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Flachland-Mähwiesen

Lebensraumtyp 6510

Der Lebensraumtyp umfasst die extensiv genutzten, artenreichen Mähwiesen des Flach- und Hügellandes auf mäßig trockenen bis mäßig feuchten Standorten, die dem Verband der Frischwiesen (Arrhenatherion elatioris) zugeordnet werden.
Diese können beispielsweise als Glatthaferwiese (Arrhenatheretum elatioris), Rotschwingel-Rotstraußgraswiese (Festuca rubra-Agrostis capillaris-Arrhenatheretalia-Gesellschaft), Wiesenfuchschwanzwiese (Ranunculus repens-Alopecurus pratensis-Arrhenatheretalia-Gesellschaft) oder submontane Goldhafer-Frischwiese (Poa pratensis-Trisetum flavescens-Gesellschaft) ausgeprägt sein.

Glatthafer-Frischwiese (Foto: W. Fiedler, Archiv Naturschutz LfULG)

Glatthafer-Frischwiese (Foto: W. Fiedler, Archiv Naturschutz LfULG)

Eingeschlossen sind neben reinen Mähwiesen auch Mähweiden und jüngere Brachestadien (unabhängig von der aktuellen Intensität der Nutzung), sofern sie die typische Artenkombination der genannten Vegetationseinheiten aufweisen. Reine Weideflächen gehören in der Regel nicht zum Lebensraumtyp.

Magere Flachland-Mähwiesen sind in Sachsen vor allem im Tief- und Hügelland verbreitet; im Bergland werden sie ab einer Höhenlage von etwa 500 Meter ü. NN (400 bis 600 Meter) von den Bergwiesen abgelöst.

Das extensiv genutzte Grünland frischer Standorte ist in Sachsen stark gefährdet; magere Ausbildungen gehören auch nach § 21 SächsNatSchG in Verbindung mit § 30 BNatSchG zu den besonders geschützten Biotopen. Hier finden sich zahlreiche gefährdete Tier- und Pflanzenarten (zum Beispiel Gefäßpflanzen, Vögel, Schmetterlinge, Heuschrecken, Wanzen, Zikaden und andere Wirbellose).

Gefährdungen für den Lebensraumtyp ergeben sich insbesondere aus Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung, Nährstoffeintrag, Umstellung auf Weidewirtschaft, Umbruch, Aufforstung, Entwässerung (bei feuchteren Ausprägungen), Nutzungsaufgabe und Bebauung.

Marginalspalte

Lebensraumtyp 6510

Wiesen-Glockenblume (Foto: W. Fiedler, Archiv Naturschutz LfULG)

Wiesen-Glockenblume (Foto: Archiv Naturschutz LfULG, W. Fiedler)