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Begriffserklärung

Das europaweite ökologische Schutzgebietssystem NATURA 2000 trägt mit Hilfe europäischer Richtlinien zum Schutz, zum Erhalt und zur Entwicklung der biologischen Vielfalt in Europa bei. Wertvolle Tier- und Pflanzenarten und natürliche Lebensräume sollen langfristig vor ihrem Aussterben und ihrer Zerstörung bewahrt werden.

Hier finden Sie detaillierte Informationen zu den Begriffen, die mit NATURA 2000 in Verbindung stehen.

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N  O  P  Q  R  S  T  U  V  W  X  Y  Z

B

  • Bestandsschutz
    Begriff aus dem Baurecht; der Bestandsschutz schützt davor, dass einem Eigentümer sein rechtmäßig erworbenes Eigentum und die damit verbundenen Nutzungsmöglichkeiten wieder entzogen werden. Bestehende Nutzungen und rechtsverbindliche Planungen, die den Erhaltungszielen eines NATURA 2000-Gebiets nicht entgegenstehen, sind daher gegenüber künftigen Veränderungen geschützt.
  • Berichtspflicht(en)
    Zusammenfassende Darstellung des Stands der Umsetzung oder der erteilten Ausnahmen und der durchgeführten Maßnahmen zur Kontrolle des Schutzgebietssystems NATURA 2000. In der FFH-Richtlinie bestehen 2jährige Berichtspflichten zum Artenschutz (Art. 16) und 6jährige umfassende Berichtspflichten zu Durchführung und Monitoring (Art. 17). Zu den Berichtspflichten können auch die Aktualisierungen von Standard-Datenbögen der NATURA 2000-Gebiete gezählt werden.
  • Berner Konvention
    Amtliches Übereinkommen über die Erhaltung der europäischen wildlebenden Pflanzen und Tiere und deren natürliche Lebensräume. 
  • Besondere Schutzgebiete
    Abkürz. BSG; Gebiete nach Art. 4 (1) der Vogelschutzrichtlinie (79/409/EWG) zum Schutz der wildlebenden Vogelarten und ihrer Lebensräume (engl. SPA, Special Protection Areas) und Gebiete nach Art. 4 Abs. 4 der FFH-Richtlinie (92/43/EWG) (engl. SAC, Special Area of Conservation).
  • BfN
    Bundesamt für Naturschutz
  • BGB
    Bürgerliches Gesetzbuch. Regelt privatrechtliche Angelegenheiten der Bürger untereinander.
  • BGBl
    Bundesgesetzblatt
  • Biogeographische Regionen
    Bewertungsrahmen für die Auswahl der Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung und für die Berichtspflichtergebnisse auf eurpäischer Ebene nach der FFH-Richtlinie; derzeit 9 Regionen: kontinental (mitteleuropäisch), atlantisch, mediterran, alpin (Hochgebirgsregionen), makaronesisch (Kanaren, Azoren, Madeira), pannonisch, boreal sowie pontisch (Schwarzmeer- und Steppenregionen). Sachsen liegt komplett in der kontinentalen Biogeographischen Region.
  • BImSchG
    Bundes-Immissionschutzgesetz
  • Birdlife International
    Dachorganisation der Vogelschutzverbände, die von der Kommission zu bestimmten Expertentreffen, beispielsweise den Bewertungsseminaren für die Biogeographischen Regionen oder zur wissenschaftlichen Arbeitsgruppe des ORNIS-Ausschusses zur Umsetzung der Vogelschutzrichtlinie (79/409/EWG), geladen wird.
