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Kurzbericht – Trockenjahr 1911

Nach teils ergiebigen Niederschlägen im Frühjahr 1911, stellte sich in Mitteleuropa während der zweiten Jahreshälfte eine anhaltende und ausgesprochen trockene Witterung ein, die mit kurzen Unterbrechungen bis in den Dezember anhielt. Während des Sommerhalbjahres war in Sachsen vielerorts weniger als die Hälfte der langjährigen durchschnittlichen Niederschlagsmenge zu verzeichnen. Auch vereinzelte Niederschläge konnten die extreme Dürre, welche von außergewöhnlich vielen Hitzetagen über 30°C begleitet wurde, nicht mildern.[1][2]

Obwohl das zweite Quartal 1911 weniger abflussarm als im Jahr 1842 war, entwickelte sich 1911 vor allem im Elbeeinzugsgebiet, aber auch in den angrenzenden Flussgebieten der Oder und Weser, eine vergleichbar lange, ausgeprägte Niedrigwasserperiode von Juli bis Dezember. An den Elbpegeln von der Moldaumündung bis Dresden sowie unterhalb Magdeburgs wurden sogar die bis dahin niedrigsten Wasserstände seit Messbeginn für den eisfreien Zeitraum gemessen. Vereinzelte, geringe Niederschläge verhinderten ein weiteres Fallen der Wasserstände, sodass die Tiefstwerte aus dem Jahr 1904 nicht unterschritten wurden. Der zeitliche Verlauf des Niedrigwassers von 1911 ähnelt dem aus 2003.[1][2] Allerdings sanken 1911 die Wasserstände und Durchflüsse im Vergleich weitaus stärker, auch weil es zu diesem Zeitpunkt noch nicht die großen Talsperren in Moldau und Elbe auf tschechischem Gebiet zur Abflussstützung gab.

Zeitungsmeldungen aus jener Zeit berichteten über die Sichtung von Hungersteinen in der Elbe ab Juli 1911, welche auf die außerordentlichen Notzeiten hinwiesen. Demnach wurden großen Missernten bei Feldfrüchten und Wiesenfutter beobachtet. Die Binnenschifffahrt und somit der Güter- sowie Personenverkehr kam auf weiten Teilen der Elbe während der Sommermonate hinweg ins Stocken oder gar komplett zum Erliegen.[1][2]

 

Quellen

[1] Fickert, R. (1937): Über Trockenwetter- und Niederwasserzeiten im Lande Sachsen. Jahrbuch des Amtes für Gewässerkunde des Landes Sachsen für das Abflussjahr 1936, Dresden

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Ansprechpartner

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 45: Landeshochwasserzentrum, Gewässerkunde

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