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Gebietseigene Pflanzen

Eines der wichtigsten Ziele des Naturschutzes ist der Erhalt der natürlichen biologischen Vielfalt. Die Verwendung gebietseigenen Saat- und Pflanzguts leistet dabei einen Beitrag zur Erhaltung der innerartlichen Vielfalt.

Nach der allgemein anerkannten Definition von Kowarik und Seitz (2003) werden Pflanzen bzw. Sippen als gebietsheimisch bzw. gebietseigen bezeichnet, »die aus Populationen einheimischer Sippen stammen, welche sich in einem bestimmten Naturraum über einen langen Zeitraum in vielfacher Generationsfolge vermehrt haben, so dass eine genetische Differenzierung gegen Populationen der gleichen Art aus anderen Naturräumen anzunehmen ist.« (Seitz, B. und Kowarik, I. (Hrsg.) NEOBIOTA 2, S. 3-26, 5f.)

Im Zusammenhang mit Saatgut steht »gebietseigen/gebietsheimisch« synonym für die in der Praxis verwendeten Begriffe »regionales Saatgut« und »Regiosaatgut«.

Das am 1. März 2010 novellierte Bundesnaturschutzgesetz sieht vor, dass Gehölze und Saatgut in der freien Natur vorzugsweise nur innerhalb ihrer Vorkommensgebiete ausgebracht werden sollen. Dies gilt bis zum Inkrafttreten einer Genehmigungspflicht am 1. März 2020 (§ 40 Abs. 4 Nr. 4 BNatSchG). Ab dem 1. März 2020 gilt eine uneingeschränkte Genehmigungspflicht für die Ausbringung von Pflanzen gebietsfremder Arten in der freien Natur. Von den Regelungen des § 40 Abs. 4 BNatSchG ausgenommen sind der Pflanzenanbau in der Land- und Forstwirtschaft (§ 40 Abs. 4 Nr. 1 BNatSchG). Die Regelungen des § 40 Abs. 4 BNatSchG gelten darüber hinaus für alle Gehölze und krautigen Pflanzen.

Das bundesweit abgestimmte Regiosaatgut- und Regiopflanzgut-Konzept hat die Grundlagen für die Produktion und den Einsatz von gebietseigenem Saat- und Pflanzgut entwickelt und eine Einteilung der Bundesrepublik Deutschland in Herkunftsgebiete (synonym Vorkommensgebiete) erarbeitet. Sachsen hat demnach Anteil an drei Vorkommensgebieten für Regiosaatgut (link Uni Hannover: http://www.regionalisierte-pflanzenproduktion.de/regiosaat.html). 

Für gebietsheimische Gehölze hat Sachsen gemäß des »Leitfadens zur Verwendung gebietseigener Gehölze« als bundesweit abgestimmte Empfehlungen der Arbeitsgruppe Gebietseigene Gehölze im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (2011) (link BMU: http://www.bmu.de) Anteil an zwei Vorkommensgebieten (siehe folgenden Link).

 

Vorkommensgebiete Gehölze

Vorkommensgebiete Gehölze

Als eine konkrete Anwendungsempfehlung für Sachsen hat der DVL e.V. im Auftrag des zuständigen Fachreferats Landespflege des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) die Blühmischungen »Sächsische Ackerbrache« aus herkunftsgesicherten Wildpflanzenarten entwickelt (link DVL: http://sachsen.lpv.de/gebietseigene-pflanzen.html). Diese sollen beispielsweise als Saatgut für die Anlage von Blühflächen im Ackerland im Rahmen der sächsischen Förderrichtlinie »Agrarumweltmaßnahmen und Waldmehrung – RL AuW/2007« für die Maßnahme A3b »Anlage von Bracheflächen und Brachestreifen auf Ackerland durch Einsaat kräuterreicher Ansaatmischungen« Verwendung finden.

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Ansprechpartner

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Abteilung 6: Naturschutz, Landschaftspflege