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Kurzbericht – Trockenjahr 2018

Ebenso im Jahr 2018 wurde Deutschland von einer ausgeprägten meteorologischen Trockenheit erfasst. Ursache dafür war, dass sich über Mitteleuropa im Laufe des Aprils eine Luftdruckverteilung mit sehr stabilem Hoch über Skandinavien und Nordosteuropa (sog. »Omega‑Wetterlage«) etablierte. Das führte dazu, dass Atlantische Tiefs nicht mehr nach Mitteleuropa vordringen konnten (»Blocking« genannt) und somit kontinuierlich warme, trockene Luft aus Südosten nach Deutschland strömte. Infolgedessen stellte sich eine sehr warme Periode ab etwa Mai ein, die bis in den Oktober hinein anhielt und teils extreme Hitzewellen brachte. In Sachsen war 2018 das wärmste und niederschlagsärmste Jahr seit seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881.[1]

Das seit dem Februar zunehmende Niederschlagsdefizit führte ab Mai zu einer fortwährenden Intensivierung der hydrologischen Trockenheit, welche erst Mitte Dezember nach über sechs Monaten allmählich nachließ. Auf dem Höhepunkt der Dürreperiode war an mehr als drei Viertel der sächsischen Pegel eine Wasserführung unterhalb des mittleren jährlichen Niedrigwasserdurchflusses (MNQ) zu verzeichnen. Vor allem zahlreiche kleinere Gewässer fielen trocken.

In der Elbe stellte sich ebenfalls extremes Niedrigwasser ein. Allerdings konnten die steten Abgaben aus den tschechischen Talsperren in der Moldau und Eger eine Verschärfung der Situation vermeiden. Dennoch verhinderten diese nicht, dass Ende August am Pegel Dresden der niedrigste Tagesmittelwert des Wasserstands beziehungsweise Durchflusses seit Inbetriebnahme der größeren tschechischen Stauanlagen im Jahr 1964 beobachtet und damit auch der Tiefststand des Jahres 2015 nochmals unterschritten wurde. Die entsprechenden Tiefstwerte von 2018 betrugen an den folgenden sächsischen Elbpegeln konkret:

  • Schöna (23.08.2018): 65 cm ≙ 70,6 m³/s
  • Dresden (23.08.2018): 45 cm ≙ 74,2 m³/s
  • Torgau (15.09.2018): 36 cm ≙ 90,1 m³/s

Wie bereits 2015 waren in der Elbe bei Wasserständen von weniger als 70 cm am Pegel Dresden wieder vielerorts die sogenannten Hungersteine zu sehen.

 

Abbildung des Oberpostaer Hungersteins in der Elbe bei Pirna mit den zahlreichen, bis ins Jahr 1707 zurückreichenden Gravuren (Foto: Archiv LfULG)

Der Oberpostaer Hungerstein in der Elbe bei Pirna mit den zahlreichen, bis ins Jahr 1707 zurückreichenden Gravuren (Foto: Archiv LfULG)

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Ansprechpartner

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 45: Landeshochwasserzentrum, Gewässerkunde

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