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Rotbauchunke (Bombina bombina)

FFH-Art 1188

Die Rotbauchunke (Bombina bombina) ist ein kleiner Froschlurch mit warziger Haut und charakteristischer Färbung. Sie besitzt ein ausgedehntes europäisch-kontinentales Verbreitungsgebiet, das sich in Deutschland von Schleswig-Holstein über Niedersachsen bis nach Ostdeutschland erstreckt.

Rotbauchunke (Foto: Archiv Naturschutz LfULG, A. Gebauer)

Rotbauchunke (Foto: Archiv Naturschutz LfULG, A. Gebauer)

Die Laichzeit der Rotbauchunke beginnt im April/Mai bei Wassertemperaturen ab 15 °C und erstreckt sich bis in den Sommer. Als Laichgewässer und Sommerlebensräume dienen sonnenexponierte Flachgewässer, die zumindest stellenweise einen dichten Wasserpflanzenbestand aufweisen. Bevorzugt werden mittelgroße bis große Stillgewässer, beispielsweise Teiche, Altwasser, ehemalige Kies-, Sand-, Lehm- und Tongruben, aber auch temporäre Kleingewässer, überschwemmtes Grünland und anderes.

Nach zwei bis drei Tagen schlüpfen die Larven, deren Entwicklungszeit – abhängig von den Umweltbedingungen – fünf bis 12 Wochen beträgt.
Auf Landwanderungen können die Unken Strecken bis zu einem Kilometer zurücklegen.

Im September/Oktober suchen die Tiere ihre Winterquartiere in unterirdischen Hohlräumen, Erdspalten, Nagetierbauten und ähnlichem auf. Diese befinden sich meist in Gewässernähe, seltener in bis zu einem halben Kilometer entfernt.

In Sachsen werden vor allem das Tiefland und mit geringer Häufigkeit die nördlichen Bereiche des Lößhügellandes (bis rund 250 Meter ü. NN.) besiedelt. Der Verbreitungsschwerpunkt ist das Oberlausitzer Heide- und Teichgebiet und die angrenzenden Bereiche der Königsbrück-Ruhlander Heiden.

Regionale Häufungsgebiete befinden sich beispielsweise auch im Muldetal, im nördlichen Riesa-Torgauer Elbtal, in der Elsterwerda-Herzberger Elsterniederung (Tal der Großen Röder) und im Nordsächsischen Platten- und Hügelland. Die Vorkommen in Sachsen befinden sich an der westlichen Arealgrenze der Art.

Im Verbreitungsgebiet der Rotbauchunke gab es in den letzten Jahrzehnten deutliche Bestandsrückgänge. Beispielsweise zeigte die Art ehemals eine weite Verbreitung im Elbtal und dessen Umgebung bis Pirna, während heute die südlichsten Vorkommen in diesem Raum bei Meißen liegen.

Die Rotbauchunke zählt zu den gefährdetsten Amphibienarten Mitteleuropas. In Sachsen ist die Art nach der Roten Liste Wirbeltiere von 1999 »stark gefährdet«.

Wesentliche Gefährdungsfaktoren ergeben sich durch unmittelbare Zerstörung der Laichgewässer, Flussregulierung, großflächige Grundwasserabsenkung, Auflassen und Intensivierung der Teichbewirtschaftung, intensive landwirtschaftliche Nutzung im Bereich der Fortpflanzungsgewässer und Landlebensräume mit Ausbringung von Mineraldünger und Bioziden, Nährstoffeintrag in die Gewässer, Lebensraumzerschneidung beziehungsweise Verinselung der Vorkommen und anderem.

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Ansprechpartner

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 62: Artenschutz

Holger Lueg

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