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Schwarzhalstaucher - Podiceps nigricollis (C.L. Brehm 1831)

Der Schwarzhalstaucher (Podiceps nigricollis) ist mit 28 bis 34 cm ein kleiner Tauchvogel. Charakteristisch ist das rote Auge. Im Prachtkleid ist er am schwarzen Kopf, Hals und Rücken, sowie rotbraunen Körperseiten und gelben Ohrenbüscheln erkennbar. Im Ruhekleid ist die Oberseite dunkel und die Unterseite weiß gefärbt.

Der Schwarzhalstaucher kommt in mittelgroßen bis großen, flachen Gewässern mit gut ausgebildeter Ufer- und Unterwasservegetation vor. Dies sind neben Fischteichen auch Talsperren, Speicherbecken und Tagebaurestseen. Das Vorkommen ist stark an Lachmöwenkolonien gebunden. Gebrütet wird in schwimmenden Nestern, die an Unterwasserpflanzen oder in Flachwasserzonen am Gewässerboden verankert sind.

Als Nahrung dienen Insekten und deren Larven, Krebstiere, Mollusken und selten kleine Fische. Winterquartiere ziehen sich vom Süden Großbritanniens über die Niederlande bis in die Biskaya und im Mittelmeerraum. Überwinterungsgebiete existieren auch z.B. in Süddeutschland.

In Sachsen ist der Brutvogel nur lokal verbreitet. Größere Vorkommen sind in Nordwestsachsen im Teichgebiet Eschefeld und im Werbeliner See bei Delitzsch sowie im Teichgebiet Niederspree. Die Bestandszahlen sind erheblichen Schwankungen unterworfen (auch infolge der Auflösung von  Lachmöwenkolonien) und belaufen sich momentan auf 80 bis 150 Brutpaare.

In der Roten Liste Sachsens ist der Schwarzhalstaucher als »vom Aussterben bedroht« eingestuft. Dies liegt an Lebensraumentwertungen durch intensive Teichwirtschaft und damit Rückgang der als Nahrungsgrundlage notwendigen submersen Vegetation, Auflösung von Lachmöwenkolonien und vermutlich stärkere Prädation durch Raubsäuger (Mink, Waschbär) und Raubfische.

Weiterführende Informationen zum Schwarzhalstaucher

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Ansprechpartner

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 62: Artenschutz

Heiner Blischke