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Hochwasserfrühwarnsystem für kleine Einzugsgebiete

Laufzeit:

2013 bis 2017

Kurzbeschreibung:

Im Frühjahr und Frühsommer 2016 kam es in Deutschland zu einer Reihe verheerender Sturzflutereignisse in Folge von Starkregen. Intensive Niederschläge, welche nur wenige Stunden andauerten, führten zu massiven Schäden an Gebäuden, Infrastruktur und bedauerlicherweise auch an Leib und Leben. Die Bilder aus Braunsbach und Simbach werden wohl für längere Zeit im kollektiven Gedächtnis bleiben. Auch in Sachsen sind solche Ereignisse im Bereich des Möglichen; in der Vergangenheit war der Freistaat zwar hauptsächlich von großräumigen Flusshochwassern, wie 2002 oder 2013 betroffen, aber auch kleinräumige Hochwasser in Folge lokaler Starkregen verursachten hier bisweilen beträchtliche Schäden. Als besonders prägende Ereignisse seien die zerstörerischen Sturzfluten von 1999 in Marienberg und 1927 im Müglitz- und Gottleubagebiet genannt. Auch in jüngster Vergangenheit traten schadbringende Ereignisse auf, wie 2014 in Meißen oder 2017 in Spitzkunnersdorf in der Oberlausitz.

Da grundsätzlich an jedem Ort Deutschlands eine Gefahr durch Starkregen existiert, ist das von Sturzfluten ausgehende Risiko notorisch unterschätzt. Solche Sturzflutereignisse sind zuvorderst niederschlagsgetrieben und nicht unbedingt gewässergebunden. Daher ist in diesen Fällen eine auf Pegelbeobachtungen basierende Hochwasserwarnung – wie bislang in Sachsen praktiziert – nicht beliebig nützlich. Es ist vielmehr sinnvoll, das im Freistaat bestehende pegelbasierte Hochwasserwarnsystem zu ergänzen, um zusätzlich vor kleinräumigen, durch Starkregen ausgelösten Hochwasserereignissen warnen zu können. Da die Zeit zwischen Niederschlag und schadbringendem Abfluss zu kurz für eine beobachtungsbasierte Warnung wäre, müssen Niederschlagsvorhersagen einbezogen werden; so gelangt man zu einer Frühwarnung vor Hochwasser.

Das Projekt untersuchte die Möglichkeiten und – mit Blick auf Unsicherheiten bei der Niederschlagsvorhersage – die Grenzen der Frühwarnung vor durch Starkregen hervorgerufenen Hochwasserereignissen. Weiterhin wurden die Ansprüche und Erwartungen potentieller Nutzer von Frühwarnprodukten erhoben. In der Zusammenschau der gewonnenen Erkenntnisse wurde schließlich ein sächsisches Hochwasserfrühwarnsystem konzipiert, erstellt und in den laufenden Betrieb überführt, dessen Mehrwert bereits nach kurzer Zeit nachweisbar war.

Hochwasserfrühwarnung

Beispiel einer Prognose der Hochwassergefährdung und Ableitung einer „Ampelkarte“ als Produkt zur Hochwasserfrühwarnung

Marginalspalte

Bild: Reagenzgläser

Ansprechpartner

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 45: Landeshochwasserzentrum, Gewässerkunde

Dr. Andy Philipp

Abschlussbericht

Abschlussbericht

Hochwasserfrühwarnung für kleine Einzugsgebiete – Möglichkeiten und Grenzen im Lichte operationeller Anforderungen am Beispiel Sachsens