechte Landwirtschaft“ (UL-Programm) und ab Erntejahr 2008 der Umfang der Förderflächen, die über das Förderprogramm "Agrarumweltmaßnahmen und Waldmehrung" (AuW-Programm) gefördert werden, zugrunde.
Der prozentuale Anteil der pfluglos bzw. konservierend bestellten Ackerfläche an der Gesamtackerfläche Sachsens beschreibt die Erosionsminderungsfläche in Sachsen.
| Jahr | 1995 | 1997 | 1999 | 2001 | 2003 | 2005 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| AL gesamt (in ha)1 | 714014 | 717797 | 724354 | 728034 | 723000 | 720560 |
| Anteil AL pfluglos (in %) | 3,7 | 8,0 | 10,9 | 20,9 | 26,9 | 34,1 |
| Jahr | 2007 | 2008 UL | 2008 AuW | 2009 | 2010 | 2011 |
| AL gesamt (in ha)1 | 721373 | 720594 | 720594 | 721220 | 720739 | 7207392 |
| Anteil AL pfluglos (in %) | 8,6 | 4,8 | 11,8 | 16,9 | 29,0 | 32,73 |
1(Quelle: Statistisches Landesamt), 2(Wert 2010, Wert 2011 noch nicht verfügbar), 3(Quelle: Antragsstand AuW-Förderprogramm August 2011)
Aussage des Indikators
Bodenerosion ist ein Hauptproblem der Landwirtschaft in Sachsen. Ca. 60 % der Ackerfläche Sachsens sind potenziell wassererosionsgefährdet. Erosionsmindernde Maßnahmen wie konservierende Bodenbearbeitung, Zwischenfruchtanbau und Untersaaten wirken der Bodenerosion entgegen. Die dauerhaft konservierende Bodenbearbeitung (durchgängige pfluglose Bodenbearbeitung) stellt im Erosionsschutz die wirksamste Maßnahme dar. Damit sind konservierend bestellte Flächen als Erosionsminderungsflächen einzustufen.
Bei der Interpretation des Indikators ist zu beachten, dass nur geförderte Ackerflächen berücksichtigt werden und die Förderflächenumfänge des AuW-Programms, im Unterschied zu denen des UL-Programms, ausschließlich dauerhaft konservierend bearbeitete Ackerflächen einbeziehen. Des Weiteren wurde bis 2009 die AuW-Förderfläche durch eine Förderkulisse begrenzt. Insofern sind Vergleiche zwischen dem UL-Programm und dem AuW-Programm nur sehr eingeschränkt möglich.
Bewertung für Sachsen
In den Jahren von 1995 bis 2005/2006 erhöhte sich der Umfang der im Rahmen des UL-Programms geförderten konservierend bearbeiteten Fläche von unter 5 % auf rund 34 % der Ackerfläche Sachsens. Der Rückgang des Förderumfangs im Jahr 2007 ist auf das Auslaufen des UL-Programms in diesem Jahr zurückzuführen. Für das Erntejahr 2007 konnte zudem noch keine Förderung der konservierenden Bodenbearbeitung über das AuW-Förderprogramm beantragt werden.
Der erosionsmindernde Effekt der dauerhaft konservierenden Bodenbearbeitung gegenüber der periodisch angewendeten konservierenden Bodenbearbeitung nach dem UL-Programm ist wesentlich höher, stellt jedoch höhere Anforderungen an den Bewirtschafter. Vor dem Hintergrund der veränderten Förderbedingungen, insbesondere hinsichtlich der Öffnung der Förderkulisse, aber auch der Erweiterung der Antragsmöglichkeiten (Neuantragstellung 2012 möglich) ist mit einer weiteren Steigerung der Förderflächen zu rechnen.
Insgesamt kann davon ausgegangen werden, dass sich über die AuW-Förderflächenumfänge hinaus die periodisch konservierende Bodenbearbeitung in der sächsischen Landwirtschaft etabliert hat und weiterhin auf einem sehr hohen Flächenniveau angewendet wird. So wird der Anteil pfluglos bearbeiteter Flächen an der gesamten Ackerfläche in Sachsen auf mindestens 50 %, in manchen Regionen auf bis zu 100 % geschätzt.


