1. Navigation
  2. Inhalt
  3. Herausgeber
Inhalt

Fischaufstiegsanlagen in technischer Bauweise

Im Unterschied zu naturnahen Bauweisen tragen technische Fischaufstiegsanlagen nicht zur naturnahen Strukturierung der Fließgewässer bei. Die Herstellung der Durchgängigkeit für Fische und Makrozoobenthos rechtfertigt jedoch den Bau solcher technischer Anlagen. Technische Anlagen sollten nur dann eingesetzt werden wenn aufgrund der Rahmenbedingungen eine naturnahe Bauweise nicht in Frage kommt. Beispielsweise besitzen sie meist einen geringeren Platzbedarf als naturnah ausgeführte Anlagen.

Beckenpässe

Beckenpässe bestehen aus einer vom Ober- zum Unterwasser geführten Rinne. Die steile Fließstrecke wird durch den Einbau von Zwischenwänden in strömungsberuhigte Bereiche (Becken) unterteilt, die treppenartig hintereinandergereiht sind. Die Zwischenwände (Massiv oder aus Holz) sind mit Öffnungen versehen und ermöglichen so den Fischen einen ungehinderten Aufstieg. In dem in die Sohle Steine eingebaut werden, kann auch die Passierbarkeit für Makrozoobenthos sichergestellt werden. Es werden verschiedene Arten von Beckenpässen unterschieden, je nach dem Aufbau der Zwischenwände.

Die lotrechten Zwischenwände konventioneller Beckenpässe besitzen wechselseitige Kronenausschnitte oben und Schlupflöcher unten. Der Unterhaltungsbedarf ist verhältnismäßig hoch, da die Durchflussöffnungen stark verstopfungsgefährdet sind. Bei Hochwasser besteht die Gefahr, dass die Zwischenwände überströmt werden.

Ein Schlitzpass (s. Bild) ist eine verbesserte Variante des Beckenpasses. Die Zwischenwände haben entweder einen oder zwei vertikale Schlitze, die über die gesamte Höhe der Zwischenwand reichen. Kurz hinter einem Schlitz ist ein Umlenkblock eingelassen, der die Hauptströmung in die Beckenmitte lenkt und die Fließgeschwindigkeit des Wassers vermindert. Wegen der Höhe der Schlitze ist diese Anlage unabhängiger gegenüber Verstopfung und sowohl für kleine Bäche, als auch für große Flüsse geeignet, da sich Unterschiede der Abflussmenge relativ gering auf die Funktionstüchtigkeit auswirken.

Darüber hinaus gibt es noch andere Arten von Beckenpässen (z.B. Denilpass, Rhomboidpass, Mäanderfischpass), die einem ähnlichen Prinzip folgen, bei denen die Zwischenwände aber anders aufgebaut und angeordnet sind.

Wehr Wasserkraft Liebethal an der Wesenitz: Schlitzpass

Wehr Wasserkraft Liebethal an der Wesenitz: Schlitzpass, Quelle: Sächsische Wehrdatenbank (LfULG); Bild Peters/Signer

WKA Bieder Tzschelln an der Spree: Mäanderfischpass

WKA Bieder Tzschelln an der Spree: Mäanderfischpass, Quelle: Sächsische Wehrdatenbank (LfULG); Bild Peters/Signer

Andere technische Anlagen

Neben den weit verbreiteten Beckenpässen gibt es weitere Arten technischer Anlagen, die den Aufstieg von Fischen und Makrozoobenthos ermöglichen sollen. Aalleitern wurden speziell für junge Glasaale konstruiert, die gerade aus dem Meer aufsteigen und noch nicht leistungsstark sind. Die verbreiteste Variante ist eine kleine, flache, Rinne, welche es den Aalen ermöglicht, sich schlängelnd, kriechend nach oben zu bewegen. Eine Aufwärtsbewegung anderer Fische ist weder möglich noch beabsichtigt.

Eine sehr kostenintensive Möglichkeit bilden die Fischaufzüge, die große Höhenunterschiede auf engem Raum überwinden können und so z.B. für Talsperren geeignet sind.

Marginalspalte

Bild: Oberirdische Gewässer

Ansprechpartner

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 45: Landeshochwasserzentrum, Gewässerkunde

Rainer Elze

VerwandteThemenseiten