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Gewässerstruktur

Die Struktur der Gewässer bestimmt neben der Gewässergüte die Lebensbedingungen für Flora und Fauna in den Gewässern und der Aue. Veränderungen der natürlichen Struktur schränken die ökologische Funktionsfähigkeit eines Gewässers ein. In wie weit sich die heutige Struktur vom natürlichen Zustand unterscheidet, wird über die Gewässerstrukturkartierung erfasst.

Gewässerstrukturkartierung der Fließgewässer

Derzeit ist das Vor-Ort-Verfahren die genaueste Methode zur Kartierung der Gewässerstruktur. Dabei werden für jeden 100-Meter-Abschnitt eines Gewässers 25 Einzelparameter erhoben und zu 6 Hauptparametern (Laufentwicklung, Längsprofil, Querprofil, Sohlenstruktur, Uferstruktur, Gewässerumfeld) mit etwa gleicher ökologischer Wertigkeit aggregiert. Durch einfache Mittelwertberechnung aus den 6 Hauptparametern wird die Gesamtstruktur bestimmt und in 7 Strukturklassen angegeben.

  1. unverändert
  2. gering verändert
  3. mäßig verändert
  4. deutlich verändert
  5. stark verändert
  6. sehr stark verändert
  7. vollständig verändert

Seeuferstruktur der Standgewässer

Die Klassifizierung der Seeuferstruktur erfolgt durch den Vergleich mit einem potentiell natürlichen Ufertyp als Referenzzustand. Im LAWA-Verfahren zur Uferstrukturellen Gesamtseeklassifizierung wurden 8 Ufertypen als Referenzen definiert, die sich durch Substrate und Neigung im landseitigen Bereich unterscheiden.

Die Bewertung erfolgt in einer 5-stufigen Skala, die die Abweichung vom Referenzzustand beschreibt:

  1. unbeeinträchtigt bis sehr gering beeinträchtigt
  2. gering beeinträchtigt
  3. mäßig beeinträchtigt
  4. stark beeinträchtigt
  5. sehr stark bis vollständig beeinträchtigt

Als Arbeitsgrundlage für Seeuferklassifizierung dienen neben Karten und Orthofotos, ergänzende Vor-Ort-Begehungen und Tiefenkarten, die die Uferlinie und den Seehohlkörper exakt beschreiben. Neben der  Klassifizierung einzelner Uferabschnitte können zusätzlich Bewertungen von Flachwasserzone, Uferzone und Umfeldzone dargestellt werden.

Der Bericht zur Seeuferstruktur in Sachsen 2016 wird in Kürze hier eingestellt.

Hintergrund zur Wasserrahmenrichtlinie

Die Gewässerstruktur wird als morphologische Qualitätskomponente unterstützend für die biologische Bewertung des ökologischen Zustandes herangezogen. Von besonderer Bedeutung ist die Gewässerstruktur durch die ursachenbezogene Ableitung von Sanierungsmaßnahmen.

Fließgewässerstrukturkartierung in Sachsen (2005-2008)

Von 2005 – 2008 wurde an allen WRRL-relevanten Gewässern die Gewässerstruktur unter Anwendung des Vor-Ort-Verfahrens erfasst. Für zum Kartierzeitpunkt trockene Gewässer erfolgte eine Nachkartierung im Herbst 2009. Die kartierte Fließgewässerstrecke beträgt ca. 7000 km. Die Darstellung im Download »Gewässerstrukturgüte 2008« erfolgt in 7 Stufen.
An kleinen Fließgewässern wurde die Struktur für alle 100-Meter-Abschnitte nach der Kartieranleitung »Gewässerstrukturgütekartierung in der Bundesrepublik Deutschland – Verfahren für kleine und mittelgroße Fließgewässer« (LÄNDERARBEITSGEMEINSCHAFT WASSER (LAWA) (Hrsg.), Berlin, 2000) erfasst. An großen Fließgewässern, z.B. Neiße, Elbe, Vereinigte Mulde, Abschnitten der Zwickauer Mulde, der Freiberger Mulde und der Weißen Elster wurde die Struktur für 300-Meter-Abschnitte erhoben. Dabei ging man nach der Kartieranleitung »Gewässerstrukturgüte in Nordrhein-Westfalen, Anleitung für die Kartierung mittelgroßer bis großer Fließgewässer« (LUA-Merkblätter Nr. 26, Essen, 2001) vor.

Die GIS-Daten zur Gewässerstrukturkartierung 2008 und die interaktive Karte finden Sie unter folgendem Link:

Fließgewässerstrukturkartierung in Sachsen (2013-2016)

Der zweite Durchgang der Gewässerstrukturkartierung in den Gewässern des WRRL-Berichtsgewässernetzes fand von 2013 bis 2016 statt.

In den letzten Jahren wurde die Verfahrensbeschreibung aktualisiert, verändert und zusammengefasst, um die Verknüpfung zur WRRL zu verstärken und den Erfahrungen der bisherigen Nutzer der Anleitungen Rechnung zu tragen. Die Erfassung erfolgte daher in diesem Durchgang mit geringen Abweichungen nach der Kartieranleitung »Gewässerstruktur in Nordrhein-Westfalen – Kartieranleitung für die kleinen bis großen Fließgewässer« LANUV-Arbeitsblatt 18. Kleine Gewässer wurden in 100-Meter-Abschnitte, große Gewässer in 500-Meter-Abschnitten kartiert.

Zu den GIS-Daten zur Gewässerstrukturkartierung 2016 und die interaktive Karte finden Sie demnächst hier einen Link.

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Bild: Oberirdische Gewässer

Ansprechpartner

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 44: Oberflächen- und Grundwasser

Michaela Schönherr

Weiterführende Informationen