Umweltradioaktivität, Strahlenschutzvorsorge
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Umweltradioaktivität, Strahlenschutzvorsorge

Die Überwachung der Umweltradioaktivität erfolgt im Freistaat Sachsen auf der Grundlage des Strahlenschutzvorsorgegesetzes (StrVG). Auf diesem basiert auch das zur Überwachung angewandte Integrierte Mess- und Informationssystem (IMIS). Im Rahmen von IMIS werden radioaktive Stoffe künstlichen Ursprungs überwacht, die aufgrund durchgeführter Kernwaffenversuche oder durch großräumige und globale Folgen von Unfällen beim Betrieb von Kernanlagen (zum Beispiel in Tschernobyl) in die Umwelt gelangt sind.

Das sächsische Messnetz umfasst derzeit 76 Messstationen zur Bestimmung der äußeren Strahlenexposition. Weiterhin werden Lebensmittel, Tabakerzeugnisse, Futtermittel sowie Trink- und Grundwasser, aber auch Böden und Pflanzen regelmäßig geprüft. Die Ergebnisse zeigen, dass in Sachsen die radioaktive Belastung von Milch, der Gesamtnahrung und anderen Medien seit 1992 auf einem nahezu konstanten und relativ niedrigen Niveau liegt.

Weiterhin werden auf der Basis der Richtlinie zur Emissions- und Immissionsüberwachung die radiologischen Auswirkungen des Forschungsstandortes Rossendorf überwacht. Dazu werden regelmäßig die Ableitungen radioaktiver Stoffe in Luft und Wasser als auch der Eintrag dieser Stoffe in die Umgebung geprüft. Im Ergebnis ist festzustellen, dass die zusätzliche jährliche Strahlendosis für die Bevölkerung im Umfeld des Forschungsstandortes nicht nur weit unterhalb der gesetzlich zulässigen Grenzwerte liegt, sondern auch etwa 1000fach geringer ist als die ohnehin natürlich vorhandene Radioaktivität.
Bild: Messgeräte und Simulationen

Messgeräte und Simulationen (Foto: Sächsisches Ministerium für Umwelt und Landwirtschaft)

Aktuelle Information

Japan Rückkehrer können sich ausmessen lassen


Alle Personen aus Sachsen, die sich beruflich oder privat insbesondere der Evakuierungszone um das Kernkraftwerk Fukushima in Japan aufgehalten haben, können durch Mitarbeiter der Inkorporationsmessstelle im VKTA – Strahlenschutz, Analytik und Entsorgung Rossendorf e. V. in Dresden Rossendorf auf Inkorporation radioaktiver Stoffen ausgemessen werden. Die Kosten der Messung liegen bei 120 bis 135 €. Die amtlich bestimmte Messstelle für Inkorporationsmessungen betreut gemäß den strahlenschutzrechtlichen Bestimmungen im Normalfall Beschäftigte, die mit offenen radioaktiven Stoffen umgehen. Sie ist unter der Telefonnummer 0049 351 260 3426 oder der Faxnummer 0049 351 260 3414 erreichbar. Im Internet sind unter http://www.vkta.de/de/inkorporationsmessstelle.html weitere Informationen zur Messstelle verfügbar. Ansprechpartner ist Frau Daniela Löhnert (daniela.loehnert@vkta.de).
Die Liste der anderen deutschen Inkorporationsmessstellen ist auf der Internetseite des Bundesamtes für Strahlenschutz verfügbar: http://www.bfs.de/de/ion/beruf_schutz/methodik/inkorporationsueberwachung/messstellen.html Beschäftigte, die in Japan mit Strahlen infolge beruflicher Tätigkeit in Berührung gekommen sind, können sich an das Regionale Strahlenschutzzentrum an der Klinik für Nuklearmedizin des Universitätsklinikums der TU Dresden wenden. Dieses Zentrum ist als Regionales Strahlenschutzzentrum der Berufsgenossenschaft für Feinmechanik und Elektrotechnik sowie der Berufsgenossenschaft für Chemie eingebunden in ein Netz von 11 Regionalen Strahlenschutzzentren in der Bundesrepublik Deutschland. Die Adresse ist Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus an der Technischen Universität Dresden, Fetscherstraße 74 in 01307 Dresden Tel.: 0049 351 458-2226.
Die anderen regionalen Strahlenschutzzentren in Deutschland sind im Internet unter: http://www.bgetem.de/arbeitssicherheit-gesundheitsschutz/institute/institut-fuer-strahlenschutz-1/regionale-strahlenschutzzentren verfügbar.

Messungen zur Einhaltung von empfohlenen Kontaminationswerten (Japan)

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit hat mit Schreiben vom 22.03.2011 im Zusammenhang mit dem radiologischen Ereignis in Fukushima folgende Kontaminationswerte empfohlen, unterhalb derer keine weiteren Maßnahmen zu treffen sind:

4 Bq/cm2 auf der Haut und Kleidungsstücke

4 Bq/cm2 an Fracht

(jeweils gemittelt über eine Fläche von 300 cm2).

Diese Messungen können radiologische Messstellen, wissenschaftliche Einrichtungen und speziell ausgerüstete Ingenieurbüros durchführen.
Die nach § 66 Abs. 1 StrlSchV bestimmten Sachverständigen stehen dafür ebenfalls zur Verfügung.
Die dabei entstehenden Kosten sind vom jeweiligen Auftraggeber zu tragen.

Themen

  • Rechtliche Informationen
    Nach dem Reaktorunfall in Tschernobyl wurde 1986 in Deutschland das Strahlenschutzvorsorgegesetz erlassen.
  • Umweltüberwachung in Sachsen
    Neben 76 Messstationen, die die äußere Strahlenexposition überwachen, gibt es in Sachsen zwei Landesmessstellen, die die Strahlenbelastung von Lebensmitteln, Wasser, Boden usw. kontrollieren.
  • Integriertes Mess- und Informationssystem (IMIS)
    Das Integrierte Mess- und Informationssystem überwacht deutschlandweit permanent die Umweltradioaktivität und dient im Notfall als Entscheidungsgrundlage für Schutzmaßnahmen

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Bild: Thematische Illustration: Umweltradioaktivität, Strahlenschutzvorsorge

Ansprechpartner

Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft

Referat 54 Strahlenschutz, Gentechnik, Chemikalien

  • BesucheradresseBesucheradresse:
    Wilhelm-Buck-Str. 2
    01097 Dresden
  • TelefonTelefon: (0351) 564-0
  • TelefaxTelefax: (0351) 564-6549
  • E-MailE-Mail
  • Internetseitewww.smul.sachsen.de

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