Untersuchung und Erkundung
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Untersuchung und Erkundung

Baugrunderkundung

In den Normen zur geotechnischen Erkundung DIN EN1997-2 Eurocode 7 und DIN 4020 sind empfohlene Erkundungs- und Aufschlussabstände bzw. -dichten zusammengefasst. Zur Feststellung der spezifischen Aktivität von radioaktiven Stoffen je nach Art der Baumaßnahme und gewähltem Entsorgungsweg sind die Mindestaufschlussdichten und Probenzahlen gemäß Heft 13/2013 der Schriftenreihe des LfULG: Kapitel 6.3 einzuhalten.

Repräsentative Probenahme

Die Forderung in der Strahlenschutzverordnung nach repräsentativen Werten zu Beurteilung verlangt nach einer realistischen und gleichzeitig ausreichend konservativen Schätzung der spezifischen Aktivitäten der zu beurteilenden Materialien. Die methodische Vorgehensweise zur Prüfung der Einhaltung der Überwachungsgrenzen ist in der Empfehlung der Strahlenschutzkommission „Grundsätze und Methoden zur Berücksichtigung von statistischen Unsicherheiten für die Ermittlung repräsentativer Werte der spezifischen Aktivität von Rückständen“ bzw. im Heft 13/2013 der Schriftenreihe des LfULG: Kapitel 4.2.4 ausführlich dargelegt.

Die Repräsentativität ist ausreichend, wenn mit einer untersuchten Stichprobe eindeutig entschieden werden kann, ob die Beurteilungskriterien (z. B. die Überwachungsgrenze) eingehalten werden können.

Insbesondere für kleine Mengen und Materialien mit großer Heterogenität wird in der Erläuterung zur SSK-Empfehlung auf Einschränkungen bei der Anwendbarkeit der Vorgehensweise verwiesen. Aus den o. g. Gründen werden in den Empfehlungen für die verschiedenen Baumaßnahmen im Heft 13/2013 der Schriftenreihe des LfULG: Anhang 9.2 geringere Probenzahlen empfohlen. Sie lehnen sich, insbesondere bei kleinen Rückstandsmengen, mehr an den geringeren Untersuchungsumfang der Probenahmerichtlinie der LAGA PN 98 an.

Messverfahren

Heft 13/2013 der Schriftenreihe des LfULG stellt in Kapitel 5.1 und Anhang 9.1 übliche Messverfahren zur Bestimmung der spezifischen Aktivität bzw. zur Beurteilung der radioaktiven Kontamination bei der Erkundung von Standorten vor. Bewertet sind Aufwand, Handhabbarkeit und Eignung für die Ermittlung repräsentativer Ergebnisse zu folgenden Messverfahren:

  • Gamma-Ortsdosisleistungsmessung
  • Gamma-Log-Messungen und Spektral-Gamma-Log-Messungen von Bohrungen und Bohrkernen
  • Schnellbestimmungen der spezifischen Aktivität mit ODL- oder Gamma-Beta-Kontaminationsmessgeräten
  • In-Situ-Gammaspektrometrie von Flächen
  • Gammaspektrometrie von Feststoffproben
  • konventionelle spektroskopische Messverfahren zur Bestimmung der Uran- und Thorium-Konzentration.

Einen vergleichenden Überblick über die Messmethoden bietet die nachfolgende Tabelle.

Tabelle: Eignung der Messmethoden für langlebige Radionuklide der Uran- und Thorium-Zerfallsreihe zur Bewertung der Einhaltung der Überwachungsgrenzen

Beim Vergleich der Messmethoden erweist sich die Gammaspektrometrie als die effektivste Methode zur Bestimmung des Nuklidvektors. Sie eignet sich zur Beurteilung radioaktiver Kontaminationen auf Basis der Nuklidaktivitäten der Uran- und Thorium-Zerfallsreihe.