Aktuelle Informationen zu mit Co - 60 kontaminierten Edelstählen aus Indien
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Aktuelle Informationen zu mit Co - 60 kontaminierten Edelstählen aus Indien

Verhaltensweisen und Empfehlungen beim Auffinden kontaminierter Edelstähle

Seit August 2008 wurden weltweit in metallverarbeitenden Firmen Halbzeuge und Fertigprodukte aus mit Co-60 kontaminiertem Edelstahl festgestellt. Auch bundesdeutsche Firmen sind mehrfach betroffen. Die Herkunft konnte hautsächlich indischen Herstellern zugeordnet werden, allerdings sind auch Lieferungen aus China auffällig geworden. Kontaminierte Halbzeuge und Fertigprodukte gelangen damit über Importeure und den Großhandel auf den deutschen Markt.

Zusätzlich sind bereits Fälle bekannt, bei denen kontaminierter Edelstahl unerkannt spanend bearbeitet wurde und anschließend kontaminierte Späne bei der Eingangskontrolle durch Recyclingunternehmen festgestellt wurden. Hier wirkt sich vorteilhaft aus, dass (anders als bei Import und Großhandel) die Kette Schrottsammlung – Recycling – Stahlherstellung in Deutschland messtechnisch nahezu lückenlos überwacht wird.

Zurückgeführt werden die aufgetretenen Kontaminationen auf das versehentliche Einschmelzen von Co-60-Strahlenquellen in einem indischen Stahlwerk. Co-60-Strahlenquellen finden in der Werkstoffprüfung oder in der radiometrischen Messtechnik Verwendung.

Die im Stahl bisher nachgewiesenen Kontaminationen sind in der Regel relativ gering und verursachen keine Gefährdungen für Personen oder die Umwelt.

Trotzdem sollen diese kontaminierten Chargen so weit wie möglich aus dem Stoff- und Wirtschaftskreislauf entfernt werden. Dafür gibt es im Wesentlichen zwei Begründungen:

1.    Aus formaler Sicht können die Beimengungen des radioaktiven Co-60 in den betroffenen Edelstahlchargen so hoch sein, dass das Material als radioaktiver Stoff gemäß Strahlenschutzverordnung eingestuft werden muss. Dies gilt, wenn die Freigrenze für Co-60 (10 Bq/g spezifische Aktivität) überschritten wird. Für den Umgang mit radioaktiven Stoffen gilt grundsätzlich die Notwendigkeit einer Genehmigung nach Strahlenschutzverordnung.

2.    Die »Handelsüblichen Bedingungen für die Lieferung von legiertem Eisen- und Stahlschrott« enthalten eine Radioaktivitätsklausel, danach muss sämtlicher Schrott frei sein von ionisierender Strahlung, die über die natürliche Eigenstrahlung des Stahles hinausgeht. Damit kann der Erwerber eines in Deutschland produzierten Stahles davon ausgehen, dass dieser Stahl kontaminationsfrei ist. Importierter, mit Co-60 kontaminierter Edelstahl in Form von Halbzeugen oder Produkten wird daher in Deutschland nicht mehr handelsfähig sein, auch wenn die Freigrenze nach Strahlenschutzverordnung nicht überschritten wird.

Den Firmen, die Edelstahl beziehen und verarbeiten, empfehlen wir vor diesem Hintergrund Folgendes:

1.    Prüfen Sie anhand Ihrer Unterlagen bzw. durch Rücksprache mit Ihrem Lieferanten oder Großhändler, ob Sie direkt oder indirekt Lieferungen von Halbzeugen oder Fertigprodukten aus Edelstahl aus dem indisch-chinesischen Raum erhalten und verarbeiten.

2.    Wenn JA, empfehlen wir Ihnen die Durchführung von Messungen an dem fraglichen Material nach den in der unten genannten Anlage beschriebenen Prozeduren.

3.    Wenn NEIN, empfehlen wir Ihnen die Durchführung von Stichprobenmessungen nach den in der Anlage beschriebenen Prozeduren.

4.    Für Schrottfirmen und Stahlwerke, die zur Eingangskontrolle über entsprechende Messtechnik (z.B. Portalmessanlagen) verfügen, sind keine weiteren Aufwendungen erforderlich.

Im Falle positiver Kontaminationsnachweise bitten wir grundsätzlich um Benachrichtigung unter den o. g. Kontaktdaten.

Die Herkunft des kontaminierten Materials ist aufzuklären. Das weitere Verfahren wird in Abhängigkeit von den nachgewiesenen Aktivitätskonzentrationen geregelt. Nach derzeitigem Stand können u. a. Rückführung zum Hersteller, kontrollierte Verwendung, Abklinglagerung oder Deponierung in Betracht gezogen werden.

In jedem Fall wird der Zustandsstörer für die erforderlichen Maßnahmen finanziell aufkommen müssen.

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Ansprechpartner

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 53: Strahlenschutz

Walter Niegoth

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 53: Strahlenschutz

Andrea Sperrhacke

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