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Pilotprojekt »Betriebsplan Natur«

Ziel und Hintergrund des Pilotprojekts

Im Pilotprojekt »Betriebsplan Natur« sollte  die »Naturschutzberatung für Landnutzer« von einem Angebot für einzelne Flächen zu einem Angebot für den Gesamtbetrieb weiterentwickelt werden.  Ziel der Naturschutzberatung und damit auch des Betriebsplans Natur ist das gegenseitige Verständnis von Landwirtschaft und Naturschutz weiter zu verbessern und naturschutzgerechtes Handeln im Betrieb zu integrieren.

 

Der »Betriebsplan Natur« verfolgt einen einfachen, praxisnahen Ansatz, bei dem in einem gemeinsamen Abstimmungsprozess zwischen Landnutzer und Naturschutzberater mögliche Maßnahmen zur ökologischen Aufwertung des Betriebs vorgeschlagen werden. Betrachtet werden Flächen, Gebäude und Landschaftsstrukturen. Als Grundlage dienen vorhandene Fachdaten (u.a. des Landesamts für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie). Es werden keine aufwendigen neuen Freilanderhebungen durchgeführt.

Naturschutzberatung wird in Sachsen seit 2008 kostenlos für Landnutzer angeboten. Naturschutzexperten aus Verbänden/Vereinen oder Planungsbüros stehen den Landnutzern als Berater zur Verfügung. Die Beratungstätigkeit wird über die Richtlinie »Natürliches Erbe« (RL NE/2014, Maßnahme C1, Naturschutzqualifizierung für Landnutzer) zu 100% aus Mitteln des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) und des Freistaates gefördert.

 

Durchführung und Ergebnisse des Pilotprojekts

Das Pilotprojekt »Betriebsplan Natur« wurde von August 2012 bis April 2014 im Auftrag des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) durchgeführt. Die Erprobung erfolgte mit sechs Betrieben durch den Landschaftspflegeverband Nordwestsachsen e.V. zusammen mit dem Büro Büchner & Scholz und dem Landschaftspflegeverband Mittleres Erzgebirge e.V..

Deckblätter der Betriebspläne Natur

Mit dem »Betriebsplan Natur« erhält der Landnutzer eine Übersicht wertvoller Tier- und Pflanzenarten sowie Schutzgebieten auf seinem Betrieb. Weiterhin werden Vorschläge zur Umsetzung von Maßnahmen, die der ökologischen Aufwertung dienen, sowie Empfehlungen zu deren Finanzierung gegeben. Im Rahmen einer gutachterlichen Bewertung werden bereits erbrachte Naturschutzleistungen des Betriebes gewürdigt und mögliche Handlungsfelder aufgezeigt. Die partnerschaftliche Abstimmung und Berücksichtigung der Betriebsziele / -vorstellungen ist wesentlich für den Betriebsplan Natur. Auch können bereits kleine, wenig aufwendige Maßnahmen aus Naturschutzsicht viel erreichen.

 

Hier können Sie einen Betriebsplan Natur aus dem Pilotprojekt einsehen:

 

 

 

Neben den Betriebsplänen Natur für die sechs Pilotbetriebe wurde als ein weiteres Ergebnis des Pilotprojekts eine konkrete Handlungsanleitung mit Vorlagen für die Anbieter der Maßnahme erstellt.

 

 

 

Beratungsgespräch im Pilotprojekt Betriebsplan Natur

Der Betriebsleiter des Lehr- und Versuchsguts Herr Kunze und die Leiterin des Pilotprojekts Frau Weidt im Beratungsgespräch (Foto: Archiv Naturschutz LfULG, C. Schneier)

Aktueller Sachstand

Aufgrund der positiven Rückmeldungen der sechs Pilotbetriebe und der begleitenden Projektarbeitsgruppe wird der „Betriebsplan Natur“ als Baustein in der Maßnahme »Naturschutzqualifizierung für Landnutzer« (Nachfolger der »Naturschutzberatung für Landnutzer«) in der Förderperiode 2014–2020 als neues Angebot für interessierte Betriebe angeboten. Landwirtschaftliche Betriebe konnten sich von Januar bis Dezember 2016 zur Teilnahme am Betriebsplan Natur bewerben. Das Bewerbungsverfahren wurde im Januar 2017 vorerst beendet.

 

 

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Ansprechpartner

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 63: Landschaftspflege

Carola Schneier

weiterführende Informationen des SMUL zur Naturschutzqualifizierung (ehemals Naturschutzberatung)