  • Biosphärenreservat (BR)
    Bezeichnung für international anerkannte, großflächig geschützte Natur- und Kulturlandschaften. Sie sind für das jeweilige ökologische System repräsentativ oder stellen eine Besonderheit dar. Sie sollen ökologische Forschung und Umwelterziehung ermöglichen. Die UNESCO unterstützt das Errichten  dieser Gebiete.
    In den Biosphärenreservaten sind meist drei unterschiedliche Schutzzonen ausgewiesen: Kernzone, Pufferzone und Übergangsgebiet. Die Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft  hat als einzige Landschaft in Sachsen den Schutzstatus eines Biosphärenreservats.
  • Biotop
    »Lebensraum einer Lebensgemeinschaft (Biozönose, im Sinne einer regelmäßig wiederkehrenden Artengemeinschaft) von bestimmter Mindestgröße und einheitlicher (quasi homogener), gegen die Umgebung abgrenzbarer Beschaffenheit. (...) Ein Biotop ist ein im Gelände meist vegetationstypologisch oder landschaftsökologisch gegenüber der Umgebung abgrenzbarer, wiedererkennbarer Raumausschnitt (...)« (SSYMANK et al. 1993). Ein Biotop wird durch Umweltfaktoren und deren Wechselwirkung mit den Lebensgemeinschaften maßgeblich geprägt.
  • Biotoptyp
    Zusammenfassung gleichartiger Biotope. Für die Bearbeitung der FFH-Richtlinie in Deutschland wird das Biotoptypenverzeichnis der Roten Liste Biotope (RIECKEN et al. 1994) zugrundegelegt. Beispiele: Weißdüne, mesotropher Flachsee, Blaugras-Buchenwald, Grauerlen-Auenwald.
  • Biotopkomplex
    Begriff aus der Biotopkartierung: Erfasst werden hierbei Landschaftsausschnitte mit unterschiedlichen Biotopen, die in einem funktionalen und räumlichen Zusammenhang stehen, oder Bereiche, in denen ein Biotoptyp durch andere unterbrochen wird aber dennoch dominiert. Biotopkomplexe sind häufig als Ganzes sehr viel stärker gefährdet als die zugehörigen Biotoptypen.
  • BJG
    Bundesjagdgesetz
  • BMU
    Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit; Politische Verantwortung und rechtliche Umsetzung der FFH-Richtlinie und Vogelschutzrichtlinie auf Bundesebene.
  • BNatSchG
    Bundesnaturschutzgesetz; nach der Föderalismusreform vom September 2006 hat der Bund das ab 1. März 2010 in-Kraft-tretende BNatSchG auf Grundlage seiner neuen konkurrierenden Gesetzgebungszuständigkeit im Naturschutzrecht erlassen. Damit gelten die Bestimmungen unmittelbar und dürfen nicht mehr in Landesrecht umgesetzt werden.
  • BSG
    Abkürz. für Besondere Schutzgebiete 
  • Bundesamt für Naturschutz (BfN)
    Nationale naturschutzfachliche Koordinationsstelle für die Umsetzung der FFH-Richtlinie, Durchführung der nationalen Bewertung nach Art. 4 der FFH-Richtlinie.
  • Bundes-Immissionschutzgesetz (BImSchG)
    Bundesweites Gesetz zum Schutz vor schädlichen Umweltauswirkungen durch Luftverunreinigungen, Geräusche, Erschütterungen und ähnlichen Vorgänge.

