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Gewässerstruktur

Die Struktur der Gewässer bestimmt neben der Gewässergüte die Lebensbedingungen für Flora und Fauna in den Gewässern und der Aue. Veränderungen der natürlichen Struktur schränken die ökologische Funktionsfähigkeit eines Gewässers ein. In wie weit sich die heutige Struktur vom natürlichen Zustand unterscheidet, wird über die Gewässerstrukturkartierung erfasst.

Die Gewässerstruktur wird als morphologische Qualitätskomponente unterstützend für die biologische Bewertung des ökologischen Zustandes nach Wasserrahmenrichtlinie herangezogen. Von besonderer Bedeutung ist die Gewässerstruktur für die ursachenbezogene Ableitung von Sanierungsmaßnahmen.

Seeuferstruktur der Standgewässer

Die Klassifizierung der Seeuferstruktur erfolgt durch den Vergleich mit einem potentiell natürlichen Ufertyp als Referenzzustand. Im LAWA-Verfahren zur Uferstrukturellen Gesamtseeklassifizierung wurden 8 Ufertypen als Referenzen definiert, die sich durch Substrate und Neigung im landseitigen Bereich unterscheiden.

Die Bewertung erfolgt in einer 5-stufigen Skala, die die Abweichung vom Referenzzustand beschreibt:

Bewertungsskala Gewässerstrukturgüte Seen

Als Arbeitsgrundlage für Seeuferklassifizierung dienen neben Karten und Orthofotos, ergänzende Vor-Ort-Begehungen und Tiefenkarten, die die Uferlinie und den Seehohlkörper exakt beschreiben. Neben der  Klassifizierung einzelner Uferabschnitte können zusätzlich Bewertungen von Flachwasserzone, Uferzone und Umfeldzone dargestellt werden.

Die Ergebnisse zur Kartierung der Seeuferstruktur in Sachsen 2016 fasst folgender Bericht zusammen.

  • zur interaktiven Karte: Strukturkartierung Seen und Strukturkartierung Fließgewässer 2016
  • Gewässerstrukturkartierung der Fließgewässer

    Derzeit ist das Vor-Ort-Verfahren die genaueste Methode zur Kartierung der Gewässerstruktur. In Sachsen werden für jeden 100-Meter-Abschnitt eines kleinen bis mittelgroßen Gewässers 16 Ausprägungen zur Charakteristik des Abschnitts  und 31 Einzelparameter zur Gewässerstruktur erhoben. Diese werden zu 6 Hauptparametern (Laufentwicklung, Längsprofil, Querprofil, Sohlenstruktur, Uferstruktur, Gewässerumfeld) mit etwa gleicher ökologischer Wertigkeit aggregiert. An großen Gewässern variiert die Abschnittslänge, die Erhebungsparameter und Bewertungen sind ähnlich der an kleinen bis mittelgroßen Gewässern. Durch einfache Mittelwertberechnung aus den 8 Hauptparametern (Hauptparameter Uferstruktur und Gewässerumfeld gehen mit je einem Wert für rechte und linke Seite ein) wird die Gesamtstruktur bestimmt und in 7 Strukturklassen angegeben:

    Skala Bewertung Gewässerstrukturgüte Fließgewässer

    Fließgewässerstrukturkartierung in Sachsen (2013-2016)

    Der zweite Durchgang der Gewässerstrukturkartierung in den Gewässern des Wasserrahmenrichtlinien (WRRL)-Berichtsgewässernetzes fand von 2013 bis 2016 statt. Die kartierte Fließgewässerstrecke beträgt ca. 7100 km.

    In den letzten Jahren wurde die Verfahrensbeschreibung aktualisiert, verändert und zusammengefasst, um die Verknüpfung zur WRRL zu verstärken und den Erfahrungen der bisherigen Nutzer der Anleitungen Rechnung zu tragen. Die Erfassung erfolgte in diesem Durchgang mit geringen Abweichungen nach der Kartieranleitung »Gewässerstruktur in Nordrhein-Westfalen – Kartieranleitung für die kleinen bis großen Fließgewässer« LANUV-Arbeitsblatt 18. Kleine Gewässer wurden in 100-Meter-Abschnitte, große Gewässer in 500-Meter-Abschnitten kartiert.

  • zur interaktiven Karte: Strukturkartierung Seen und Strukturkartierung Fließgewässer 2016
  • Fließgewässerstrukturkartierung in Sachsen (2005-2008)

    Der erste Durchgang der Gewässerstrukturkartierung an den Gewässern des WRRL-Berichtsgewässernetzes fand von 2005 bis 2008 statt. Für zum Kartierzeitpunkt trockene Gewässer erfolgte eine Nachkartierung im Herbst 2009. Die kartierte Fließgewässerstrecke beträgt ca. 7100 km. An kleinen Fließgewässern wurde die Struktur für alle 100-Meter-Abschnitte nach der Kartieranleitung »Gewässerstrukturgütekartierung in der Bundesrepublik Deutschland – Verfahren für kleine und mittelgroße Fließgewässer« (LÄNDERARBEITSGEMEINSCHAFT WASSER (LAWA) (Hrsg.), Berlin, 2000) erfasst. An großen Fließgewässern, z.B. Neiße, Elbe, Vereinigte Mulde, Abschnitten der Zwickauer Mulde, der Freiberger Mulde und der Weißen Elster wurde die Struktur für 300-Meter-Abschnitte erhoben. Dabei ging man nach der Kartieranleitung »Gewässerstrukturgüte in Nordrhein-Westfalen, Anleitung für die Kartierung mittelgroßer bis großer Fließgewässer« (LUA-Merkblätter Nr. 26, Essen, 2001) vor.

    Fließgewässerstrukturkartierung in Sachsen 2001

    2001 wurden die ersten Schritte zur Darstellung von Fließgewässern hinsichtlich ihrer Gewässerstruktur in Sachsen unternommen. Die Bewertung erfolgte nach dem Verfahren der »Länderarbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) (Hrsg.), (April 1999): Gewässerstrukturgütekartierung in der Bundesrepublik Deutschland – Übersichtsverfahren (unveröffentl.)«. Ca. 2000 Kilometer repräsentativ ausgewählter Fließgewässerstrecke wurden mit einer intensiven Vorbereitung/Interpretation vorhandener Daten und Karten sowie einer anschließend stattfindenen Plausibilisierung im Gelände erfaßt, bewertet und in eine Güteklasse eingeordnet.

    Marginalspalte

    Bild: Oberirdische Gewässer

    Ansprechpartner

    Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

    Referat 44: Oberflächenwasser, Wasserrahmenrichtlinie

    Michaela Schönherr