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Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling (Maculinea nausithous)

FFH-Art 1061

Der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling (Maculinea nausithous, syn. Glaucopsyche nausithous, BERGSTRÄSSER 1779) wird auch als Schwarzblauer Bläuling bezeichnet. Er hat ähnliche ökologische Ansprüche wie der Helle Wiesenkopf-Ameisenbläuling (Glaucopsyche teleius) und besiedelt daher annähernd gleiche Habitate wie die vorangehende Art (Feuchtwiesenkomplexe, Ränder von Flachmooren und Gewässern), ist jedoch zusätzlich auf etwas trockeneren Standorten anzutreffen.

Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling (Maculinea nausithous) (Foto: Archiv Naturschutz LfULG, A. Ihl)

Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling (Foto: Archiv Naturschutz LfULG, A. Ihl)

Auch der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling benötigt für seine Entwicklung Bestände des Großen Wiesenknopfes (Sanguisorba officinalis) und eine genügende Anzahl von Nestern der Wirtsameisen, hier insbesondere die Rote Gartenameise (Myrmica rubra). Die Falter legen ihre Eier in die Blütenköpfe vom Großen Wiesenkopf (Sanguisorba officinalis), wo die Raupen die ersten drei Larvenstadien (von Ende Juli bis Anfang September) verbringen. Ab dem 4. Larvenstadium leben sie in den Nestern der Wirtsameisen. Dort erfolgen auch Überwinterung und Verpuppung. Im Frühsommer schlüpfen die Falter (Flugzeit von Ende Juni bis Mitte August), deren Hauptnahrungsquelle die Blütenköpfe des Großen Wiesenknopfes sind.

Hauptverbreitungsgebiet von Glaucopsyche nausithous in Deutschland sind die südlichen und mittleren Teile, nach Norden zu wird die Art seltener und fehlt in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern ganz. In Sachsen ist die nach der Roten Liste gefährdete Art noch relativ verbreitet. Sie wurde aus allen Regionen gemeldet (größere Populationen beispielsweise aus dem Bereich der Auenwiesen bei Leipzig).

Die Gefährdungsfaktoren entsprechen im wesentlichen den bei G. teleius genannten: Zerstörung der Lebensräume, Entwässerung, Aufgabe oder Intensivierung der Nutzung und Mahd während der frühen Larvenstadien. Insgesamt scheint jedoch die Art weniger empfindlich auf unsachgemäße Pflege- beziehungsweise Bewirtschaftungsmaßnahmen zu reagieren.

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Ansprechpartner

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 62: Artenschutz

Dr. Ulrich Zöphel