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Planung, Radiologischer Bericht, Radiologisches Gutachten

Baugrunderkundung und Bauplanung

In der Phase der Baugrunderkundung, Bauplanung und Bauvorbereitung werden Informationen erhoben und zusammengefasst, die für die Beurteilung radioaktiver Kontaminationen von Bedeutung sein können. Der Radiologische Bericht fasst die Ergebnisse der Voruntersuchung zusammen und bewertet sie. Kann ein Anfangsverdacht nicht ausgeräumt werden oder ist eine Entscheidung über das Einhalten von Frei- und Überwachungsgrenzen auf Grundlage der vorliegenden Informationen nicht möglich, ist ein Radiologisches Gutachten zu erstellen (vgl. Bild 5).

Radiologischer Bericht (Voruntersuchung)

Der Radiologische Bericht besteht aus Auswertungen historischer Informationen und Bauunterlagen, geologischer, hydro- und ingenieurgeologischer Karten sowie Luftbildaufnahmen. Unterlagen zur Baugrunderkundung, zur Altlastenerkundung und -behandlung sowie zu vorhandenen Bauwerken sind auszuwerten.

Eine Voruntersuchung kann sinnvoll mit den für Planung und Ausschreibung des Vorhabens erforderlichen geotechnischen, abfallfachlichen und altlastenfachlichen Untersuchungen verbunden werden. So lässt sich der Untersuchungsaufwand an Aufschlüssen leicht um die Suche nach bergbaubedingten Auffüllungen wie Haldenmaterial, Aufbereitungsrückständen bzw. Aschen und Schlacken erweitern. Einfache radiologische Untersuchungsverfahren - Messen der Gamma-Ortsdosisleistung (Oberflächen), Messen der Zählraten von Auffüllungen aus vorhandenen Oberflächenerkundungen und Tiefenaufschlüssen - ergänzen die Recherche.

Indikatoren für Rückstände aus Bergbau und/oder Uranerzaufbereitung können hohe Gehalte von Arsen oder Schwermetallen (Blei, Kupfer, Kobalt, Nickel) oder auffällig niedrige pH-Werte (<pH 5) sein.

Die Ergebnisse der Voruntersuchungen sind im Radiologischen Bericht zusammenzufassen und zu bewerten (vgl. Teil 1 Checklisten).

 

Radiologisches Gutachten

Es muss Vorkommen, Lage und Verbreitung sowie radiologische Eigenschaften und Menge der radioaktiven Stoffe so charakterisieren, dass zweifelsfrei festzustellen ist, ob die gesetzlich gültige Freigrenze bzw. die Überwachungsgrenzen überschritten werden. Im Radiologischen Gutachten sind außerdem alle Informationen zusammenzustellen, die für die Bewertung der strahlenschutzrechtlichen Zulässigkeit und die Auswahl der Verwertungs- bzw. Beseitigungswege notwendig sind. Wesentliche Inhalte sind (vgl. Teil 2 Checklisten):

  • Bewertung aller radiologisch relevanten Informationen des Radiologischen Berichts und
  • Durchführung, Auswertung und Interpretation geeigneter, ergänzender radiologischer Untersuchungen.

Eine detaillierte Darstellung enthält Heft 13/2013 der Schriftenreihe des LfULG: Kapitel 6.1.1