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Ackerwildkrautschutz

Ackerwildkräuter kennt fast jeder. In der Landwirtschaft oder im Gartenbau sind sie in der Regel  nicht erwünscht und werden deshalb auch als »Unkräuter und -gräser« bezeichnet und bekämpft. Dabei sind lediglich wenige Arten, sogenannte »Problemunkräuter«, ertragsschmälernd und somit wirtschaftlich bedeutsam. Vielen Menschen ist aber nicht bewusst, dass es sich bei den meisten Ackerwildkräutern um konkurrenzschwache Arten handelt, die weder lästig sind, noch wirtschaftlichen Schaden anrichten. Sie erfüllen im Gegenteil wichtige ökologische Funktionen und haben positiven Einfluss auf den Boden und die Nützlingsfauna.

Ackerwildkräuter, werden auch als Segetalpflanzen (segetalis = zur Saat gehörig) bezeichnet, was ihre starke Bindung an den Lebensraum Acker zum Ausdruck bringt.  Um den Ertrag der Kulturpflanzen auf dem Acker zu sichern, wird intensiv gedüngt und Pflanzenschutz betrieben.  Die meisten Ackerwildkräuter können unter diesen Bedingungen kaum noch gedeihen und verschwinden zusehends. Dadurch Die Artengruppe der Ackerwildpflanzen zählt inzwischen zu denen, welche die meisten vom Aussterben bedrohten Arten aufweist.

 

Aktion Feld-Rittersporn - Jetzt finden und mitmachen! Ein Citizen science - Projekt des LfULG!

Das Landesamt für Umwelt und Geologie macht auf den starken Rückgang der Ackerwildkräuter aufmerksam und ist bestrebt, durch verschiedene Initiativen (z. B. Kampagne zum Feld-Rittersporn) und Projekte dem starken Verlust der sächsischen Ackerwildkrautflora Einhalt zu gebieten. Der Feld-Rittersporn (Consolida regalis) steht stellvertretend für den Rückgang vieler Segetalarten. Im Gegensatz zu vielen unscheinbaren, gefährdeten Wildkräutern ist er durch seine Größe und kräftige blau-violette Blütenfarbe gut erkennbar.

 

Ackerwildkrautfächer

Getreu dem Motto »nur was man kennt, kann man auch schützen« gibt das LfULG eine kleine  Bestimmungshilfe für Ackerwildkrautarten heraus. Der Ackerfächer enthält 40 nach Farben sortierte Pflanzenarten, die bevorzugt auf Äckern vorkommen. Einige der Arten sind in Sachsen bereits gefährdet. Die meisten können aber noch an Ackerrändern gefunden werden. Neben der  Beschreibung der Arten mit ihren jeweiligen Erkennungsmerkmalen gibt der Fächer Hinweise zu den von den Pflanzen bevorzugten standörtlichen Verhältnissen.

 

Kartierung von Aussterben bedrohter Segetalarten

In Sachsen gibt es fast 300 Pflanzenarten, die ihren Vorkommensschwerpunkt auf dem Acker haben. Sie werden deshalb auch als Ackerwildkräuter oder Segetalpflanzen bezeichnet. Neben wenigen weit verbreiteten Problemarten, wie Ackerkratzdistel, Quecke und Kletten-Labkraut, kommen viele - oft unscheinbare - konkurrenzschwache Arten vor, die in den landwirtschaftlichen Kulturen kaum ertragswirksam werden. Häufig sind diese Arten an spezielle Kulturen, Bewirtschaftungsformen oder Standortverhältnisse gebunden.

Methoden und Intensität der modernen Landbewirtschaftung sorgen dafür, dass diese meist ohnehin nicht weit verbreiteten Arten verschwinden. In einem Projekt des LfULG werden seit 2017 in ausgewählten Gebieten Standorte kartiert, auf welchen noch Exemplare der in Sachsen am stärksten bedrohten Segetalarten zu finden sind. Ergebnisse liegen gegen Ende 2019 vor. Ziel ist es, für diese Arten Schutzäcker einzurichten sowie deren Samen zu vermehren, um sie in speziellen Erhaltungskulturen einzusetzen.

 

weiterführende Informationen

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Bild: Gerstenfeld mit Klatschmohn und Kornblume im NSG Geierswalder Heide. Bildautor: Friedemann Klenke

Ansprechpartner

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 63: Landschaftspflege

Jörg Döring

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