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Hirschkäfer (Lucanus cervus)

FFH-Art 1083

Der Hirschkäfer (Lucanus cervus, LINNAEUS 1785) ist mit einer Länge bis zu 90 Millimeter der größte heimische Käfer. Charakteristisch für die Art sind die namensgebenden geweihartigen Mandibel der Männchen.

Hirschkäfer - Männchen (Foto: Archiv Naturschutz LfULG, A. Ihl)

Hirschkäfer - Männchen (Foto: Archiv Naturschutz LfULG, A. Ihl)

Die dämmerungs- und nachtaktiven Imagines (geschlechtsreife Adultform) schwärmen von Juni bis August. Die Eiablage erfolgt im Wurzelbereich von Stubben (Überreste eines gefällten Baumes) und morschen Bäumen, wobei der Zersetzungsgrad des Holzes eine wesentliche Rolle spielt.
Nach einer Entwicklungszeit von 3 bis 8 Jahren verpuppen sich die Larven im umgebenden Erdreich. Im folgenden Frühjahr verlassen die Käfer die Puppenwiege und graben sich an die Oberfläche.

Besiedelt werden naturnahe, lichte und wärmebegünstigte Laubwaldbestände mit einem hohen Anteil an alten und absterbenden Bäumen, vor allem Eichenwälder, Eichen-Hainbuchenwälder und Kiefern-Traubeneichenwälder, teilweise auch Parkanlagen und Obstwiesen. Bevorzugte Entwicklungsbäume sind Eichen, aber auch andere Baumarten bis hin zu Obstgehölzen werden genutzt. Die Alttiere ernähren sich vorzugsweise vom Baumsaft »blutender« Eichen.

Die Verbreitung des Hirschkäfers in Sachsen beschränkt sich auf das Flach- und Hügelland. Insgesamt liegen nur wenige aktuelle Nachweise, zumeist von Einzeltieren, vor, beispielsweise aus der Dresdner Elbtalweitung, Mulde-Lößhügelland, Düben-Dahlener Heide, Großenhainer Pflege, Muskauer Heide und Leipziger Land.
Waldbestände mit gehäuftem Auftreten der Art sind in Sachsen nicht bekannt.

Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts ist der ehemals weit verbreitete Hirschkäfer in ständigem Rückgang begriffen und vieler Orts bereits ausgestorben. Das belegen zahlreiche Altnachweise. Entsprechend der derzeit gültigen Roten Liste ist die nach der Bundesartenschutzverordnung besonders geschützte Art in Sachsen »stark gefährdet«.

Zu den wesentlichen Ursachen der Gefährdung gehören insbesondere die intensive forstliche Bewirtschaftung mit Verringerung der Umtriebszeiten, Beseitigung von geschädigten Altbäumen und Totholz (zum Beispiel Stubbenrodung), tiefe Bodenbearbeitung, Anlage von Nadelholzmonokulturen und anderes.

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Ansprechpartner

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 62: Artenschutz

Dr. Ulrich Zöphel

FFH-Art 1083

Puppenwiege am Fuße einer Eiche (Foto: Archiv Naturschutz LfULG, W. Fiedler)

Puppenwiege am Fuße einer Eiche (Foto: Archiv Naturschutz LfULG, W. Fiedler)

FFH-Art 1083

Aus der Puppenwiege schlüpfender Käfer (Foto: Archiv Naturschutz LfULG, W. Fiedler)

Aus der Puppenwiege schlüpfender Käfer (Foto: Archiv Naturschutz LfULG, W. Fiedler)

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