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Gewässerdurchgängigkeit

Seit der Industrialisierung ist der Nutzungsdruck auf die sächsischen Fließgewässer stetig gestiegen. Es wurden Querbauwerke installiert, um die Wasserversorgung für die Industrie zu sichern, die Wasserzufuhr für Fischteiche zu gewährleisten, um Mühlen zu betreiben und um Energie zu erzeugen. In den letzten Jahrzehnten sind weitere Bauwerke in den Flüssen errichtet worden, u. a. für die Trinkwasserversorgung in dieser sommertrockenen Region Deutschlands und für den Hochwasserschutz.

Veränderte Struktur der Flüsse

Die Vielzahl der Nutzungsmöglichkeiten und gewässerregulierenden Maßnahmen haben zu rund 2230 Wehren, Sohlschwellen, Sohl- und Staustufen in fast allen Fließgewässern Sachsens geführt, die sich in unterschiedlichem Maße nachteilig auf die Entwicklung von Natur und Landschaft auswirken (siehe Karte 1). Die Struktur der Flüsse wurde verändert, so dass eine ökologische Durchgängigkeit nicht mehr gegeben ist.

Wanderfischarten z.B. Lachs, Meerforelle und Bachforelle können nicht mehr in ihre Laichgebiete ziehen, die Artenzusammensetzung des Makrozoobenthos wechselt und ein Mindestabfluss ist nicht gewährleistet. 60 % der Querbauwerke in Sachsen sind ökologisch nicht passierbar. Die Fließgewässer sind als Teil der Natur aber auch eigenständige Ökosysteme und reagieren besonders empfindlich auf anthropogene Einflüsse.

Messwehr Pegel Ammelsdorf an der Wilden Weißeritz

Messwehr Pegel Ammelsdorf an der Wilden Weißeritz, Quelle: Sächsische Wehrdatenbank (LfULG); Bild Peters/Signer

Natürliche und Naturnahe Strukturen

Entsprechend der Erkenntnis eines dramatisch veränderten Naturraumes sind in den letzten Jahren intensive Anstrengungen unternommen worden, um den negativen Tendenzen entgegenzuwirken. Es werden wieder natürliche und naturnahe Strukturen angestrebt, die u. a. den Gewässerschutz und den Arten- und Lebensraumschutz beinhalten. So sind im Vertrag zur Europäischen Union die Erhaltung, der Schutz und die Verbesserung der Qualität der Umwelt als wesentliches Ziel der Gemeinschaft verankert.

Europäische Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie und Programm »Elbelachs 2000«

Die Europäische Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (RICHTLINIE 92/43/EWG; FFH-RL) hat zum Ziel die Erhaltung der natürlichen Lebensräume der wildlebenden Tiere und Pflanzen. Die Wasserrahmenrichtlinie (RICHTLINIE 2000/60/EG; WRRL) strebt den Schutz und die Verbesserung der Qualität und der Struktur des Oberflächenwassers in Fließ- und Standgewässern und des Grundwassers an. Neben den EU-Richtlinien, die auf Bundeslandebene umzusetzen sind, wurden weitere ambitionierte Programme in Sachsen auf den Weg gebracht.

Das Programm zur Wiederherstellung der Durchgängigkeit der sächsischen Fließgewässer wird parallel und mit positiven Aspekten zu beiden EU-Richtlinien realisiert und ist ebenfalls Grundlage des Programms »Elbelachs 2000«. Mit dem Lachs-Programm soll ein stabiler Bestand in der Elbe und ausgewählten Nebengewässern wieder aufgebaut werden.

Programm zur Wiederherstellung der Gewässerdurchgängigkeit

Das Programm zur Wiederherstellung der Gewässerdurchgängigkeit wurde vom Freistaat Sachsen 2002 initiiert, um unsere Fließgewässer weiter zu renaturieren und damit ihre ökologische Durchgängigkeit wiederherzustellen und dauerhaft zu sichern.