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Lungenkrebsrisiko durch Radon

Wie hoch das Risiko ist, durch Radonzerfallsprodukte an Lungenkrebs zu erkranken, wird im Rahmen epidemiologischer Untersuchungen geklärt. Die Entwicklung einer Lungenkrebserkrankung ist ein mehrstufiger Prozess, der sich über Jahre oder Jahrzehnte erstrecken kann.

Forschungsergebnisse zum erhöhten Lungenkrebsrisiko durch Radon

Aufgrund der Ergebnisse einer Vielzahl epidemiologischer Studien, die in verschiedenen Ländern durchgeführt wurden, wird davon ausgegangen, dass das Lungenkrebsrisiko linear mit steigender Radonkonzentration ansteigt. Eine Wirkungsschwelle, unterhalb derer die Radonkonzentration keine schädliche Wirkungen hervorruft, wurde bisher nicht nachgewiesen. In der Regel wird zur Risikobewertung das zusätzliche relative Risiko angegeben. Dieses zusätzliche relative Lungenkrebsrisiko durch Radon beträgt etwa 10 Prozent pro 100 Bequerel pro Kubikmeter Radonkonzentration. Für den Bereich geringer Radonkonzentrationen bestehen Unsicherheiten bezüglich des genauen Verlaufs der Dosis-Wirkungsbeziehung. Für diesen Bereich kann die sehr schwache Wirkung des Radons nicht mit ausreichender Sicherheit nachgewiesen werden, weil sie durch andere schädliche Einflüsse überlagert wird.

Diagramm: Abhängigkeit des absoluten Lungenkrebsrisikos (Anteil der Personen, die an Lungenkrebs erkranken) von der Radonkonzentration für eine Lebenszeit von 75 Jahren für Raucher und Nichtraucher

Abhängigkeit des absoluten Lungenkrebsrisikos (Anteil der Personen, die an Lungenkrebs erkranken) von der Radonkonzentration für eine Lebenszeit von 75 Jahren für Raucher und Nichtraucher (Quelle: Darby et al., Radon in homes and risk of lung cancer: collaborative analysis of individual data from 13 European case-control studies, BMJ 2005; 330:223 )

Wechselwirkungen zwischen Rauchen und Radon

Über 90 Prozent aller Lungenkrebsfälle sind auf das Rauchen zurückzuführen. Die restlichen 10 Prozent werden hauptsächlich durch Radon und andere Schadstoffe (Asbest, Luftschadstoffe) verursacht. Dabei ist jedoch zu beachten, dass für das Risiko radonexponierter Personen wiederum das Rauchen eine bedeutende Rolle spielt. Die Risiken durch Rauchen und Radon addieren sich nicht einfach, sie multiplizieren sich nahezu. Bei gleicher Radonbelastung ist das Lungenkrebsrisiko für einen Raucher etwa 25 mal höher als für einen Nichtraucher. Der weitaus größte Teil radonbedingter Lungenkrebsfälle (etwa 96 Prozent der Fälle, die Radon zugeschrieben werden) ist deshalb unter den Rauchern zu verzeichnen. Die wirksamste Maßnahme gegen Lungenkrebs ist daher, mit dem Rauchen aufzuhören beziehungsweise gar nicht erst damit anzufangen.

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Bild: Thematische Illustration: Radon

Ansprechpartner

Staatliche Betriebsgesellschaft für Umwelt und Landwirtschaft

Mandy Alisch-Mark

Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft

Dr. Stephanie Hurst