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C

  • CORINE
    CORINE-Projekt
  • CORINE biotopes
    EU-weites Gebietskataster für den Arten- und Biotopschutz
  • CORINE-Projekt
    (engl. Community-wide Coordination of Information on the Environment) europaweites Pilotprojekt (gegründet 1985), dessen Ziel der Aufbau eines europäischen umfassenden Informationssystems für Daten des Umwelt- und Naturschutzes ist. Zu den beiden wichtigsten Teilprojekten zählen CORINE landcover und CORINE biotopes.

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D

  • Datenbogen
    s. Standard-Datenbogen

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E

  • EG
    EU
  • Emerald
    (engl. für Smaragd, »Edelsteine des Naturschutzes«) Bezeichnung des Schutzgebietsystems des Europarates (Resolution 3/1996) im Rahmen der Berner Konvention.
  • Endemisch, Endemiten
    Arten, die nur in einem geographisch eng umgrenzten Gebiet vorkommen, zum Beispiel auf einer Insel oder ausschließlich in den Alpen. In der Richtlinie meist im Sinne von Arten verwendet, deren Vorkommen auf einen Mitgliedsstaat beschränkt sind und die auch außerhalb der EU nicht vorkommen.
  • Erhaltung
    Der Begriff umfasst nach der FFH-Richtlinie Maßnahmen des konservierenden Schutzes und der Wiederherstellung oder Renaturierung für Lebensräume und Arten einschließlich der eventuellen Wiederansiedlung ausgestorbener Tier- und Pflanzenarten.
  • EU
    Europäische Union, früher als EG bzw. EWG , Europäische (Wirtschafts-)Gemeinschaft bezeichnet; Seit 1958 bestanden drei Gemeinschaften: Die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft, die Europäische Gemeinschaft für Atomenergie (EURATOM) und die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl. Diese wurden 1965 in einem Vertrag als Europäische Gemeinschaften zusammengefasst. Wesentliche Gremien sind der Rat der Europäischen Gemeinschaft, die Europäische Kommission, das Europäische Parlament und der Europäische Gerichtshof. Zur Zeit bestehend aus 27 Mitgliedsstaaten: Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg, Niederlande, Dänemark, Irland, Vereinigtes Königreich, Griechenland, Portugal, Spanien, Finnland, Österreich, Schweden, Estland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn, Zypern, Bulgarien und Rumänien.
  • EUA
    Europäische Umweltagentur; Gegründet mit Verordnung Nr. 1210/40 (EWG) des Rates, in Kraft getreten am 30.10.1993, mit Sitz in Kopenhagen. Hauptaufgabe ist die Sammlung und Bereitstellung von themen- und fachspezifischen Informationen zur Entwicklung und Durchführung von Umweltmaßnahmen in der Europäischen Union und den seit 1995 der EUA beigetretenen Mitgliedsstaaten Island, Liechtenstein und Norwegen. Zur EUA gehören: ein Verwaltungsrat (Vertreter der Migliedsstaaten, zwei Kommissionsvertreter, zwei Vertreter des Europäischen Parlaments) sowie ein wissenschaftlicher Beirat mit neun Mitgliedern. Der EUA unterstehen zur Umsetzung in den verschiedenen umweltrelevanten Themenfeldern sogenannte Europäische Thematische Zentren. Die EUA steuert den Aufbau des Umweltinformationssystems.
  • EuGH
    Europäischer Gerichtshof
  • Europäische Kommission (KOM)
    Durchführungsorgan (Exekutive) der Europäischen Gemeinschaften mit Sitz in Brüssel, zusätzlich mit dem alleinigen Initiativrecht für die EG-Gesetzgebung ausgestattet. Besteht aus sog. Kommissaren mit jeweils zugeordneten Kabinetten und einem Kommissionspräsidenten. Zu seinen Verwaltungsorganen gehören u.a. das Generalsekretariat, der juristische Dienst und 36 Generaldirektionen, darunter z.B. Landwirtschaft (AGRI), Umwelt (ENV), Forschung (RTD) und Fischerei (FISH). Hauptaufgaben der Kommission: Überwachung der Mitgliedsstaaten, Verwaltung, Sanktionsrecht, Ausarbeitung von Ratsvorschlägen, Legislative zur Durchführung von Rats-Akten, Stellungnahmen, Aushandlung von Abkommen und Vertretung der EU vor Gerichten.
  • Europäischer Gerichtshof
    Europäischer Gerichtshof mit Sitz in Luxemburg. Hauptaufgaben: Wahrnehmung des Rechtsschutzes bei Klagen der Kommission gegen Mitgliedsstaaten, Staatenklagen untereinander, Nichtigkeitsklagen gegen Rat oder Kommission und Untätigkeitsklagen.
  • Europäisches Parlament
    »Versammlung«; Parlament mit derzeit acht politischen Fraktionen und einer Reihe von fraktionslosen Abgeordneten, bestehend aus einem Präsidium und einem Plenum mit 785 europäischen Abgeordneten; Sitz in Straßburg. Hauptaufgaben: Mitwirkung bei der EU-Legislative, Haushaltsfestlegungen, Anfragen an Rat und Kommission (Kontrollrechte).
  • Europarat
    Organisation europäischer Staaten auf völkerrechtlicher Grundlage mit Sitz in Straßburg. Am 5.5.1949 zunächst von zehn Staaten gegründet. Der Europarat besteht aus den Organen Ministerkomitee (Treffen der Außenminister), Parlamentarische Versammlung (aus Delegierten der nationalen Parlamente) und dem Generalsekretariat in Brüssel zur Führung der Geschäfte. Ziel des Europarates ist eine engere Zusammenarbeit der Mitglieder auf allen Gebieten ausgenommen der Verteidigung. Ihm gehören zur Zeit 46 Staaten an. 
  • Eurostat-Nuts-Regionen
    Verwaltungsregionen für Statistiken in der Europäischen Union. Hierarchisch gegliedertes, EDV-kodiertes System, welches in Deutschland (Code DE) nach Bundesländern, Regierungsbezirken und Landkreisen gegliedert ist.
  • EWG
    EU

