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Kleine Hufeisennase (Rhinolophus hipposideros)

FFH-Art 1303

Die Kleine Hufeisennase (Rhinolophus hipposideros) verdankt ihren Namen dem hufeisen-förmigen Hautaufsatz der Nase. Die Wochenstuben der Art, die ab April bezogen werden und freie Einflugsmöglichkeiten aufweisen, befinden sich vorwiegend an warmen, zugluftfreien Stellen wie Dachböden und Heizungskeller in Gebäuden.

Als Winterquartiere nutzt die Kleine Hufeisennase vor allem frostfreie unterirdische Hohlräume wie ehemalige Kalkbergwerke, Stollen und Höhlen, die oft in relativer Nachbarschaft zu den Sommerquartieren liegen.

Kleine Hufeisennase (Foto: Archiv Naturschutz LfULG, M. Wilhelm)

Kleine Hufeisennase (Foto: Archiv Naturschutz LfULG, M. Wilhelm)

Als Jagdgebiete werden strukturreiche Areale mit einem hohen Grenzlinienanteil in der näheren Umgebung der Quartiere bevorzugt. Saum- und gehölzreiche Strukturen wie beispielsweise Hecken, Baumreihen, Streuobstwiesen, Altbaumbestände, Friedhöfe und Parkanlagen dienen gleichzeitig als Leitstrukturen. Die Nahrungsgrundlage besteht vorwiegend aus fliegenden Insekten.

Die nach 1985 nachgewiesenen Vorkommen der Kleinen Hufeisennase liegen in der Umgebung von Dresden (Elbtal und Seitentäler), in der Sächsischen Schweiz, im unteren Osterzgebirge und im südlichen Teil der östlichen Oberlausitz. Die meisten Vorkommen liegen in einer Höhenlage von etwa 300 m ü. NN.

Gegenwärtig sind in Sachsen jeweils 8 Sommer- und Winterquartiere bekannt. Der Gesamtbestand in Sommerquartieren beträgt etwa 550 adulte und vorjährige Tiere. Die sächsischen Vorkommen der Kleinen Hufeisennase liegen an der nördlichen Verbreitungsgrenze der Art.

Die Kleine Hufeisennase ist in Sachsen und in ganz Deutschland vom Aussterben bedroht. Bis in die 80er Jahre des 20. Jahrhunderts waren starke Bestandeseinbußen zu verzeichnen. Seitdem hat sich der Bestand in Sachsen auf niedrigem Niveau stabilisiert, wobei die Zahl der besetzten Quartiere auch heute noch zurückgeht.

Da sich der Bestand in Wochenstuben auf immer weniger Quartiere verteilt, kann das Erlöschen einzelner Quartiere zu einer ernsthaften Gefährdung für die Gesamtpopulation führen. Das gilt insbesondere vor dem Hintergrund, dass Sachsen aufgrund des hohen Anteils am deutschen Gesamtbestand eine hohe Bedeutung für die Erhaltung der Art besitzt.

Neben der direkten Vernichtung von Quartieren sind Strukturveränderungen in den Jagdhabitaten (zum Beispiel Flurbereinigung, Bebauung) und der Einsatz von Bioziden Ursachen für den Rückgang. Zu den besonderen Schutznotwendigkeiten der Art gehört insbesondere die weitere Betreuung der bekannten Quartiere.

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Ansprechpartner

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 62: Artenschutz

Dr. Ulrich Zöphel

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