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Landschaftspflege durch extensive Rinderbeweidung

In diesem Projekt sollen die vielfältigen positiven Wirkungen einer extensiven Rinderbeweidung für Naturschutz und Landschaftspflege, insbesondere in speziell entwickelten praxisnahen Weidekonzepten umgesetzt und getestet werden.

Neben der Erzeugung gesunder Nahrungsmittel und der Schaffung von Einkommen und Wertschöpfung im ländlichen Raum, kann gut praktizierte extensive Beweidung essentielle Beiträge zum Schutz von Biodiversität und Schutz der abiotischen Ressourcen leisten und Erholungslandschaften prägen. Inwieweit diese ökologisch wertvolle Nutzungsweise auch ökonomisch tragfähig ist, soll im Projekt ebenfalls betrachtet werden.
Ein weiteres Ziel ist der Aufbau und die Fortentwicklung einer allgemein verbesserten Fachkompetenz für extensive Beweidung im Freistaat Sachsen. Dazu sollen bis zum Jahr 2020 unter anderem die konzeptionellen Grundlagen für ein Aus- und Fortbildungsmodul geschaffen werden. Darüber hinaus sollen die Ergebnisse des Vorhabens auch im Rahmen der Förderung als Beratungsgrundlagen sowie für die Entwicklung spezieller Fördermaßnahmen dienen.

Es wurden insgesamt 10 Modellbetriebe in verschiedenen sächsischen Grünlandregionen ausgewählt, um die Untersuchungen zu den Fragestellungen unter praxisnahen Bedingungen durchzuführen. Im Projekt wird ein reger Erfahrungsaustausch zwischen den beteiligten Betrieben angestrebt. Die Erkenntnisse werden im Rahmen von Grünland- oder Feldtagen an interessierte Praktiker übermittelt.

 

Fachveranstaltung zum Thema Landschaftspflege mit Raufutterfressern
(Veranstaltungsnachlese)

Am Donnerstag, den 26.11.2015 fand im Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) in Nossen eine Fachveranstaltung zum Thema Landschaftspflege mit Raufutterfressern statt. Es wurden darin erste Zwischenergebnisse eines gleichnamigen Forschungsprojektes des LfULG vorgestellt. Etwa 50 Zuhörer folgten den Ausführungen der Projektauftragnehmer Prof. Dr. Eckard Jedicke (Projektentwicklung im Naturschutz) und Frau Heike Weidt vom Landschaftspflegeverband Nordwestsachsen e. V.. Das Vorhaben wird seitens des LfULG gemeinsam von den Abteilungen Naturschutz/Landschaftspflege und Landwirtschaft betreut.

Extensive Weidesysteme spielen eine wichtige Rolle, um die besondere Natur und Landschaft in vielen Regionen Sachsens zu erhalten und Beiträge zur Förderung von biologischer Vielfalt, zum Schutz des Bodens, Klimas und Landschaftsbildes zu leisten. Ökonomisch stabile Landwirtschaftsbetriebe bilden die Voraussetzung, damit Landschaftspflegeleistungen erbracht werden können. Derzeit wird das bestehende Potenzial des Grünlands in Sachsen sowohl ökologisch als auch ökonomisch nicht überall vollständig genutzt.

Vor dem Hintergrund dieser Problematik startete das LfULG 2013 ein Forschungs- und Entwicklungsprojekt dessen geplante Laufzeit bis Ende des Jahres 2020 reicht.

Zunächst wurden für vier ausgewählte Landwirtschaftsbetriebe in drei Regionen (Elbtal im Bereich Nordsachsen, Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft sowie Osterzgebirge) spezifische Weidekonzepte erarbeitet und in der Praxis etabliert. Ziel ist es, am Beispiel dieser Modellbetriebe eine wirtschaftlich erfolgreiche Integration von Naturschutzzielen in Betriebsabläufe aufzuzeigen und damit auch auf andere Betriebe und Regionen übertragbare Grundlagen zu testen.

In kurzen Statements berichteten die Herdenmanager zweier beteiligter Betriebe, Frau Thomann (Agrargenossenschaft Klitten) und Herr Kuhn (LVG Köllitzsch) über erste Erfahrungen aus dem Projekt. Herr Menzer (Projektleiter Naturschutzgroßprojekt Osterzgebirge) wies aus Sicht des Naturschutzes darauf hin, wie wichtig es ist, neben den ökologischen auch ökonomische Parameter zu betrachten. Hier liefert das Projekt unter anderem gute Ansätze, die für die Entwicklung des Naturschutzgroßprojektes, insbesondere auch nach Ablauf der Projektlaufzeit (2018), von Bedeutung sein können.

Einen ungeschminkten Blick auf die ökonomische Situation der Mutterkuhhaltung lieferte der Beitrag von Herrn Ingo Heber aus dem Ref. 24 des LfULG (Betriebs-, Umweltökonomie, Markt). Er zeigte auf, unter welch schwierigen ökonomischen Rahmenbedingungen aktuell in der Fleischrinderhaltung produziert wird. Trotzdem bieten sich auch Chancen, dabei spielt die Art und Weise der Vermarktung eine Schlüsselrolle. Gerade das Thema »Vermarktungsstrategien«  soll bei der geplanten Fortführung des Forschungsprojektes vertieft behandelt werden.

Dr. Gerhard Riehl aus dem Referat 72 (Pflanzenbau Arbeitsgruppe Grünland und Feldfutter) vermittelte den Teilnehmern in einer anschaulichen Darstellung die Einordnung des oben angeführten Forschungsprojektes in die strategische Planung des LfULG. Es ist eines von drei Teilvorhaben im Rahmen des Leitprojektes  »Nachhaltige Grünlandnutzung 2025«.

Wir hoffen, dass das Projekt wichtige neue Impulse für die Bemühungen um den Erhalt des Grünlandes, vor allem in den sog. peripheren Regionen Sachsen, aber nicht nur dort, geben kann. Zur Qualifizierung und Diversifizierung der Datengrundlage werden weitere Mutterkuh haltende Landwirtschaftsbetriebe als Projektpartner gesucht. Betriebe können sich bei Interesse an Herrn Döring (LfULG) wenden Tel.: 03731 294 2302 joerg.doering@smul.sachsen.de

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Bild: Beweidung mit Rindern der Rasse Hereford

Ansprechpartner

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 63, Landschaftspflege

Jörg Döring

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