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F

  • FFH-Richtlinie
    Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (Richtlinie 92/43/EWG)
  • FFH-Verträglichkeitsprüfung
    Artikel 6 der FFH-Richtlinie schützt die Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung indem die »Verschlechterung von Lebensraumtypen« und die »Störung« von Arten der Richtlinien-Anhänge zu vermeiden sind, sofern sich diese Störungen »erheblich auswirken« können. Mit Hilfe der FFH-Verträglichkeitsprüfung werden die Auswirkungen eines Vorhabens auf bestimmte ausgewählte Schutzgebiete mit deren Biotopen und Arten geprüft. Das Ergebnis der Prüfung gibt an, ob das geprüfte Vorhaben den Erhaltungszielen widerspricht.
  • FIB
    Feuchtgebiete Internationaler Bedeutung (auch Ramsar-Gebiete genannt); Gebiete, die für die Ramsar-Konvention zum Schutz von Feuchtgebieten angemeldet sind.

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G

  • Gebiet von gemeinschaftlicher Bedeutung
    (engl. SCI, Site of Community Importance) Für die nationalen Gebietslisten (pSCI) nach der FFH-Richtlinie führt die Kommission ein Bewertungsverfahren durch, welches innerhalb von maximal 3 Jahren die Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung festlegt (Artikel 4, Anhang III, Phase 2). Die sächsischen FFH-Gebiete wurden 2004 festgelegt. 
  • Gebietskataster
    Ist die flächendeckende Beschreibung aller Flurstücke (Parzellen) eines Landes – hier auf das Gebiet der EU bezogen. Dabei werden Flurstücke nach ihrer Lage, Nutzung, Größe und in diesem besonderen Fall der Arten- und Biotopvielfalt verzeichnet und kartographisch dargestellt.
  • Generaldirektion
    Verwaltungsorgan der Europäischen Kommission.
  • Gemeinschaftliche Bewertung
    Verfahren zur Auswahl  der Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung nach Anhang III, Phase 2 der FFH-Richtlinie. Das Auswahlverfahren führt zur Etablierung des europäischen Schutzgebietssystems NATURA 2000.
  • GIS
    Geographisches Informationssystem; Datenverarbeitungsprogramme für Karten- und Bilddaten im Vektor- und Rasterformat.
  • günstiger Erhaltungszustand
    Liegt bei einem natürlichen Lebensraum vor, wenn das natürliche Verbreitungsgebiet sowie die Flächen, die der Lebensraumtyp einnimmt, nicht abnehmen und für den Erhalt ausreichend groß sind. Außerdem müssen seine Qualität und die in oder von ihm lebenden Arten erhalten bleiben. Bei einer Art liegt ein günstiger Erhaltungszustand vor, wenn das natürliche Verbreitungsgebiet, die Population und das Habitat nicht abnehmen und für den Erhalt ausreichend groß sind.

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H

  • Habitat-Klassen (engl. habitat classes)
    Einteilung von Lebensräumen, basierend auf Formations- oder Landnutzungstypen, die einer groben Beschreibung von NATURA 2000-Gebieten dient (Allgemeiner Gebietscharakter im Standard-Datenbogen).
  • Habitatsausschuss
    Ausschuss, der zur Durchführung der Umsetzung der FFH-Richtlinie eingesetzt ist (Artikel 20, 21) und die Kommission unterstützt. Mitglieder für Deutschland: Je ein Vertreter des BMU und ein Repräsentant der Bundesländer.

