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Auswirkungen des demographischen Wandels auf die Siedlungsentwässerung

Projektlaufzeit:

01.06.2007 - 31.12.2010

Projektziel:

Beschreibung der Auswirkungen des demographischen Wandels auf die verschiedenen Teilsysteme der Siedlungsentwässerung (Kanalnetz, Kläranlage, Fließgewässer). Auf dieser Grundlage werden Methoden, die eine räumlich, zeitlich und kausal differenzierte Prognose ermöglichen, sowie Anpassungsmaßnahmen entwickelt.
Es sollen Lösungen erarbeitet werden:

  • für einen ökonomisch und ökologisch angepassten Betrieb der vorhandenen Systeme unter sich ändernden demographischen Bedingungen,
  • für die nachhaltige Entwicklung bestehender Systeme der Siedlungsentwässerung (Erweiterung, Ersatzinvestitionen),
  • für nachhaltige Neuplanungen und Erschließungen im ländlichen Raum und
  • für die Entwicklung ökonomischer Steuerungsinstrumente zur Unterstützung der vorgeschlagenen technischen und planerischen Lösungen.

Projektergebnisse:

  • Der zukünftige Wasserbedarf wird unmittelbar durch die Bevölkerungsentwicklung beeinflusst, für Änderungen der Altersstruktur der Bevölkerung oder Klimaänderungen lässt sich dagegen kein wesentlicher Einfluss nachweisen.
  • Das Vorkommen von Arzneistoffen im Abwasser hängt im wesentlichen von der Einwohnerdichte und dem Trinkwasserverbrauch sowie den stoffspezifischen Eigenschaften (Ausscheidungsgrad aus dem menschlichen Körper, Eliminierungsgrad  in Kläranlagen) ab, demographische Effekte rufen keine deutlichen Veränderungen hervor.
  • Der Bevölkerungsrückgang führt bei trockenem Wetter durch rückläufige Abflüsse im Kanalnetz zu Beeinträchtigungen der Abwasserableitung. Zur Bewertung der Risiken für Kanalablagerungen und biogene Schwefelwasserstoffkorrosion wurde eine Methode vorgeschlagen und an Fallbeispielen getestet.
  • Rückläufige Trockenwetterabflüsse und Frachten wirken sich auf den Betrieb der Kläranlagen aus. Während Anlagen mit aerober Schlammstabilisierung verfahrens- und kostenseitig unempfindlich sind, kann sich bei Anlagen mit Schlammfaulung die energetische Bilanz mit zurückgehenden Anschlussgraden verschlechtern.
  • In einem Fallbeispiel konnte die Annahme von Kosubstraten (z. B. Bioabfälle) in Verbindung mit intermittierender Belüftung als wirtschaftliche Anpassungsmaßnahme bei niedrigem Auslastungsgrad ermittelt werden.
  • In Fallbeispielen zur Gebührenentwicklung wurden moderate bis empfindliche Anstiege der Abwassergebühren prognostiziert. Wesentlicher Treiber der Gebührenbelastung der Haushalte ist jedoch weniger der Bevölkerungsrückgang als die Entwicklung der Betriebskosten, insbesondere der Personal- und Energiekosten.
  • Im ländlichen Raum stellt unter den Bedingungen des demographischen Wandels die dezentrale Abwasserbeseitigung mit Gruppen- und Einzelkleinkläranlagen häufig die Vorzugslösung dar.

Erzielter Nutzen für den Freistaat Sachsen:

  • Im Rahmen des Vorhabens wurden die entwickelten Ansätze zur Beurteilung der Auswirkungen des demographischen Wandels auf die Siedlungsentwässerung an mehreren Fallbeispielen in Zusammenarbeit mit den Aufgabenträgern getestet und Handlungsempfehlungen abgeleitet.
  • Die Untersuchungsansätze, Methoden und Empfehlungen können von anderen abwasserbeseitingspflichtigen Gemeinden und Zweckverbänden in Sachsen zur Anpassung an die Bevölkerungsentwicklung genutzt werden.

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Bild: Projekte

Ansprechpartner im LfULG

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 43: Siedlungswasserwirtschaft, Grundwasser

Dr. Uwe Engelmann

Abschlussbericht

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