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Empfehlungen zum Schutz vor Radon in Gebäuden

Zu Radon in Wohnräumen gibt es in Deutschland keine gesetzlichen Regelungen und daher auch keine verbindlichen Grenzwerte, oberhalb derer Maßnahmen zwingend durchzuführen sind. Über vorsorgende Schutzmaßnahmen gegen Radon bei Neubau oder Sanierungsmaßnahmen entscheidet allein der Eigentümer.

Empfehlungen:

Zur Orientierung bei der Entscheidung über die Durchführung von Sanierungsmaßnahmen haben verschiedene Institutionen Empfehlungen abgegeben. Die von ihnen empfohlenen Werte sind nicht immer einheitlich, was darin begründet ist, dass es für die Wirkung des Radons auf die Gesundheit keinen Schwellenwert gibt, sondern von einer linearen Dosis-Wirkungs-Beziehung auszugehen ist. Es kann also auch kein Wert angegeben werden, bei dem Radon keine Wirkung hat.
Da die Konzentration des Radons aufgrund seines natürlichen Ursprungs und allgegenwärtigen Vorkommens nicht auf Null gesenkt werden kann, ergeben sich die empfohlenen Werte aus einer Abwägung zwischen Aufwand und Nutzen. Bei dieser Abwägung kommen die verschiedenen Institutionen zu unterschiedlichen Bewertungen.

Institution vorhandene Gebäude neue Gebäude
WHO (bis 2009) (100) 250 (100) 250
(100 … 400)
WHO (2009) 100 (max. 300)* 100 (max. 300)*
ICRP (1984) 400 200
ICRP (1993) 200 bis 600 200
ICRP (2007) 600 (Zielwert 200)
ICRP (2009) 300 (Zielwert niedriger)
SSK (1994) < 250 (nat. Bereich) 1.000 (Sanierungsbereich) 250
SSK (2005) < 250 (Empfehlung) < 250 (Empfehlung)
EU-Kom (1990) 400 200
EU-Kom (2014) 300 300

 

Empfehlungswerte verschiedener Institutionen zur Radonaktivitätskonzentration in Wohnräumen (Jahresmittelwerte in Bq/m³) (Quelle: Staatliche Umweltbetriebsgesellschaft)

*) Die WHO empfielt den Ländern einen Referenzwert von 100 Bq/m³ festzulegen. Sollte dieser Wert wegen der geogenen Bedingungen und vorhandener Bausubstanz nicht möglich sein, sollte der Referenzwert jedoch nicht oberhalb von 300 Bq/m³ liegen.

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit empfiehlt, dass man bereits für den Bereich von 100 bis 400 Bq/m³ durch Lüften der Räume und einfache Heimwerker-Maßnahmen versuchen sollte, die Radongaskonzentration weiter herabzusetzen.

Für den Bereich von 400 bis 1.000 Bq/m³ wird empfohlen, sich bei geplanten baulichen Maßnahmen (Renovierung, Instandsetzung usw.) über Sanierungsmöglichkeiten zu Radon zu informieren und mittelfristig Sanierungen, zum Beispiel als begleitende Maßnahmen bei Instandsetzungen, einzuplanen.

Bei Radonkonzentrationen oberhalb von 1.000 Bq/m³ sollten möglichst bald Maßnahmen durchgeführt werden, auch wenn diese aufwändiger sind. Für die erforderlichen Untersuchungen, die Erarbeitung eines gebäudebezogenen Sanierungsplans und die fachkundige Ausführung der Maßnahmen sollten Fachleute hinzugezogen werden. Zu beachten ist, dass aufgrund der Vielseitigkeit und der Komplexität der Prozesse, die die Radonsituation in einem Gebäude bestimmen, immer eine speziell auf das jeweilige Gebäude abgestimmte Untersuchung und Lösungsfindung notwendig ist. Ein allgemeingültiges »Rezept« für eine erfolgreiche Sanierung gibt es nicht.

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Bild: Thematische Illustration: Radon

Ansprechpartner

Staatliche Betriebsgesellschaft für Umwelt und Landwirtschaft

Mandy Alisch-Mark

Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft

Dr. Stephanie Hurst