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I

  • IBA
    Important Bird Area; Fachliche Gebietsvorschläge der Vogelschutzverbände (Bird Life International), die für die Meldung als EG-Vogelschutzgebiete gemäß Art. 4 der Vogelschutzrichtlinie geeignet sind.http://www.birdlife.org
  • ILN
    Institut für Landschaftsforschung und Naturschutz; Ehemalige wissenschaftliche, dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) vergleichbare Institution in der DDR.
  • IUCN (International Union for Conservation of Nature)
    hat die Aufgabe, überall auf der Welt auf die Gesellschaft Einfluss zu nehmen, damit die Integrität und die Diversität der Natur respektiert werden. Zudem engagiert sie sich für einen ökologisch nachhaltigen und gerechten Umgang mit den natürlichen Ressourcen.
    http://www.iucn.ch/deutsch/iucn.htm

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L

  • Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG)
    Obere Landesbehörde im Geschäftsbereich des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL). Seit der Zusammenlegung des LfUG mit der Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) am 1. August 2008 ist nun auch das Thema „Landwirtschaft“ Bestandteil des Aufgabenspektrums des Landesamtes. Als wissenschaftliche Behörde hat das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie Beratungsfunktion für das SMUL.
  • Lebensraumtyp
    Lebensraumtypen gemeinschaftlicher Bedeutung nach der FFH-Richtlinie; Biotoptypen oder Biotopkomplexe, die nach Anhang I der FFH-Richtlinie im Schutzgebietssystem Natura 2000 geschützt werden müssen.
  • Life+
    Fördertitel des Natur- und Umweltschutzes der Europäischen Union. Im Naturschutz ist hier eine finanzielle Unterstützung der Umsetzung der FFH-Richtlinie und der Vogelschutzrichtlinie vorrangige Aufgabe.
  • LIFE-Ausschuss
    Ausschuss, der über die Vergabe von Fördermitteln (LIFE) der Europäischen Union im Natur- und Umweltschutz entscheidet.
  • LSG
    Landschaftsschutzgebiet; nationale Schutzgebietskategorie nach § 26 BNatSchG

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M

  • Management
    Verpflichtung der Mitgliedsstaaten der EU, die notwendigen Erhaltungsmaßnahmen in den jeweiligen NATURA 2000-Gebieten durchzuführen.
  • Managementplan/Bewirtschaftungsplan
    Spezieller Plan für die jeweiligen NATURA 2000-Schutzgebiete, der die nach Artikel 6 der FFH-Richtlinie erforderlichen Erhaltungsmaßnahmen für das betreffende Gebiet festlegt. Der Plan muss dabei die ökologischen Ansprüche der Lebensraumtypen und Arten berücksichtigen.
  • Mitgliedsstaaten
    In der Regel sind im Kontext des Auftritts die 27 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union (EU) gemeint.
  • Monitoring, Überwachungsgebot
    Verpflichtung zu einer allgemeinen Überwachung des Erhaltungszustandes der Arten des Anhangs II, IV und V und der Lebensraumtypen des Anhangs I nach Artikel 11 der FFH-Richtlinie sowie der europäischen Vogelarten.

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N

  • Nationale Bewertung
    Erste Bewertungsphase der nationalen Gebietslisten gemäß Art. 4 nach den Kriterien des Anhangs III der FFH-Richtlinie. Die Bewertung wird von den Mitgliedsstaaten, in Deutschland vom Bundesamt für Naturschutz (BfN), durchgeführt.
  • Nationale Gebietsliste
    Bis Juni 1995 mussten Gebietsvorschläge der Mitgliedsstaaten (engl. pSCI, proposed Sites of Community Importance) in nationalen Listen für die FFH-Richtlinie an die Kommission gesandt werden (Artikel 4, Anhang III, Phase1).
  • NATURA 2000
    Schutzgebietssystem der Europäischen Union, umfasst die Gebiete nach der FFH-Richtlinie und der Vogelschutzrichtlinie.
  • Natürlicher Lebensraum
    Lebensraumtyp
  • Naturräumliche Haupteinheiten
    Einheiten der auf MEYNEN & SCHMIDTHÜSEN (1953-1962) basierenden, vom Bundesamt für Naturschutz zusammengestellten und vereinfachten naturräumlichen Gliederung, die der nationalen Bewertung für die FFH-Richtlinie zu Grunde liegen.
  • NGO
    (engl. Non-Governmental Organisation) Nicht-Regierungsorganisation, meist als Sammelbezeichnung für die Naturschutzverbände gebraucht.
  • NSG
    Naturschutzgebiet, nationale Schutzgebietskategorie nach § 23 BNatSchG.
  • NLP
    Nationalpark, nationale Schutzkategorie nach § 24 Bundesnaturschutzgesetz zum Schutz großflächig naturnaher Ökosysteme und Landschaften, gleichzeitig internationale Schutzkategorie der IUCN (International Union for Conservation of Nature).

