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Landesmessnetz Grundwasser

Die Betriebsgesellschaft für Umwelt und Landwirtschaft (BfUL) betreibt im Auftrag des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) die Grundwassermessnetze gemäß § 89 Sächsisches Wassergesetz (Gewässerkundliches Messnetz)  .
Danach werden Daten zu folgenden Zwecken ermittelt, gesammelt und aufbereitetet:
  • Erfassen des natürlichen oder menschlich beeinflussten Grundwasserdargebotes,
  • für wasserwirtschaftliche oder sich auf den Wasserhaushalt auswirkende Planungen, Entscheidungen und sonstigen Maßnahmen
  • für Zwecke der Wirtschaft, Wissenschaft oder Rechtspflege.

In der interaktiven Karte "Grundwassermessstellen" werden alle Grundwasserstands- bzw. Grundwasserbeschaffenheitsmessstellen angezeigt, die derzeit zum Landesmessnetz Grundwasser des Freistaates Sachsen gehören. Zum Abruf von Messwerten und zum Export von Grundwasserstandsganglinien benutzen Sie bitte nicht diese, sondern die Kartenanwendung "Grundwasserstände und Quellschüttungen". Sie können diese Ansicht aber auch im Themenbaum aktivieren.

-> zur interaktiven Karte: Grundwassermessstellen

Je nachdem, welches Ziel mit der Beobachtung verfolgt wird, werden verschiedene Teile des Landesmessnetzes unterschieden. Dabei kann eine Messstelle mehreren Messaufgaben dienen und Messturnus sowie untersuchte Beschaffenheitsparameter können je nach Messaufgabe und Netzart variiert und angepasst werden.
Besonders bedeutsam ist die Grundwasserüberwachung, mit der die Verpflichtungen aus der europäischen Richtlinie 2000/60/EG (Wasserrahmenrichtlinie - WRRL) erfüllt wird. Auf ihrer Grundlage wird der mengenmäßige und chemische Zustand der Grundwasserkörper bewertet, Maßnahmen zum Erhalt des guten oder zur Verbesserung des schlechten Zustands geplant und ihr Erfolg kontrolliert.

Messnetze Grundwasserstand / Quellschüttung

Eine Messstelle kann mehreren Messaufgaben dienen. Der Messturnus kann je nach Messaufgabe und Netzart variieren und angepasst werden.

Überwachung des Grundwasserstandes nach EU-Wasserrahmenrichtlinie

Überwachung des Grundwasserstandes nach EU-Wasserrahmenrichtlinie

Das Grundwasserstand-Messnetz umfasst derzeit 453 Messstellen.

Hochwasser im Grundwasser

Hochwasser im Grundwasser

Das Messnetz »Hochwasser im Grundwasser« umfasst derzeit 77 Messstellen. Aufgrund der schnellen Datenverfügbarkeit sind die Messstellen überwiegend mit einer Datenfernübertragungstechnik ausgerüstet.

Messung des Grundwasserstandes zu Ermittlungszwecken und für Sonderaufgaben

Messung des Grundwasserstandes zu Ermittlungszwecken und für Sonderaufgaben

Das Messnetz umfasst derzeit 606 Messstellen (z. B. deutsch-polnisches Tagebaumessnetz).

Messnetze Grundwasserbeschaffenheit

Eine Messstelle kann mehreren Messaufgaben dienen. Der Messturnus kann je nach Messaufgabe und Netzart variieren und angepasst werden.

Überblicksweise Überwachung der Beschaffenheit nach EU-Wasserrahmenrichtlinie

Überblicksweise Überwachung der Beschaffenheit nach EU-Wasserrahmenrichtlinie

Das Messnetz umfasst derzeit 208 Messstellen.

Operative Überwachung nach EU-Wasserrahmenrichtlinie in belasteten Grundwasserkörpern – diffuse Belastungen

Operative Überwachung nach EU-Wasserrahmenrichtlinie in belasteten Grundwasserkörpern – diffuse Belastungen

Das Messnetz umfasst derzeit 247 Messstellen für das Monitoring diffuser Belastungen.

