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Klärschlamm

Klärschlamm fällt bei der Reinigung von Abwasser in Kläranlagen an. Bevor der Klärschlamm entsorgt werden kann, ist in der Regel eine Behandlung z.B. mechanische Entwässerung oder Trocknung erforderlich.

 

Klärschlammanfall

Die Datenerhebung zum Klärschlammanfall kommualer Klär-schlämme erfolgt seit dem Berichtsjahr 2006 durch das Statistische Landesamt des Freistaates Sachsen (StLA) auf Grundlage des Umwelt-statistikgesetzes. Die Ergebnisse der statistischen Erhebung werden in der Berichtsreihe »Entsorgung von Klärschlamm aus öffentlichen biologischen Abwasserbehandlungsanlagen im Freistaat Sachsen«  veröffentlicht.

Abbildung 1: Klärschlammanfall im Zeitraum 2010 bis 2016

Abbildung 1: Klärschlammanfall aus öffentlichen Abwasserbehandlungsanlagen im Zeitraum 2010 bis 2016 (Quelle: StLA, 2016)

Im Jahr 2016 betrug der Klärschlammanfall aus öffentlichen biologischen Abwasserbehandlungsanlagen im Freistaat Sachsen insgesamt 74.970 t Trockenmasse (TM). In Abbildung 1 ist die abnehmende Tendenz des Klärschlammanfalls im Zeitraum 2010 bis 2016 wiedergegeben.

Klärschlammentsorgung

Rund 36 Prozent des im Jahr 2016 in Sachsen angefallenen Klär-schlamms wurde in andere Bundesländer zur stofflichen oder thermischen Entsorgung verbracht. Die in andere Bundesländer verbrachten Mengen sind in Abbildung 2 mit eingerechnet.

Für die Entsorgung von Klärschlamm stehen folgende Entsorgungswege zur Verfügung:

  • Stoffliche Verwertung
    • Landwirtschaft
    • Landschaftsbauliche Maßnahmen (Rekultivierung, Kompostierung)
    • sonstige stoffliche Verwertung (z.B. Vererdung)
  • Thermische Behandlung (Mitverbrennung, Monoverbrennung)

In Abhängigkeit vom Entsorgungsweg sind verschiedene rechtliche Regelungen zu beachten. Für die landwirtschafltiche Verwertung von Klärschlämmen sind die Klärschlammverordnung (AbfKlärV) sowie die Vorgaben des Düngerechts, insbesondere Düngeverordnung (DÜV) und Düngemittelverordnung (DüMV)) von Bedeutung.

Die Entsorgung des Klärschlamms wird im »Lagebericht zur kommunalen Abwasserbeseitigung und zur Klärschlammentsorgung im Freistaat Sachsen« (Lagebericht) dargestellt. Mit einem Mengenanteil von ca. 80 Prozent hat die bodenbezogene Klärschlammverwertung (Landwirt-schaft, landschaftsbauliche Maßnahmen) in Sachsen im Jahr 2013 die größte Bedeutung. Seit dem Jahr 2014 nimmt der Anteil der thermischen Behandlung der Klärschlämme deutlich zu (Abbildung 2).

 

Abbildung 2: Direkte Klärschlammentsorgung im Freistaat Sachsen im Zeitraum 2013 bis 2016 (Quelle: StLA, 2016)

Die Klärschlammentsorgungsstrategie des Freistaats Sachsen ist in der Klärschlammkonzeption 2015 dargestellt. Ergebnisse und Aussagen der Klärschlammkonzeption sollen u.a. zur Unterstützung von Planungen der kommunalen Aufgabenträger, der öffentlich-rechtlichen Entsorgungs-träger sowie der Anlagenbetreiber dienen. Vorrangiges Ziel ist es, die Entsorgung der Abfälle aus der Abwasserbehandlung in den nächsten Jahren ökologisch, wirtschaftlich und sicher aufzuzeigen.

 

Nach Inkrafttreten der novellierten Klärschlammverordnung am 03.10.2017 wird eine Aktualisierung dieser Konzeption notwendig.

 

Der von der Bundesregierung geplante Ausstieg aus der bodenbe-zogenen Klärschlammentsorgung, die Rückgewinnung von Phosphor sowie die Verschärfung im Düngemittelrecht stellt viele Akteure der Abwasserbeseitigung und der Klärschlammentsorgung vor erhebliche Herausforderungen.

 

Im Hinblick auf die Rückgewinnung von Phosphor hat das LfULG in Kooperation mit der LaNU im Rahmen der Terratec Leipzig am 07.04.2017 eine Veranstaltung zur »Phosphorrückgewinnung aus Abfällen, insbesondere kommunalen Klärschlämmen« durchgeführt.

 

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Ansprechpartner

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 41: Wertstoffwirtschaft

Dr. Astrid Arthen

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