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Gewässerstruktur

Die Struktur der Gewässer bestimmt neben der Gewässergüte die Lebensbedingungen für Flora und Fauna in den Gewässern und der Aue. Veränderungen der natürlichen Struktur schränken die ökologische Funktionsfähigkeit eines Gewässers ein. In wie weit sich die heutige Struktur vom natürlichen Zustand unterscheidet, wird über die Gewässerstrukturkartierung erfasst.

Gewässerstrukturkartierung

Derzeit ist das Vor-Ort-Verfahren die genaueste Methode zur Kartierung der Gewässerstruktur. Dabei werden für jeden 100-Meter-Abschnitt eines Gewässers 25 Einzelparameter erhoben und zu 6 Hauptparametern (Laufentwicklung, Längsprofil, Querprofil, Sohlenstruktur, Uferstruktur, Gewässerumfeld) mit etwa gleicher ökologischer Wertigkeit aggregiert. Durch einfache Mittelwertberechnung aus den 6 Hauptparametern wird die Gesamtstruktur bestimmt und in 7 Strukturklassen angegeben. Gegenwärtig findet eine großflächige Erfassung der Gewässerstruktur nur in Bezug zur WRRL statt.

Hintergrund zur Wasserrahmenrichtlinie

Die Gewässerstruktur ist nach WRRL nicht bewertungsrelevant, sie wird unterstützend für die biologische Bewertung des ökologischen Zustandes herangezogen. Von besonderer Bedeutung ist die Gewässerstruktur durch die ursachenbezogene Ableitung von Sanierungsmaßnahmen. Zeigen die biologischen Komponenten (insb. benthische Invertebraten) Abweichungen vom guten ökologischen Zustand, deutet ein Strukturindex > 3,6 auf hydromorphologische Defizite hin.
Für die EU-Berichterstattung zur Struktur wird analog biologischen Bewertung eine 5-stufige Skala gefordert. Deshalb wird die Bewertungsskala der Gewässerstruktur von der 7-stufigen in eine 5-stufige Skala umgewandelt und dargestellt.

Gewässerstrukturkartierung in Sachsen (2005-2008)

Von 2005 – 2008 wurde an allen WRRL-relevanten Gewässern die Gewässerstruktur unter Anwendung des Vor-Ort-Verfahrens erfasst. Für zum Kartierzeitpunkt trockene Gewässer erfolgte eine Nachkartierung im Herbst 2009. Die kartierte Fließgewässerstrecke beträgt ca. 7000 km. Die Darstellung im Download »Gewässerstrukturgüte 2008« erfolgt in 7 Stufen.
An kleinen Fließgewässern wurde die Struktur für alle 100-Meter-Abschnitte nach der Kartieranleitung »Gewässerstrukturgütekartierung in der Bundesrepublik Deutschland – Verfahren für kleine und mittelgroße Fließgewässer« (LÄNDERARBEITSGEMEINSCHAFT WASSER (LAWA) (Hrsg.), Berlin, 2000) erfasst. An großen Fließgewässern, z.B. Neiße, Elbe, Vereinigte Mulde, Abschnitten der Zwickauer Mulde, der Freiberger Mulde und der Weißen Elster wurde die Struktur für 300-Meter-Abschnitte erhoben. Dabei ging man nach der Kartieranleitung »Gewässerstrukturgüte in Nordrhein-Westfalen, Anleitung für die Kartierung mittelgroßer bis großer Fließgewässer« (LUA-Merkblätter Nr. 26, Essen, 2001) vor.

Die aktuellen GIS-Daten zur Gewässerstrukturkartierung und die interaktive Karte finden Sie unter folgenden Links:

Marginalspalte

Bild: Oberirdische Gewässer

Ansprechpartnerin

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 44: Oberflächenwasser, Wasserrahmenrichtlinie

Sylvia Rohde

Weiterführende Informationen

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