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O

  • ORNIS-Ausschuss
    Die Umsetzung der FFH- und Vogelschutzrichtlinie wird auf der Ebene der Europäischen Union von Habitatausschuss und ORNIS-Ausschuss unterstützt. Diese setzen sich jeweils aus Vertretern aller Mitgliedstaaten und der EU-Kommission zusammen. Beschlüsse werden mit qualifizierter Mehrheit (Stimmgewichtung) gefasst. Diesen Ausschüssen sind zusätzlich wissenschaftlich-technische Beratungsgremien als Wissenschaftliche Arbeitsgruppen (SWG) zugeordnet.

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P

  • pSCI
    Abkürzung für proposed Site of Community Importance (deutsch: vorgeschlagenes Gebiet von gemeinschaftlicher Bedeutung). Mittlerweile sind alle sächsischen FFH-Gebiete als SCI bestätigt und in der Liste von Gebieten von gemeinschaftlicher Bedeutung in der kontinentalen biogeografischen Region von der EU-Kommission veröffentlicht (http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2008:012:0383:0677:DE:PDF).
  • Prioritäre Arten/Lebensräume
    Arten beziehungsweise natürliche Lebensraumtypen, deren Erhaltung im Gebiet der Europäischen Union eine besondere Bedeutung zukommt: Kennzeichnung in den Anhängen I bzw. II der FFH-Richtlinie mit Sternchen (*). Konsequenzen: Unmittelbare Anerkennung entsprechender Gebiete der nationalen Gebietslisten, bessere finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten durch LIFE, strengere Vorschriften für Ausnahmeregelungen; bei Eingriffen ist in bestimmten Fällen eine Stellungnahme der Kommission erforderlich.


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R

  • Ramsar-Gebiete
    s. FIB
  • Ramsar-Konvention
    1971 in Ramsar/Iran in Form eines Vertrages der Teilnehmerstaaten getroffenes Übereinkommen über Feuchtgebiete Internationaler Bedeutung (FIB). Die Ramsar-Gebiete erfüllen die Kriterien der Vogelschutzrichtlinie und sollten daher als Gebiete gemäß Art. 4 der Vogelschutzrichtlinie benannt werden.
  • Rat der Europäischen Gemeinschaften
    Politisches Zentralorgan der Europäischen Gemeinschaften beziehungsweise Europäischen Union, von der die wesentlichen Gesetzgebungsakte ausgehen. Besteht aus Ministern der Regierungen der Mitgliedsstaaten unter Vorsitz einer alle 6 Monate wechselnden Präsidentschaft. Hauptaufgaben: EU-Legislative und völkerrechtliche Abkommen.
  • Richtlinie
    Orig. directive; eine Variante der Rechtsetzung durch die Europäische Union. Während Richtlinien der EU von den Mitgliedsstaaten in nationales Recht umgesetzt werden müssen, gelten Verordnungen der EU unmittelbar.

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S

  • SAC
    Abkürz. für Special Area of Conservation; Besonderes Schutzgebiet.
  • Schattenliste
    (hier:) Kandidatenliste oder Liste fachlich geeigneter Gebiete für eine Meldung als FFH- oder Vogelschutzgebiet.
  • SCI
    (engl. Site of Community Importance); Gebiet von gemeinschaftlicher Bedeutung
  • Scoping
    Abstecken, Abgrenzung, Festlegung des Untersuchungsrahmens, Festlegung des Untersuchungsumfangs, Scoping (eingedeutscht).
  • Sicherungspflicht
    Verpflichtung zur Sicherung der für NATURA 2000 vorgeschlagenen Gebiete vor ihrer formalen Schutzgebietsausweisung (Art. 6, FFH-Richtlinie).
  • SPA
    (engl. Special Protection Area); s. Vogelschutzgebiet.
  • Special Area of Conservation
    Abkürz. SAC; ein Gebiet, welches als Besonderes Schutzgebiet ausgewiesen wurde (nationales NATURA 2000-Gebiet). Die Unterschutzstellung erfolgt eine Rechts- oder Verwaltungsvorschrift, wenn nicht durch vertragliche Vereinbarungen oder durch die Verfügungsbefugnis eines öffentlichen oder gemeinnützigen Trägers ein gleichwertiger Schutz gewährleistet ist. In Sachsen werden die NATURA 2000-Gebiete durch Grundschutzverordnungen rechtlich geschützt.
  • Standard-Datenbogen
    NATURA 2000-Meldebogen; für die Meldung von Gebieten nach FFH-Richtlinie und nach Vogelschutzrichtlinie zu verwendendes, standardisiertes Formular, das über den Habitatsausschuss als offizielles Dokument verabschiedet ist.
  • Syntaxa
    In der Pflanzensoziologie beziehungsweise Vegetationskunde verwendeter Begriff für Vegetationseinheiten aller Hierarchieebenen (Assoziation, Verband, Ordnung, Klasse usw.).

