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Ortolan - Emberiza hortulana (L., 1758)

Der Ortolan (Emberiza hortulana), der auch als Gartenammer bezeichnet wird, ist eine charakteristische Art der offenen Landschaft.

Lebensraum sind die reich gegliederten Agrarlandschaften im wärmebegünstigten Flach- und Hügelland mit leichten und trockenen Böden. Voraussetzung ist, dass Singwarten (zum Beispiel Waldränder, Feldgehölze, Feldwege mit Baumreihen) in ausreichender Zahl vorhanden sind.
Ortolan (Foto: K. Hänel, Archiv Naturschutz LfULG)

Ortolan (Foto: H. Blischke)

Der Ortolan baut sein Nest am Boden, vorwiegend in Getreidefeldern (vor allem Wintergetreide) und Feldfutterschlägen, bisweilen auch an Straßen- und Grabenböschungen, die sich am Rande landwirtschaftlicher Nutzflächen befinden.
Die Brutzeit erstreckt sich von Mai bis Juni. Ende August/Anfang September zieht der Vogel nach Afrika und kehrt frühestens Ende April zurück.

Der gegenwärtige Verbreitungsschwerpunkt des Ortolans ist das Oberlausitzer Gefilde und die östliche Oberlausitz. Weitere Vorkommensschwerpunkte sind das Sächsische-Niederlausitzer Heideland (vor allem die Düben-Dahlener Heide), das Nordsächsische Platten- und Hügelland, die Großenhainer Pflege und einzelne Vorkommen im Leipziger Land. In den Gebirgslagen und in Südwestsachsen (Direktionsbezirk Chemnitz) fehlt die Art vollständig.

Der Ortolan musste nach 1960 einen bedeutenden Bestandesrückgang hinnehmen, so dass die Art heute nach der Roten Liste Sachsens als »gefährdet« eingeschätzt wird. Der Rückgang ist vor allem der Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung mit großflächigem Biozideinsatz und der Beseitigung von Kleinstrukturen wie Feldhecken und Feldwege geschuldet. Insgesamt werden für Sachsen noch 400 bis 700 Brutpaare angegeben.

Weiterführende Informationen zum Ortolan

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Ansprechpartner

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 62: Artenschutz

Heiner Blischke