Klimawandel und Biodiversität
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Klimawandel und Biodiversität

Der Klimawandel gilt weltweit zunehmend neben Landnutzungsänderungen, Nutzungsintensivierungen, Lebensraumverlusten, invasiven Arten und Eutrophierung als Ursache für die Gefährdung der natürlichen biologischen Vielfalt. Biodiversitätsveränderungen infolge des Klimawandels werden in Zukunft auch in Deutschland und Sachsen an Bedeutung gewinnen.

Modelle prognostizieren, dass sich die Häufigkeit oder die Verbreitungsareale bestimmter klimasensitiver Arten und Biotope verändern werden. Teilweise sind diese Folgen auch schon eingetreten. Besonders gefährdet sind solche Arten und Biotope, die an kühle und feuchte Standortsbedingungen angepasst sind (z.B. Moore, naturnahe Fichtenwälder, hochmontan-subalpine Flora und Fauna der Mittelgebirge). Bei wärmeliebenden und an Trockenheit angepassten Arten sind dagegen schon heute Ausbreitungstendenzen nach Norden und in höhere Lagen der Gebirge nachweisbar.

Die Geschwindigkeit des Klimawandels übersteigt für eine Vielzahl von Arten aber deren Ausbreitungs- und Anpassungsfähigkeit, so dass sie, selbst wenn geeignete Lebensräume neu entstehen, nicht in der Lage sein werden, diese eigenständig zu erreichen. Dazu tragen auch umfangreiche Barrierewirkungen in der Landschaft bei.

Das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) untersucht die möglichen Auswirkungen des Klimawandels auf die biologische Vielfalt in Sachsen. Dazu wurde im Jahr 2005 die Studie »Folgewirkungen der Klimaänderungen für den Naturschutz – Ausgewählte Ökosysteme und Arten« abgeschlossen. Zwei weitere Vorhaben befassten sich mit den Auswirkungen des Klimawandels auf wasserabhängige Ökosysteme am Beispiel der Moore Wildenhainer Bruch in der Dübener Heide sowie Mothhäuser Haide im mittleren Erzgebirge. Darüber hinaus werden im LfULG die fachlichen und methodischen Grundlagen für ein Monitoring »Klimawandel und Biodiversität« erarbeitet.

Auf dieser Grundlage werden geeignete und umsetzbare Anpassungsmaßnahmen des Naturschutzes entwickelt, um negative Folgewirkungen des Klimawandels auf die natürliche biologische Vielfalt abzupuffern.

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Ansprechpartner

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 61: Landschaftsökologie, Flächennaturschutz

Dr. Rolf Tenholtern