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Einflussfaktoren für Radon in Gebäuden

Die Radonkonzentration in der Raumluft innerhalb von Gebäuden kann weit über der in der Freiluft vorhandenen liegen.
Quellen dafür sind:
  • die Bodenluft im Untergrund von Gebäuden,
  • das Trink- und Brauchwasser und
  • die Baumaterialien, aus denen ein Gebäude besteht.

Der ausschlaggebende Anteil zur Radonkonzentration kommt in der Regel aus der Bodenluft im Untergrund von Gebäuden. Dagegen ist der Anteil des Radons, das aus Baumaterialien oder aus dem Wasser in die Raumluft austritt, in der Regel wesentlich geringer und meist vernachlässigbar.

Darüber hinaus ist die Radonkonzentration in einem Gebäude maßgeblich von den Luftaustauschprozessen innerhalb des Gebäudes sowie zwischen Gebäude und Außenluft abhängig. Das Lüftungsverhalten oder unterschiedliche Nutzungen beeinflussen die Radonkonzentration erheblich.

Der Mittelwert für Wohnungen liegt in Deutschland bei 50 Bq/m³, wobei Spitzenwerte von einigen Tausend Bq/m³ auftreten können. In Kellern können die Werte in Gebieten mit hohem Radonpotenzial und bergbaulicher Beeinflussung noch höher liegen und bis zu Hunderttausend Bq/m³ erreichen.

Das Radon in der Bodenluft kann über undichte Stellen in der erdberührten Gebäudehülle (Spalten, Risse und Fugen, Rohr- und Kabeldurchführungen) in das Innere des Gebäudes gelangen, wobei der normalerweise im Gebäude herrschende Unterdruck eine saugende Wirkung ausübt.
Besondere Bedingungen liegen vor,
  • wenn sich Gebäude auf oder in unmittelbarer Nähe von Bergbauhalden oder industriellen Rückständen mit erhöhtem Radium-226-Gehalt befinden oder
  • Gebäude eine luftgängige Verbindung mit unterirdischen Hohlräumen haben.

Da Haldenmaterial und Rückstände in der Regel eine hohe Porosität aufweisen, können sich im Untergrund darauf befindlicher Gebäude erhebliche Radonkonzentrationen anreichern, die weit über der von natürlichen Gesteinen oder Böden liegen.

Auch in Grubenhohlräumen kann es zu sehr hohen Radongehalten kommen. Die höchsten Radonkonzentrationen wurden in Gebäuden mit einer Verbindung zu Grubenhohlräumen gemessen. Da im Erzgebirge und im Vogtland bereits seit Jahrhunderten intensiver Bergbau betrieben wurde, sind hier eine Vielzahl von Gebäuden mit einer Anbindung an unterirdische Hohlräume anzutreffen.

Baumaterialien

In den häufig in Deutschland verwendeten Baustoffen wie Beton, Ziegel, Porenbeton und Kalksandstein liegt die spezifische Aktivität für Radium-226 in einem Bereich, bei dem keine erhöhten Radonkonzentrationen in Räumen zu erwarten sind. Üblicherweise liegt der Beitrag des Radon-222 aus Baumaterialien zur Radonkonzentration in Wohnräumen bei circa 30 Bq/m³, in der Regel unter 70 Bq/m³.

Baumaterialien sind in diesem Zusammenhang nur dann von Bedeutung, wenn Natursteine mit erhöhten Radium-Konzentrationen oder bergbauliche oder industrielle Rückstände mit erhöhten Radiumgehalten als Baumaterial, Beton- oder Mörtelzuschlagstoff oder zur Fundamentierung beziehungsweise Hinterfüllung beim Hausbau verwendet wurden. Der Link unter der Tabelle führt Sie zur aktuellen BfS - Veröffentlichung zum Thema.

 

Material Radium-226 in Bq pro kg
Mittelwert Bereich
Granit 100 30–500
Gneis 75 50–157
Diabas 16 10–25
Basalt 26 6–36
Granulit 10 4–16
Kies, Sand, Kiessand 15 1–39
Natürlicher Gips, Anhydrit 10 2–70
Tuff, Bims 100 < 20–200
Ton, Lehm < 40 < 20–90
Ziegel, Klinker 48 10–200
Beton 30 7–92
Kalksandstein, Porenbeton 15 6–80
Kupferschlacke 1500 860–2100
Gips aus der Rauchgasent-
schwefelung
20 < 20–70
Braunkohlenfilterasche 82 4–200

Marginalspalte

Bild: Thematische Illustration: Radon

Ansprechpartner

Staatliche Betriebsgesellschaft für Umwelt und Landwirtschaft

Mandy Alisch-Mark

Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft

Dr. Stephanie Hurst