Operative Überwachung der Beschaffenheit nach EU-Wasserrahmenrichtlinie in belasteten Grundwasserkörpern – punktuelle Belastungen

Operative Überwachung der Beschaffenheit nach EU-Wasserrahmenrichtlinie in belasteten Grundwasserkörpern – punktuelle Belastungen

Das Messnetz umfasst derzeit 158 Messstellen für das Monitoring punktueller Belastungen.

Bodenwasserhaushalt (Lysimeter)

Lysimeterstation Brandis

Für insgesamt 24 Lysimeter (jeweils 3 Bodenmonolithe von 8 repräsentativen Ackerstandorte Mitteldeutschlands) liegen Daten zum Bodenwasserhaushalt und zum Einflusses der Bewirtschaftung auf den Stickstoff-Austrag vor. Zur Abschätzung der Stickstoff(N)-Bilanz werden folgende Daten erhoben:

  • mineralische N-Düngung
  • N-Einträge über Niederschläge und Gesamtdeposition
  • N-Abfuhr durch das Erntegut 
  • N-Austräge über das Sickerwasser in 3 m Tiefe

Seit 1992 wird am Standort der Lysimeterstation eine Klimastation betrieben.

Lysimeter von Kippstandorten

Seit 1996 werden drei, je 3 m tiefe, mit entsprechender Messsensorik ausgestattete Lysimeter in der Station in Brandis betrieben. Die 3 m mächtigen Bodenmonolithe wurden auf der rekultivierten Kippe Espenhain gewonnen und repräsentieren eine über einen Zeitraum von ca. 30 Jahren landwirtschaftlich intensiv genutzte Fläche. Auf diesem Kippenstandort befinden sich auch eine Sickerwasser-Grundwasser-Messeinrichtung (SGM) und ein bodenhydrologischer Messplatz des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ).
Seit Frühjahr 2004 betreibt die Staatliche Betriebsgesellschaft für Umwelt und Landwirtschaft (BfUL) desweiteren auf der rekultivierten Kippe des vor 30 Jahren stillgelegten Braunkohletagebaus Witznitz zwei wägbare Lysimeter mit Grundwasseranschluss. Der Untersuchungsstandort ist gekennzeichnet durch flurnahe Grundwasserstände, sehr niedrige pH-Werte und ein hohes Säurepotenzial im Sicker- und flurnahem Grundwasser. Die Lysimeter enthalten ungestört gewonnene Bodenmonolithe. Es werden neben den kontinuierlich erfassten Wasserhaushaltsdaten (Evapotranspiration, Bodenwasservorratsänderung, Grundwasserstandsänderung) insbesondere die Sicker- und Grundwasserbeschaffenheit bezüglich der bergbaurelevanten Parameter elektrische Leitfähigkeit, pH-Wert, Nitrat, Ammonium und Schwermetalle in monatlichem Messturnus untersucht.

Standort »Forst Naunhof«

Am Standort »Forst Naunhof« existieren zwei nicht wägbare monolithische Lysimeter, die seit Mitte 1991 Sickerwassermengen als Dekadenwerte erfassen. Zudem verfügt der Messplatz seit 1994 über Saugkerzen und TDR-Sonden in den Tiefen von 0,25, 0,5, 1,0, 1,5 und 2,0 m, um den Bodenwasserhaushalt des Standortes charakterisieren zu können. Des weiteren erfolgt die Messung des Niederschlages im Bestand (Kronendurchlass) mit 3 Niederschlagsmessern nach Hellmann im Dekaden-Messrhythmus. Seit Juli 1998 wird mittels fünf Bulksammlern die Gesamtdeposition erfasst und seit 2007 der Niederschlag und die Bodentemperatur kontinuierlich registriert.