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Sächsische Freizeitlärmstudie

Das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie hat im Rahmen eines Forschungsprojektes eine »Sächsische Freizeitlärmstudie« durchgeführt. Ziel war es, typische Emissionskenngrößen für Freizeitanlagen und -veranstaltungen zu ermitteln.

Ausgangssituation

Im Freistaat Sachsen werden jährlich zahlreiche Freizeitanlagen geplant und errichtet. Darüber hinaus finden insbesondere in der Sommerzeit etliche gewerbliche Freizeitaktivitäten und -veranstaltungen statt. Immer wieder führt die unzureichende Berücksichtigung von schalltechnischen Fragestellungen in Einzelfällen zu Problemen und berechtigten Beschwerden betroffener Anwohner und in der Konsequenz zu erheblichen Aufwendungen für nachträgliche Schallschutzmaßnahmen bis hin zu Betriebsbeschränkungen.

Zur Vermeidung späterer Konflikte sollte daher bereits bei der Planung von Anlagen oder Veranstaltungen mit einer zuverlässigen Prognoserechnung ermittelt werden, welche Geräuschbelastungen zu erwarten sind und mit welchen Lärmminderungsmaßnahmen eine unzumutbare Belästigung der Nachbarschaft verhindert werden kann. Dies setzt jedoch gesicherte Angaben über typische Emissionskenngrößen sowie geeignete Berechnungsverfahren für die schalltechnische Prognose voraus. Da solche Kenngrößen bislang für etliche Arten von Anlagen und Veranstaltungen nicht oder nur sehr lückenhaft zur Verfügung standen, wurde im Auftrag des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie ein Forschungs- und Entwicklungsvorhaben zu dieser Thematik durchgeführt.

Ziel und Umfang der Studie

Ziel der Studie war es, für nachfolgend aufgeführte Arten von Freizeitanlagen und -veranstaltungen geeignete und repräsentative Emissionskenngrößen zu ermitteln, diese systematisch aufzuarbeiten und darauf aufbauend Prognoseverfahren für die in der Nachbarschaft zu erwartenden Geräuschimmissionen zu entwickeln.

Untersucht wurden:

  • Rummelplätze,
  • Volksfeste,
  • Freiluftkonzerte und Freilichtbühnen,
  • Public Viewing-Veranstaltungen,
  • Zirkusse,
  • Anlagen für Modellfahrzeuge und -flugzeuge,
  • Hundedressurplätze,
  • Märkte,
  • Freizeit- und Vergnügungsparks,
  • Abenteuerspielplätze,
  • ortsfeste Wasserskianlagen,
  • Vereins- und Bürgerhäuser und
  • Sommerrodelbahnen.
Foto eines der im Rahmen der Freizeitlärmstudie untersuchten Volksfeste

Eines der im Rahmen dieser Studie untersuchten Volksfeste (Quelle: Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie)

Ergebnisse der Studie

Für die Untersuchung wurden in erheblichem Umfang Messberichte privater und behördlicher Messungen zwischen 2002 und 2008 sowie Literaturwerte herangezogen und systematisch ausgewertet. Die Untersuchungen haben gezeigt, dass einige der untersuchten Anlagen- und Veranstaltungsarten eine sehr hohe Geräuschrelevanz aufweisen. Andere Anlagen, wie beispielsweise Wasserskianlagen, beinhalten hingegen nur ein geringes Störpotenzial. Abhängig vom Charakter der durchgeführten Veranstaltung können die jeweiligen Emissionswerte stark schwanken. Auf der Basis der durchgeführten Untersuchungen wurden für jede der vorgenannten Freizeitanlagen und -veranstaltungen belastbare Emissionskenngrößen zusammengetragen. In einem zweiten Schritt wurden dann Prognoseverfahren entwickelt, die eine grobe Abschätzung der zu erwartenden Emissionen anhand einfach zu ermittelnder Parameter wie Flächengröße, Zuschaueranzahl, Leistung der elektrischen Beschallungsanlage usw. ermöglichen. Ihre Anwendung wird durch ausgewählte Beispielrechnungen erläutert.

Die Freizeitlärmstudie steht zum Download bereit (siehe rechte Spalte). Es ist geplant, die Sächsische Freizeitlärmstudie auch zukünftig fortzuschreiben.