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Programm

Wiederherstellung der Durchgängigkeit sächsischer Fließgewässer

Das Programm zur Wiederherstellung der Durchgängigkeit sächsischer Fließgewässer wurde vom Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) im Jahr 2002 initiiert und mittels Erlass auf den Weg gebracht.
Die Querbauwerke, deren Durchgängigkeit in diesem Programm gefördert werden soll, wurden

  • anhand ihrer Lage im Gewässernetz und ihrer Bedeutung für das Einzugsgebiet, für die Nebenflüsse und für mit ihnen in Zusammenhang stehende Feuchtbiotope und
  • nach ihrer Funktion als Reproduktionsgewässer von Rote-Liste-Arten bzw. Anhang-II-Arten nach FFH-RL ausgewählt.

Danach erfolgte eine Einteilung der Fließgewässer in zwei Kategorien nach ihrer überregionalen/regionalen Bedeutung und nach naturschutzfachlichen und gewässerökologischen Aspekten (Karte 3, siehe rechte Spalte). Innerhalb der Kategorie I wurde zudem eine oberste Priorität für schnell realisierbare, zeitlich dringende Projekte mit besonderem Nutzen für das Erreichen der Programmziele festgelegt.

Das Programm ist kooperativ angelegt. Eigentümer, öffentliche Träger der Unterhaltungslast und Nutzer betroffener wasserbaulicher Anlagen werden ebenso beteiligt wie die interessierten Naturschutz-, Angler- und Sportverbände oder die von den Maßnahmen berührten privaten und öffentlichen Anlieger. Die Federführung liegt beim SMUL. Das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) ist für die fachliche Koordinierung und die Einbindung weiterer Behörden zuständig.

Das Programm soll über einen Zeitraum von 15 Jahren laufen und soll sich an den Fristen zur Umsetzung der EU-WRRL orientieren. Für grenzüberschreitende Gewässer ist eine Abstimmung mit den benachbarten Ländern vorzunehmen.

Gewässer mit oberster Priorität

Mit oberster Priorität werden drei Schwerpunktgebiete bearbeitet:

  • das Mulde-Gebiet mit Vereinigter Mulde, Abschnitten der Zwickauer Mulde, Chemnitz und Würschnitz durch die Einstufung der Mulden als Repräsentativgewässer und durch Bestehen von Pilotprojekten für die Chemnitz und die Würschnitz und an Vereinigte Mulde bis oberhalb Chemnitz
  • die Elbe und die Unterläufe von Müglitz, Wesenitz, Lachsbach, Polenz, Sebnitz und Kirnitzsch durch ihre Lage im Nationalpark »Sächsische Schweiz« bzw. ihre Bedeutung für das Gelingen des Lachsprogamms
  • die Kleine Spree im Bereich des Biosphärenreservats »Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft« mit bereits bestehenden Konzepten zur Verbesserung der Durchgängigkeit (siehe Karte 3)

In 10 dieser priorisierten Gewässer wurden 26 Querbauwerke gefunden, deren jetziger Zustand sofort einzuleitende Maßnahmen erfordert, um sie passierbar für den Lachs zu gestalten und die Durchgängigkeit möglichst langer und geeigneter Gewässerabschnitte zu gewährleisten.

Gewässer Anzahl der Querbauwerke mit Priorität 1
Lachsbach 1
Sebnitz 1
Kirnitzsch 2
Wesenitz 1
Müglitz 6
Kleine Spree 2
Vereinigte Mulde 4
Zwickauer Mulde 2
Chemnitz 5
Würschnitz 2
Tabelle: Gewässer und Anzahl der Querbauwerke mit Priorität 1

Anmerkung: In den relevanten Abschnitten der Lachsgewässer Elbe und Polenz befinden sich keine Querbauwerke mit oberster Priorität