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Silikatschutthalden

Lebensraumtyp 8150

Der Lebensraumtyp umfasst überwiegend die natürlichen und naturnahen Silikatschutt- und Blockhalden der kollinen bis montanen Stufe. Die spärliche Vegetation ist oft reich an Moosen, Flechten und Farnen.

Blockhalde mit Beersträuchern (Foto: W. Böhnert, Archiv Naturschutz LfULG)

Blockhalde mit Beersträuchern (Foto: W. Böhnert, Archiv Naturschutz LfULG)

Charakteristische Vegetationseinheiten sind die Silikatschuttgesellschaften des Verbandes Galeopsion segetum. Entsprechende Bestände finden sich häufig in Kontakt mit Schatthang- und Schluchtwäldern sowie Felskomplexen. Nicht zum Lebensraumtyp gehören anthropogen entstandene Schutthalden (zum Beispiel sekundäre Aufschlüsse durch Steinbruchbetrieb), sofern es sich nicht um naturnahe Bestände des Asplenietum serpentini auf Serpentinit handelt.

Verbreitungsschwerpunkt der vergleichsweise seltenen Silikatschutthalden in Sachsen ist das Bergland (Vogtland, Erzgebirge, Sächsische Schweiz, Oberlausitzer Bergland und Zittauer Gebirge). Darüber hinaus finden sich ein Reihe von Vorkommen im Hügelland (beispielsweise Mulde-Lößhügelland, Östliche Oberlausitz), wo sie in Durchbruchstälern, auf Bergkuppen und Höhenrücken anzutreffen sind.
Zu den größten natürlichen Blockhalden Sachsens gehört der Kahleberg bei Altenberg im Osterzgebirge.

Die Biotope sind nach der Roten Liste gefährdet und nach § 30 Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt. Sie sind Lebensräume für eine Reihe spezialisierter und hochgradig gefährdeter Arten.

Zu den wesentlichen Gefährdungsfaktoren gehören direkte Vernichtung, Trittschäden durch Freizeitaktivitäten, Belastung durch Luftschadstoffe und atmosphärische Stickstoffeinträge.

Marginalspalte

Lebensraumtyp 8150

Basaltblöcke mit Krustenflechten (Foto: W. Böhnert, Archiv Naturschutz LfULG)

Basaltblöcke mit Krustenflechten (Foto: Archiv Naturschutz LfULG, W. Böhnert)

Sonderform Serpentinhalde mit Pechnelke und Habichtskraut (Foto: W. Böhnert, Archiv Naturschutz LfULG)

Sonderform Serpentinhalde mit Pechnelke und Habichtskraut (Foto: Archiv Naturschutz LfULG, W. Böhnert)