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Binnendünen mit Sandheiden

Lebensraumtyp 2310

Der Lebensraumtyp umfasst die von Zwergsträuchern wie Calluna vulgaris und Genista pilosa geprägten trockenen Heiden (Genisto pilosae-Callunetum) auf entkalkten oder kalkarmen Binnendünen (Flugsandaufwehungen, Flugsandfelder).
Zu den trockenen Sandheiden auf Binnendünen gehören auch locker mit Gehölzen bestandene Bereiche und Verbuschungsstadien, sofern die typische Heidevegetation noch vorhanden ist. Der Verbuschungsgrad beträgt dabei weniger als 70 Prozent.

Binnendüne mit Heidefläche (Foto: S. Krause, Archiv Naturschutz LfULG)

Binnendüne mit Heidefläche (Foto: S. Krause, Archiv Naturschutz LfULG)

Sandheiden auf Binnendünen finden sich vor allem in Nordsachsen in der Region des Sächsisch-Niederlausitzer Heidelandes, insbesondere in den Naturräumen Muskauer Heide, Königsbrück-Ruhlander Heiden, Dübener-Dahlener-Heide, Elsterwerda-Herzberger Elsterniederung und Oberlausitzer Heide- und Teichgebiet.

Der Lebensraum ist oft vergesellschaftet mit Sandmagerrasen, Vorwaldstadien, zum Teil auch mit Zwischenmoorbereichen wie in der Muskauer Heide.

Binnendünen sind Naturgebilde, die aufgrund extremer Standortbedingungen (Trockenheit, große Temperaturunterschiede, Nährstoffarmut) eine hochspezialisierte Flora und Fauna aufweisen.
Besondere Bedeutung besitzen in diesem Zusammenhang die Sicheldünen im Pleistozängebiet der Muskauer Heide.

Gefährdungen ergeben sich durch Nährstoffeintrag, Aufforstung, Trittschäden und eine zunehmende Verbuschung beziehungsweise Wiederbewaldung.
Der Lebensraumtyp ist nach der Roten Liste der Biotoptypen in Sachsen stark gefährdet und gehört zu den besonders geschützten Biotopen nach § 30 des Bundesnaturschutzgesetzes.

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Lebensraumtyp 2310

Sand-Strohblume (Foto: G. Fünfstück, Archiv Naturschutz LfULG)

Sand-Strohblume (Foto: Archiv Naturschutz LfULG, G. Fünfstück)