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T

  • TA Lärm
    Technische Anleitung Lärm;
    Verwaltungsvorschrift, die Richtwerte für Geräuschemissionen enthält.
  • TA Luft
    Technische Anleitung Luft;
    Verwaltungsvorschrift, die Grenzwerte für Luftimmissionen sowie stoff- und anlagenbezogene Emissionswerte enthält.

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U

  • Umweltfachbereich
    Abkürz. "UFB"; ehem. Bezeichnung der Unterabteilung, die innerhalb der Regierungspräsidien (jetzt Landesdirektion) für den Bereich "Naturschutz und Landschaftspflege" zuständig war. Im Jahr 2008 wurden viele Aufgaben der ehem. UFB von den Landkreisen und kreisfreien Städten sowie vom Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie übernommen. Die restlichen Aufgaben werden von der Landesdirektion wahrgenommen.
  • Umgebungsschutz
    Für alle FFH- und Vogelschutzgebiete gilt der Umgebungsschutz. Es werden nicht nur innerhalb des Schutzgebietes liegende Projekte und Pläne auf ihre Umweltverträglichkeit geprüft, sondern auch Vorhaben, die von außen auf das jeweilige Gebiet einwirken können. Diese dürfen die vorhandenen Erhaltungsziele der Schutzgebiete nicht beeinträchtigen.
  • UVP
    Umweltverträglichkeitsprüfung
  • UVPG
    Umweltverträglichkeitsprüfungs-Gesetz.
    Bundesgesetz mit dem Zweck, bei der Zulassung bestimmter Vorhaben wie Planfeststellungs- und Genehmigungsverfahren nach einheitlichen Grundsätzen die Auswirkungen auf die Umwelt frühzeitig und umfassend zu ermitteln, zu beschreiben und zu bewerten und das Ergebnis der Prüfung bei allen behördlichen Entscheidungen über die Zulässigkeit von Projekten zu berücksichtigen.
  • UVS
    Umweltverträglichkeitsstudie

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V

  • Verträglichtkeitsprüfung
    s. FFH-Verträglichkeitsprüfung
  • Vogelschutzgebiet
    (engl. Special Protection Area, SPA); Nach Richtlinie 79/409/EWG als Schutzgebiet für Vogelarten des Anhangs I in der jeweils gültigen Fassung gemäß Art. 4 (1) ausgewiesene Gebiete.
  • Vogelschutzrichtlinie
    Vogelschutzrichtlinie (Richtlinie 79/409/EWG) über die Erhaltung der wildlebenden Vogelarten.
  • Vorrangflächen für Naturschutz
    Die aus Bundes- bzw. Landessicht besonders schutzwürdigen größeren zusammenhängenden Gebiete, die einen wesentlichen Beitrag zu Erhalt und Entwicklung der biologischen Vielfalt (auf der Ebene der Arten, der Biotoptypen, der Biotop- und Landschaftskomplexe) leisten.
  • VSchRL
    Vogelschutzrichtlinie

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W

  • Wissenschaftliche Arbeitsgruppe
    Fachausschuss beziehungsweise Expertengruppe zur Klärung wissenschaftlicher Fragen für den Habitatausschuss im Rahmen der Umsetzung der FFH-Richtlinie.

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Z

Marginalspalte

Bild: NATURA 2000-Logo

Ansprechpartner

Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft

Bürgertelefon

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 61: Landschaftsökologie, Flächennaturschutz

Melanie Kittel

  • TelefonTelefon: (03731) 294-2104
  • TelefaxTelefax: (03731) 294-2099
  • E-MailE-Mail

Weiterführende Informationen

Weitere Begriffserklärungen finden Sie in der FFH-Richtlinie Artikel 1.