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Regenerierbare Hochmoore

Lebensraumtyp 7120

Geschädigte Hochmoore sind im Wasserhaushalt beeinträchtigte oder teilabgetorfte Hochmoore, in denen die hochmoortypischen Pflanzen noch wesentliche Teile der Vegetation ausmachen und die zumindest teilweise innerhalb der nächsten 30 Jahre regenerierbar sind (zum Beispiel wollgras-, zwergstrauch- und pfeifengrasreiche Moorstadien).
Kennzeichnend ist das Auftreten von Gesellschaften oder Fragmenten der Oxycocco-Sphagnetea, Scheuchzerietalia palustris, Sphagno-Utricularion, Caricion fuscae, Betulion pubescentis und anderen Vegetationseinheiten.

Torfstichvermoorung mit Moosbeere und Schmalblättrigem Wollgras (Foto: W. Böhnert, Archiv Naturschutz LfULG)

Torfstichvermoorung mit Moosbeere und Schmalblättrigem Wollgras (Foto: W. Böhnert, Archiv Naturschutz LfULG)

Flächen mit starker, insbesondere flächiger Abtorfung, Entwicklungsstadien mit Einwanderung nitrophytischer Stauden und meliorierte Bereiche mit landwirtschaftlicher Nutzung gehören nicht zum Lebensraumtyp. Geschlossene und flächig entwickelte Moorwälder sind zum Lebensraumtyp *91D0 zu stellen, trockene Degenerationsstadien mit Dominanz von Zwergsträuchern zu den Heiden (LRT 4030).

Noch renaturierungsfähige degradierte Hochmoore kommen in Sachsen im Erzgebirge mit Schwerpunkt im Mittel- und Westerzgebirge vor. Dabei handelt es sich meist um Moorreste und regenerierende ehemalige Torfstiche. Die Regenerationsflächen sind in Sachsen gefährdet und unterliegen dem gesetzlichen Schutz nach § 30 Bundesnaturschutzgesetz.

Wesentliche Gefährdungen ergeben sich vor allem durch Entwässerung, Nährstoffeintrag, Torfabbau, Aufforstung, touristische und andere Nutzungen.

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Lebensraumtyp 7120

Scheidiges Wollgras (Foto: J. Hennersdorf, Archiv Naturschutz LfULG)

Scheidiges Wollgras (Foto: Archiv Naturschutz LfULG, J. Hennersdorf)