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Das zentrale Ziel der WRRL ist ein »guter Zustand« für Grundwasser- und Oberflächenwasserkörper bis zum Jahr 2015 bzw. bei Fristverlängerungen bis 2021 oder 2027. Gewässer dürfen nur so genutzt werden, dass ihre ökologischen Funktionen nicht wesentlich beeinträchtigt werden. Die Mitgliedstaaten sind darüber hinaus verpflichtet, jede Verschlechterung des Gewässerzustandes zu vermeiden.

Oberflächengewässer

Ein Oberflächenwasserkörper muss für den guten Zustand bestimmte chemische und ökologische Kriterien erfüllen.
Der ökologische Zustand wird im Wesentlichen durch biologische Kenngrößen bestimmt. Ergänzend werden morphologische und chemisch-physikalische Parameter verwendet.

Der gute chemische Zustand bedeutet, dass keine Grenzwerte überschritten werden, die in europäischen bzw. nationalen Rechtsnormen aufgeführt oder auf der Liste der prioritären (gefährlichen) Stoffe angegeben sind.

Grundwasser

Der Zustand der Grundwasserkörper wird anhand von chemischen und mengenmäßigen Kriterien bestimmt.
Parameter für die Bestimmung des guten chemischen Zustands sind die Leitfähigkeit und der Gehalt an Schadstoffen. Der gute mengenmäßige Zustand liegt dann vor, wenn keine Übernutzung des Grundwassers stattfindet, d. h. dass den Grundwasserentnahmen ein ausreichendes Grundwasserdargebot gegenüber steht. Darüber hinaus dürfen grundwasserabhängige Oberflächengewässer- und Landökosysteme sowohl chemisch als auch mengenmäßig nicht beeinträchtigt werden.

Erheblich veränderte und künstliche Oberflächengewässer

Für durch den Menschen angelegte oder durch ihn erheblich veränderte Oberflächenwasserkörper muss statt dem guten ökologischen Zustand das gute ökologische Potenzial erreicht werden. Das gute ökologische Potenzial ist der bestmögliche Zustand, der unter Berücksichtigung der künstlichen und erheblich verändernden Einflüsse zu realisieren ist. Für chemische Parameter gilt jedoch keine Sonderregelung, d. h. es muss der gute chemische Zustand erreicht werden.
Ausnahmen hinsichtlich der Fristen oder Ziele können z. B. bei Bestehen eines übergeordneten öffentlichen Interesses geltend gemacht werden. Dazu sind jedoch strenge Voraussetzungen und Bedingungen zu erfüllen.

Arbeitsschritte

Um die Umwelt- und Bewirtschaftungsziele zu erfüllen, gibt die WRRL einen detaillierten Zeit- und Arbeitsplan vor. Zentrales Ziel der Richtlinie ist der gute Zustand möglichst vieler Gewässer, der bis 2015 erreicht werden soll. Das wichtigste Instrument, um dieses Ziel zu erreichen, ist der Bewirtschaftungsplan, der nach umfangreichen Vorarbeiten im Jahr 2009 erstellt wurde. Im ersten Plan wurde festgestellt, dass der gute Zustand trotz großer Anstrengungen zur Zustandsverbesserung bis 2015 nicht in allen Wasserkörpern erreicht werden kann. Für diesen Fall sieht die WRRL vor, dass die Pläne in zwei weiteren Bewirtschaftungszeiträumen fortgeschrieben werden, um alle festgelegten Umweltziele bis spätestens 2021 oder 2027 zu erreichen.

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Bild: Europäische Wasserrahmenrichtlinie

Ansprechpartner

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 44: Oberflächenwasser, Wasserrahmenrichtlinie

Roland Dimmer